53 · Immobilienwirtschaft · 02 / 2025 Regionreport Norddeutschland Immobilienmarkt bereits umgesetzt“, berichtet Tobias Fruh, Pressesprecher der konzerneigenen Immobilientochter. Der zweitgrößte Wohnungsbestandshalter in Wolfsburg konzentriert sich in der aktuellen Marktphase auf die Bestandssanierung: „Rund 17 bis 20 Millionen Euro investieren wir hierbei jedes Jahr, um bis 2045 Klimaneutralität für unsere Bestände zu erreichen“, so Fruh. Wenn überhaupt Neubau, beschäftigt sich Volkswagen Immobilien derzeit im gewerblichen Immobilienbereich in Niedersachsen mit dem Bau von nachhaltigen Autohäusern – unter anderem auch in Hannover. DIE NIEDERSACHSEN-KAPITALE LEGT ZU Entgegen dem bundesweiten Trend verzeichnete der Büromarkt in Hannover im vergangenen Jahr einen unerwarteten Aufschwung. Um 65 Prozent mehr Quadratmeter wurden im Vergleich zu 2023 vermietet, um ein Drittel wuchs laut JLL die Anzahl der Vertragsabschlüsse. Auch das erste Quartal 2025 trumpfte mit Großabschlüssen auf, wie die zusammen 17.000 Quadratmeter an E.on und die R+V Versicherung. In den kommenden Jahren wird der Büromarkt der Landeshauptstadt mit modernen neuen Projekten gespeist. Hierzu zählen der von Strabag geplante H3ö Campus im Stadtteil Groß-Buchholz mit knapp 22.000 Quadratmeter Mietfläche, der neue von KSP Engel konzipierte Büroturm Urban.Q mit der Hannoveraner Meravis als Bauherrn sowie der Neubau der Medizinischen Hochschule mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Das größte Unternehmen Deutschlands ist in Niedersachsen beheimatet – und taumelt aktuell durch eine der schwersten Krisen der Konzerngeschichte. Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen bis 2030, Gewinneinbruch von mehr als 30 Prozent, Gehaltsverzicht der Vorstände von elf Prozent: Auf den ersten Blick müsste die angespannte Lage von VW über kurz oder lang Auswirkungen auf die niedersächsische Gesamtwirtschaft haben. Doch im Norden der Republik bleibt man gelassen: „Von der angeblichen Krise des Automobilsektors lässt sich in Niedersachsen aktuell nichts spüren. VW hat zuletzt doch noch Prämien ausgezahlt“, bemerkt Hanno Hentis, Leiter Projektentwicklung bei Getec Immobilien in Hannover. Genauso sieht es Hilmar Albrecht, Niederlassungsleiter von Goldbeck in der Landeshauptstadt Niedersachsens: „VW wird auch in den kommenden Jahren seine Strahlkraft entfalten. Niedersachsen ist ohne VW einfach nicht denkbar.“ Der Baumanager verweist auf den Bau der VW-Batteriefabrik in Salzgitter, die dieses Jahr an den Start gehen soll. Zudem setzt Goldbeck mit einem 8.000 Quadratmeter Mietfläche umfassenden Büroneubau auf den Standort Wolfsburg. Am VW-Konzernsitz laufen nicht nur die Planungen für die innerstädtische BrawoCity mit vier neuen Bürotürmen weiter, sondern auch die Arbeiten am neuen Stadtteil Steimker Gärten. Maßgeblicher Akteur beim Großprojekt mit rund 1.800 geplanten Wohnungen ist Volkswagen Immobilien. „In den Steimker Gärten haben wir das eigene Neubauvolumen mit der Errichtung der geplanten 240 Einheiten NORDDEUTSCHE LEUCHTTÜRME Trotz Negativzyklus der Immobilienwirtschaft und dunkler Wolken für die Automobilbranche schreiten die GROSSPROJEKTE in Niedersachsen und der Hamburger Umgebung voran. Zu den beliebtesten Investmentprodukten zählen Wohnen und Logistik. Und der Hannoveraner Büromarkt trumpft mit außergewöhnlich guten Zahlen auf. TEXT Dr. Ulrich Nagel
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