68 · Immobilienwirtschaft · 02 / 2025 Menschen & Märkte Trump-Effekt EZB ihre Geldpolitik erneut straffen könnte. Union und SPD wollen die Schuldenbremse zur Aufrüstung der Bundeswehr reformieren und Sondervermögen über 500 Milliarden Euro verteilt auf zehn Jahre zur Modernisierung der Infrastruktur auflegen, nachdem US-Präsident Donald Trump die Hilfen für die Ukraine gestoppt und einen Verbleib der USA in der NATO in Frage gestellt hatte. Der immense zusätzliche Kapitalbedarf hat Bond-Investoren die Macht gegeben, erfolgreich höhere Renditen am Finanzmarkt zu fordern. Der Anleihezins für zehnjährige Bundesanleihen stieg bis zum 2. April auf 2,73 Prozent. Im vergangenen November hatten diese Papiere zinssenkungen sein. Denn das Zwei-Prozent-Ziel ist noch entfernt. Die Teuerungsrate in der Eurozone zieht wieder an. War sie bis vergangenen September auf 1,7 Prozent gefallen, notierte sie im Februar dieses Jahres bei 2,4 Prozent und im März bei 2,2 Prozent. In Deutschland legte der Preisauftrieb parallel von 1,6 Prozent im September auf ebenfalls 2,2 Prozent im März dieses Jahres zu. Der Anstieg erfolgte versetzt zu den Leitzinssenkungen der EZB. Diese hatte im Juni vergangenen Jahres begonnen, ihre Geldpolitik wieder zu lockern, und den Leitzins von 4,5 Prozent auf nun 2,5 Prozent reduziert. INFLATIONSDRUCK UND ZINSSENKUNGEN: EIN KRITISCHER BLICK AUF DIE EZB-POLITIK „Gründlich bekämpft worden ist die Inflation im Euroraum nicht – die Rate blieb fast durchweg über dem Zielwert von zwei Prozent“, konstatiert Francesco Fedele, CEO des Immobilienfinanzierungsspezialisten BF.direkt AG. „Daher betrachte ich die jüngsten Zinssenkungen der EZB kritisch.“ Immobilieninvestoren müssen sich nicht nur auf steigende Finanzierungskosten einstellen, weil die „DIE EU IST GEGRÜNDET WORDEN, UM DIE USA ÜBER DEN TISCH ZU ZIEHEN.“ Donald Trump, US-Präsident 1
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