Immobilienwirtschaft 6/2024

Kaleidoskop Meldungen 8 · Immobilienwirtschaft · 06 / 2024 NEUE TRENDS RUND UM DIE WELT Die Europäische Kommission hat erstmals einen Kommissar für Wohnen berufen. Designiert für das Amt ist der dänische Sozialdemokrat Dan Jørgensen. Gleichzeitig wird er das Energieressort in der Kommission übernehmen und damit zwei für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zentrale und eng miteinander verflochtene Themenfelder bearbeiten. Dabei kann er für die Energie- und Klimaschutzpolitik auf Erfahrungen als ehemaliger Minister für Klima, Energie und Versorgung zurückgreifen. Die neue Rolle als Kommissar für Wohnen und Energie umfasst wichtige Aufgaben, darunter die Entwicklung eines Plans für bezahlbaren Wohnraum in der EU, die Förderung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien sowie die finanzielle Unterstützung des Baus von Sozialwohnungen. Die Verantwortung reicht von Investitionen über Bauwesen bis hin zu Regelungen für kurzfristige Vermietungen. Jørgensens Mission basiert auf den von Präsidentin von der Leyen festgelegten „Mission Letters“, die Ziele wie Klimaneutralität bis 2050, die Reduzierung der Bürokratie und die Förderung Dan Jørgensen Erster EU-Kommissar für Wohnen und Energie tritt an TEXT Dr. René Peter Hohmann, Leiter des EUBüros in Brüssel des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. EU-Energie- und Gebäuderichtlinien maßgeblich beeinflussen, mit einem Schwerpunkt auf den sozialen und wirtschaftlichen Aspekten der Energiewende. Für die Branche bleibt zu hoffen, dass durch die Verbindung von Energie und Wohnen die aus Brüssel kommenden Hürden bzw. Zielkonflikte für bezahlbaren Wohnraum abgebaut werden: Dies betrifft insbesondere die Überbetonung energetischer Effizienzstandards in der EU-Gebäuderichtlinie, die Neubau wie auch die Bestandssanierung enorm verteuern. Darüber hinaus muss auch das EU-Beihilferecht angepasst werden, um die Förderung zu erleichtern. Politiken für Wohnen und Klimaschutz müssen wieder im Einklang stehen mit dem wirtschaftlich Tragfähigen und sozial Verträglichen. einer evidenzbasierten Politik beinhalten. Der Schwerpunkt seiner Arbeit wird dabei auf dem Energiebereich liegen, darunter Initiativen zur Vollendung der Energieunion, zur Senkung der Energiepreise, für saubere Energie und zum Ausbau der Netzinfrastruktur. Unter den zentralen wohnungspolitischen Aufgaben für Jørgensen sind die Entwicklung einer europäischen Wohnungsstrategie als Teil des Plans für bezahlbaren Wohnraum, die Schaffung einer Investitionsplattform für nachhaltigen Wohnraum und die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verdopplung der Investitionen in erschwingliches Wohnen. Auch staatliche Beihilfen sollen auf EU-Ebene reformiert werden, um die Förderung energieeffizienter und sozialer Wohnprojekte zu erleichtern. Der für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft besonders relevante Energieaspekt seiner Arbeit umfasst Pläne zur Dekarbonisierung, die Förderung erneuerbarer Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz in Wohngebäuden. Unterstützt durch die Generaldirektion Energie und eine Task Force für Wohnungswesen wird Jørgensen die Umsetzung der

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