Immobilienwirtschaft 3/2025

22 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 Schwerpunkt Bestandssanierung Herr Geisler, welche typischen Sanierungsbedarfe sehen Sie in Heizungskellern von Bestandsgebäuden? Wir erleben da ein breites Spektrum. Rund 60 Prozent der Anlagen laufen mit Erdgas, etwa 20 Prozent hängen am Fernwärmenetz, 15 Prozent arbeiten noch mit Heizöl – je nach Region variiert das natürlich. Viele Heizungen funktionieren grundsätzlich, sind aber überdimensioniert oder schlicht veraltet. Besonders auffällig ist die Steuerungstechnik: Da ist häufig noch die Originalregelung aus den 1990er Jahren im Einsatz – inklusive entsprechender Einstellungen. Woran erkennt ein Verwalter frühzeitig, dass eine Heizungsanlage sanierungsbedürftig ist? Der Klassiker: Die Bude wird kalt – und dann klingelt das Telefon beim Verwalter. Besser ist natürlich, schon vorher hinzuschauen. Ein Indikator sind überhöhte Verbrauchswerte – wobei „hoch“ relativ ist. Wir orientieren uns am so genannten Heizkennwert. Alles über 100 bis 120 kWh/m² und Jahr sehen wir als auffällig – wobei das auch auf Dämmstandard und Nutzung ankommt. Gerade im Heizungsbereich – welche Rolle sollte ein Property Manager hier spielen? Die wichtigste Aufgabe ist: Transparenz schaffen. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer erwarten vom Verwalter nicht nur eine Rechnung, sondern eine echte Entscheidungsgrundlage. Was kostet welche Maßnahme, wie wirkt sie sich auf CO2-Ausstoß und Nebenkosten aus, was ist umlagefähig? Eine veraltete Heizungsanlage heißt nicht zwangsläufig Komplettaustausch. Oft genügen Optimierungen. Erleben Sie so eine Zusammenarbeit mit Verwaltern schon heute in der Praxis? Das ist sehr unterschiedlich – grundsätzlich haben viele Verwalter inzwischen ein gutes Gespür für einfache, klare Prozesse entwickelt. Was aber bleibt, ist die steigende Komplexität: neue gesetzliche Vorgaben, Digitalisierung, viele Stakeholder. Da können IM HEIZUNGSBEREICH ist die wichtigste Aufgabe des Property Managers, Transparenz zu schaffen. Viele Eigentümer erwarten vom Verwalter nicht nur eine Rechnung, sondern eine echte Entscheidungsgrundlage. „ EINFACH WARM REICHT NICHT MEHR“ TEXT Frank Urbansky FELIX GEISLER ist Produktmanager Heizungsoptimierung beim Messdienstleister und Branchenprimus ista I N T E R V I E W

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