Immobilienwirtschaft 2/2025

70 · Immobilienwirtschaft · 02 / 2025 Menschen & Märkte Trump-Effekt Trump „als Verhandlungsmasse genutzt werden“. Derzeit sprächen „die realwirtschaftlichen Faktoren für langfristig niedrige Realzinsen und damit auch für Allokationen in Immobilien“, so Schindler. „Ein elementarer Bestandteil der US-Politik scheint das Erzeugen von Chaos zu sein, im eigenen Land und im Ausland“, analysiert Immobilienökonom Just. „Jeden Tag werden angstmachende Nachrichten erzeugt, die zum Teil am Folgetag wieder revidiert oder noch verstärkt werden.“ Dies schaffe ein hohes Maß an Unsicherheit, weil Trump „eben tatsächlich schwer einzuschätzen ist“, sagt Just. „Daher müssen Immobilienmarktakteure sehr vorsichtig neue Informationen wägen.“ SICHERHEIT IN ZEITEN DES CHAOS: STRATEGIEN FÜR IMMOBILIENINVESTOREN Investoren sollten ihre Anlageentscheidungen nicht von Spekulationen über die Höhe der Zinsen abhängig machen, sondern sich „auf das konzentrieren, was sie selbst in der Hand haben: eine schnelle Due Diligence beim Ankauf und Kreativität beim Dealsourcing“, rät Moritz Kraneis, geschäftsführender Gesellschafter des Wohnungsinvestors Deutsche Zinshaus Gruppe mit Sitz in der Bankenmetropole Frankfurt. Bei Wohn- und Geschäftshäusern gebe es gerade attraktive Einstiegschancen. „Eigenkapitalstarke Investoren sollten diese Gelegenheit ergreifen“, so Kraneis. „Es lohnt sich besonders, einen Blick auf Immobilien aus Sondersituationen zu werfen – wie Liegenschaften aus Insolvenzen oder solche, die mit notleidenden Krediten behaftet sind.“ Möglicherweise könnten sich zumindest die jüngsten von der Reform der Schuldenbremse und dem geplanten Sondervermögen ausgelösten Zinssteigerungen bald wieder nivellieren, vermutet Ökonom Vornholz und verweist auf eine neue Studie des Bundesrechnungshofs. Danach gibt es derzeit nur auf Bundesebene 29 Sondervermögen mit einem Gesamtvolumen von 869 Milliarden Euro. Allein in den vergangenen Jahren sind danach zwei weitere Sondervermögen – für die Bundeswehr und für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds – im Gesamtvolumen von 300 Milliarden Euro hinzugekommen. „Anders als gegenwärtig geschah die Implementierung dieser Sondervermögen völlig reibungslos“, sagt Vornholz. „Sie hatten keinerlei Auswirkungen auf die Renditen von Bundesanleihen oder die Zinssätze von Immobilienfinanzierungen.“ „DIE INFLATION KÖNNTE WIEDER ANGEFACHT WERDEN.“ Joachim Nagel, Präsident Bundesbank 1 JOACHIM NAGEL Der Hüter der finanziellen Stabilität in Deutschland warnt vor einer neue Inflationswelle 1

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