40 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 Menschen & Märkte Investmentmarkt Sozialwohnungen rer Florian Lanz. Er verkauft seine Projekte zwar bevorzugt an landeseigene Berliner Wohnungsunternehmen, ist aber trotzdem überzeugt: „Öffentlich geförderte Wohnungen können auch für institutionelle und private Investoren ein interessantes Investment sein.“ Das bestätigen Projektentwickler, die in größerem Stil Sozialwohnungen bauen. Bonava zum Beispiel schloss 2024 nach eigenen Angaben vier Investorendeals mit insgesamt 474 zumeist öffentlich geförderten Wohneinheiten ab. „Wir merken, dass sich deutlich mehr und unterschiedliche B2B-Käufer für unser Produkt interessieren“, sagt Sophie Jenßen, Head of Sales bei Bonava. „Vor allem Family Offices und Stiftungen suchen nach Investitionsmöglichkeiten auf dem deutschen Markt.“ Dafür gebe es gute Gründe, ist Jenßen überzeugt: „Gefördertes Wohnen bietet Investoren einen stetigen Miet-Cashflow, der durch die starke Nachfrage gesichert ist, aber auch die Chance auf künftige Miet- und Wertsteigerungen.“ Öffentlich geförderter Wohnraum sei somit „vielleicht kein Renditebringer von heute auf morgen, aber eine langfristige Investmentperspektive im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortung“. Alexander Heinzmann, CEO der BPD Immobilienentwicklung GmbH, beobachtet ebenfalls, „dass das Interesse an sozial geförderten Projekten zunimmt, insbesondere bei Investoren, die Wert auf nachhaltige und sozial verantwortliche Investments legen“. Auch private Investmentmanager interessierten sich zunehmend für diese Assetklasse. „Dies“, sagt Heinzmann, „ist Teil eines wachsenden Trends, bei dem institutionelle Investoren soziale Verantwortung übernehmen und in Projekte investieren, die sowohl gesellschaftlichen Nutzen stiften als auch wirtschaftlich tragfähig sind.“ In diesem Punkt widerspricht ihm Thomas Meyer von Wertgrund: „Die soziale Komponente von ESG ist für Investoren in der jetzigen Marktphase nicht entscheidend. Im Vordergrund steht für sie die Rendite.“ PROJEKTENTWICKLER SPÜREN VERSTÄRKTE NACHFRAGE So oder so – das wachsende Interesse von Investoren an öffentlich gefördertem Wohnraum sollte eigentlich dazu beitragen, den Trend der seit Jahren abnehmenden Zahl an Sozialwohnungen zu brechen. Nach Angaben des Bundesbauministeriums gab es Ende 2024 in Deutschland noch 1,046 Millionen Sozialwohnungen. Viel zu wenige, findet die neue Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD): „Wenn wir wollen, dass der Altenpfleger, die Busfahrerin oder der Erzieher künftig wieder bezahlbar wohnen kann, müssen wir die Zahl der Sozialwohnungen dauerhaft erhöhen.“ Dafür wird es aber mehr Geld brauchen – denn in Bundesländern mit attraktiven Förderprogrammen gibt es ein gravierendes Problem, wie WertgrundChef Meyer feststellt: „Dort sind die Fördermittel immer schnell ausgeschöpft.“ 1 UFER- WECHSEL FÜR RIVERBANK Anfang dieses Jahres hat Industria das Mietwohnprojekt Riverbank in Geesthacht bei Hamburg in die Bewirtschaftung übernommen „GEFÖRDERTES WOHNEN BIETET INVESTOREN EINEN STETIGEN MIET-CASHFLOW, DER DURCH DIE STARKE NACHFRAGE GESICHERT IST, ABER AUCH DIE CHANCE AUF KÜNFTIGE MIET- UND WERTSTEIGERUNGEN.“ Sophie Jenßen, Head of Sales bei Bonava
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