54 · Immobilienwirtschaft · 02 / 2025 Regionreport Norddeutschland Immobilienmarkt Bürosegment zu vermeiden. Auch die bevorzugten Klinkerfassaden in Hannover und Braunschweig erhöhen die Baukosten beträchtlich und sind daher zumindest diskutabel.“ FÖRDERBEDINGUNGEN FÜR WOHNUNGSBAU AUSBAUFÄHIG Die strenge Regulatorik im Bürosegment der Städte steht einer Förderung in Klein- und Mittelstädten entgegen, von der Investoren in Nahversorgungsimmobilien profitieren. Andreas Freier, Geschäftsführer der Garbe Retail Real Estate, ist voll des Lobes: „Die niedersächsische Landesregierung und die Kommunen arbeiten aktiv daran, diese ländlichen Strukturen zukunftsfähig zu gestalten – eine Haltung, die unsere Investitionsstrategie unterstützt.“ Gleichwohl gilt diese Förderpolitik nicht für den Bau neuer Wohnungen in überhitzten Märkten. Die landeseigene Investitions- und Förderbank NBank prognostiziert ein – regional gleichwohl ungleich verteiltes – Bevölkerungsplus in Niedersachsen von rund 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis 2030, woraus sich in den wachsenden Kommunen ein Neubaubedarf von 237.000 Wohneinheiten bis 2040 ergibt. Zwar stieß die 2024 reformierte Bauordnung mit ihrem Wegfall der Stellplatzpflicht auf allgemeine Zustimmung, doch die Förderkredite für den Wohnungsbau fallen zu gering aus: „Im Wohnsegment setzen wir ausschließlich auf frei finanzierten Wohnungsbau, insbesondere in den Ballungsräumen Hannover, Göttingen und Braunschweig. Die Förderkonditionen für Mietwohnungsbau sind in Niedersachsen verglichen mit anderen Bundesländern nicht attraktiv genug“, urteilt Getec-Abteilungsleiter Hentis. Unter den neuen Projekten in der Landeshauptstadt findet sich auch ein aus Holzmodulen konstruierter Schulbau. Das Düsseldorfer Unternehmen MOD21 verantwortet die Erweiterung der Herschelschule im Stadtteil Vahrenheide. Bis zum Herbst 2025 sollen im dreigeschossigen Neubau rund 850 Schülerinnen und Schüler sowie 110 Lehrkräfte Platz auf über 5.000 Quadratmeter Fläche finden. „Wir profitieren von einem zunehmenden Nachhaltigkeitsfokus in Ausschreibungen der öffentlichen Hand für Schulen, Kitas oder Studentenheime – Stichwort Kreislaufwirtschaft und alternative Baustoffe“, erklärt MOD21-Vertriebsdirektor Marius Schneider. Die Hannoveraner Bautätigkeit könnte noch weiter angekurbelt werden, wenn die Auflagen reduzierter ausfielen, wie Goldbeck-Manager Albrecht anmerkt: „Vielerorts, auch in Hannover, ist eine rasche Anpassung des B-Plans geboten, um Stranded Assets im 1 3 2
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==