Immobilienwirtschaft 3/2025

„DER SANIERUNGSSTAU IM WOHNBESTAND IST GEWALTIG, DOCH DIE INVESTITIONSBEREITSCHAFT BLEIBT NIEDRIG.“ Dr. Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen Förderhöhen oder Bewilligungen auswirken kann. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) bietet seit 2021 ein eigenes Zertifizierungssystem für Sanierungen an – bis heute wurden über 500 Projekte danach bewertet. Eigentümer, die klimabewusst handeln, werden für Anleger folglich attraktiver. „Gerade bei Gewerbeimmobilien ist eine nicht nachhaltige Immobilie heute als Anlageobjekt für die meisten undenkbar“, so die Bundesstiftung Baukultur. Umgekehrt drohten höhere Kosten und sogar Leerstände, wenn etwa die Gesetze verschärft würden. „Bauen im Bestand“ bedeutet häufig nicht nur Renovierung oder Um-Bau, sondern Um-Nutzung. Beispiel Einzelhandel: Reine Warenhäuser werden zu Auslaufmodellen. Ihre Flächen sind gegenüber 1994 auf ein Viertel geschrumpft. Geblieben sind eine gute Statik und solide Vorhangfassaden. Eine Anpassung der gesunden Substanz an neue, gemischte Nutzungsformen bietet sich an: Einzelhandel, Kultur, Bildung, Gastronomie und Wohnen unter einem Dach. Vor allem in guten Lagen von A- und B-Städten ließen sich ehemalige Warenhäuser profitabel bewirtschaften, befand eine PwC-Studie zur Transformation der Innenstädte. Beispiel Bürohäuser: Rund 70 Prozent der Flächen in AStädten sind vor dem Jahr 2000 entstanden. Sie entsprechen laut den Analysten von bulwiengesa nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Im Jahr 2019 entfielen nur zehn Prozent der Projektentwicklungen auf den Bestand. Für 2025 und 2026 wird ein Anteil von jeweils 23 Prozent erwartet. Revitalisierte Büroflächen mit guter Raumluft und smarter Technik sind gefragt. Sie erzielen deutlich höhere Mieten und verbrauchen weniger Energie. SANIERUNGSSTAU BEI WOHNUNGEN Dagegen partizipiert der Wohnungsbau bisher vergleichsweise wenig an der Dynamik von Bauen im Bestand. Dabei sind rund 19 Millionen Wohngebäude in Deutschland älter als 40 Jahre und viele weisen energetische und funktionale Defizite auf. „Der Sanierungsstau im Wohnbestand ist gewaltig, doch die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig“, sagt Dr. Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Als Hauptgründe gelten mietrechtliche Begrenzungen, geringe Margen und fehlende Anreize für private Eigentümer. Öffentliche Gebäude, Schulen, Rathäuser, Verwaltungsgebäude machen mit geschätzten fünf Prozent nur einen kleinen Teil des gesamten Gebäudebestands aus. Allerdings sind sie Vorbilder und haben das Potenzial für funktionale klimatechnisch richtungsweisende Lösungen. Mit der angekündigten Investitionsoffensive der Bundesregierung dürfte das Bauen im öffentlichen Bestand in den kommenden Jahren deutlich an Fahrt gewinnen. Nicht nur der Kosten wegen. Die sind bei Sanierungen häufig niedriger als bei einem Neubau; allerdings nicht per se – aufgrund womöglich unMit smarten Thermostaten CO₂ undKosten reduzieren. Hydraulischer Abgleich inklusive Mehr unter: kalo.de/smartgeregelt _0S0SM_250521_SRT_Anzeige_210x99mm%2B5mm_CMYK_IsoCoated_RZ.pdf; s1; (210.00 x 99.00 mm); 22.May 2025 09:11:52;PDF_CMYK_Profilanwendung_ab150dpi; L. N. Schaffrath DruckMedien

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