85 · Immobilienwirtschaft · 02 / 2025 „UNSER INTELLIGENTES ENERGIEMANAGEMENT OPTIMIERT DEN BETRIEB GANZ GEZIELT, UM LASTSPITZEN ZU VERMEIDEN ODER ZU REDUZIEREN ...“ Paul Hock, Green Fusion Das BEW fördert den Bau und die Modernisierung von Wärmenetzen sowie Machbarkeitsstudien und Planungen. Allerdings sind die BEW-Fördermittel nicht direkt an die Wärmeplanung gebunden. Das KWKG wiederum unterstützt den Betrieb effizienter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die sowohl Wärme als auch Strom erzeugen. Dass diese Mittel bei Weitem nicht ausreichen, zeigt ein Beispiel: Leipzig, das etwa drei Prozent der deutschen Fernwärme erzeugt, hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2038 klimaneutral zu werden. Dafür wären Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro erforderlich – das entspricht 214 Millionen Euro jährlich, allein für die Fernwärme-Infrastruktur. Die Finanzierung bleibt jedoch unsicher: Der Bund stellt für Fernwärmenetze über die genannten Programme insgesamt nur zwei bis drei Milliarden Euro bereit – eine Summe, die kaum ausreicht, um den enormen Bedarf zu decken. Hinzu kommt, dass die Wärmewende insgesamt immense Investitionen erfordert. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) warnt, dass rund 41 Prozent der Stadtwerke keine bezahlbare Wärmeversorgung mehr gewährleisten können. Für die Umsetzung der Wärmewende bis 2030 veranschlagt der Verband einen Investitionsbedarf von 721 Milliarden Euro – eine Summe, die das gesamte Jahresbudget des Bundeshaushalts, das unter 500 Milliarden Euro liegt, übersteigt. Neben der finanziellen Herausforderung stellt auch der Fachkräftemangel eine erhebliche Hürde dar. Bis zum Jahr 2030 scheiden allein im SHKHandwerk (Sanitär, Heizung, Klima) rund 30.000 Fachkräfte altersbedingt aus, während gleichzeitig 50.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt werden. Ähnliche Engpässe bestehen bei Planern, Ingenieuren und Kommunikationsexperten, was die Umsetzung weiter erschwert. Und bei allem gilt: Fernwärme ist nicht immer die energieeffizienteste Lösung: Gebäude mit hoher Dämmung gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) benötigen keine hohen Vorlauftemperaturen in 1
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