21 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 modernen ERP-Systemen (siehe auch Tabelle unten). Mit solchen Systemen könne man Vor- und Rücklauftemperaturen, Regelparameter und Einstellungen bereitstellen, so Thumfart. Die Betriebszeiten von Heizkesseln und Pumpen seien weitere wichtige Daten. Zudem erfasse man den Energieverbrauch pro Einheit oder Gebäude und biete Vergleichswerte zur Bewertung der Effizienz. Den Property Manager unterstützten solche Tools durch automatisierte Berichte, die konkrete Handlungsempfehlungen enthalten. „Wir bieten eine Portfolio-übergreifende Übersicht mit automatischen Empfehlungen zum Sanierungsbedarf, die auf den von uns erhobenen Daten basieren. Grafische Auswertungen ermöglichen eine verständliche Kommunikation mit allen Stakeholdern. Zudem integrieren wir Frühwarnsysteme für technische Störungen und bieten ein Dashboard für das Live-Monitoring der Anlagen“, so Thumfart. WIE LÄUFT SO EIN PROJEKT AB? Es beginne mit einer technischen Bestandsaufnahme der im Heizungskeller verbauten Technik. Anschließend erfolge die Installation der gewählten Lösung. Danach starte die Datenerfassung und -analyse. Basierend darauf würden Handlungsempfehlungen für manuelle Optimierungen erstellt. Parallel dazu erfolge eine kontinuierliche vollautomatische Optimierung der Heizungsanlagen. „In der Praxis hat sich eine enge Zusammenarbeit mit einem festen Ansprechpartner auf beiden Seiten bewährt, verbunden mit klaren Kommunikationswegen und regelmäßigen Projekt-Updates“, so der metr-Experte. Solche Systeme ließen sich über eine REST-APISchnittstelle in bestehende ERP-Systeme integrieren. Zudem sei ein Datenexport als CSV- oder ExcelDatei möglich. Und wohin führt dieser Weg? „Die erhobenen Betriebsdaten werden den Property Manager künftig darin stärken, fundierte Entscheidungen zu treffen, Probleme frühzeitig zu erkennen und die Erfolge von Sanierungsmaßnahmen sichtbar zu machen“, erklärt Thumfart. Sanierungen im Bestand betreffen viele: Eigentümer, Mieter, Dienstleister, Kommunen. Property Manager müssen hier nicht nur technisch und wirtschaftlich planen, sondern auch kommunikativ steuern. Dazu gehören eine frühzeitige Einbindung der Nutzer – etwa durch Informationsveranstaltungen oder digitale Mieterdialoge – und definitiv eine transparente Darstellung von Nutzen, Kosten und Alternativen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Zusammenarbeit mit Kommunen, etwa bei der Anbindung an Wärmenetze oder Quartierskonzepte (siehe auch IW 2/2025, S. 82, Fernwärme). FAZIT: NEUE ROLLEN, NEUE CHANCEN Die Rolle des Property Managers wandelt sich grundlegend: vom reinen Verwalter hin zum Sanierungsmanager und strategischen Treiber von ESGZielen. Wer jetzt in Know-how, Digitalisierung und strukturierte Planung investiert, gewinnt nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Dafür gilt es, gezielt ESG-Wissen aufzubauen – etwa durch Schulungen, Zertifizierungen und aktuelle Leitfäden –, digitale Werkzeuge wie ERP-Systeme, CAFM und Energiemonitoring aktiv zu nutzen sowie Sanierungsfahrpläne auf Gebäude- oder Portfolioebene zu entwickeln. Fördermittel aus Programmen wie BEG, KfW oder für serielle Sanierungen sollten konsequent ausgeschöpft werden. Gleichzeitig ist eine gezielte Kommunikation mit Eigentümern, Nutzern und Dienstleistern essenziell. Bestandssanierung ist heute keine technische Nebenaufgabe mehr, sondern eine zentrale Managementdisziplin – und möglicherweise der entscheidende Hebel für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Immobilienzukunft. Tabelle 3: Anbieter digitaler Steuerungs- und Monitoring- systeme für die Wärmeversorgung Anbieter Produktname Funktionen Besonderheiten Kugu Kugu Heizungssteuerung Fernüberwachung und -steuerung von Heiz- systemen, Energieverbrauchsanalyse Integration in bestehende Systeme, benutzerfreundliche App für Endkunden metr metr Heizungsoptimierung Integration mit digitalen Gebäudeakten zur Zustandserfassung Anbindung an Smart- Metering-Systeme möglich Immoconn Immoconn HeatControl Automatisierte Heizungsregelung, Verbrauchs- datenerfassung, Anomalieerkennung Speziell für Wohnungswirtschaft entwickelt, einfache Installation green fusion GreenFusion Heizungsoptimierung KI-basierte Steuerung, Integration erneuerbarer Energien, Lastmanagement Nachhaltigkeitsfokus, Optimierung für verschiedene Energiequellen paul Paul Heizungsmanager Digitale Heizungsüberwachung, Nutzerinteraktion, Verbrauchsberichte Nutzerzentrierter Ansatz, einfache Bedienung ista ista HeatPilot Smarte Heizungssteuerung, dynamische Heizkurve, Optimierung des Verteilsystems Weltweit tätig, umfangreiche Erfahrung im Energiemanagement Minol Minol Connect Heizungsmanagement Automatisierte Steuerung, Verbrauchsanalyse, Wartungsplanung Komplettlösungen für Immobilienverwaltungen, umfassender Service Noventic Noventic HeatControl Digitale Erfassung und Steuerung, Energieeffizienzsteigerung, Datenanalyse Integration in Smart- Building-Konzepte, interoperable Systeme Aedifion Aedifion Heating Optimization Cloudbasierte Optimierung, Datenanalyse, Schnittstellen zu verschiedenen Heizsystemen Einsatz von Künstlicher Intelligenz, flexible Anpassung an bestehende Infrastrukturen Techem Techem Smart System Digitale Heizungssteuerung, Verbrauchsdatenerfassung, Abrechnungsdienstleistungen International präsent, umfassendes Portfolio im Bereich Energiemanagement und Abrechnung Quelle: Eigene Recherche
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