Immobilienwirtschaft 6/2024

88 · Immobilienwirtschaft · 06 / 2024 Nachhaltigkeit & Technologie Geothermie Professor Giel, Geothermie wird als Energielieferant zunehmend für das Heizen und Kühlen von Gebäuden eingesetzt. Welche Vorteile sehen Sie bei der Geothermie im Vergleich zu allen anderen Lösungen? Fest steht, dass wir dauerhaft ein System bereitstellen müssen, mit dem wir Gebäude heizen und zunehmend auch mehr kühlen können. Dafür wird ein Energieträger benötigt, der die heutige Nutzung fossiler Energien ersetzt. Die technischen Lösungen gibt es bereits seit zwei Jahrzehnten, und es wurden seinerzeit auch Projekte umgesetzt, aber das billige Gas aus Russland hat sich am Ende wirtschaftlich durchgesetzt. Die Geothermie ist bei der Betrachtung aller derzeitigen Lösungen, die technisch ausgereift sind, die einfachste und schnellste Antwort auf die Frage nach einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung. In Kombination mit der Wärmepumpentechnik ist die oberflächennahe Geothermie der Ansatz, der konsequent zu Ende gedacht werden muss. Denn: Die Frage des Energieträgers ist viel wesentlicher als die Frage, wie es gelingen kann, durch Maßnahmen beispielsweise der Dämmung die Energieeffizienz noch weiter zu erhöhen. Was sind die Nachteile beim Einsatz der Geothermie? Für Eigentümer von Bestandsimmobilien und Investoren sind es definitiv nicht die technischen Aspekte, sondern vielmehr die aktuellen genehmigungsrechtlichen Hürden, die aufgrund der vielen unterschiedlichen Herangehensweisen der zuständigen Behörden In seiner Professur für nachhaltige Gebäudeenergiesysteme beschäftigt sich der 58-Jährige unter anderem mit der TRANSFORMATION von Gebäuden zu CO2-freien Immobilien. I N T E R V I E W THOMAS GIEL ist Professor im Fachbereich Technik, Fachrichtung Bau und Umwelt, an der Hochschule in Mainz. GENEHMIGUNG: ZU VIELE HÜRDEN TEXT Holger Hartwig

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