76 · Immobilienwirtschaft · 06 / 2024 Verwaltung & Vermarktung Maklermärkte im Wandel für die Kunden.“ Wer dann noch Interesse bekundet, könne entsprechend intensiv weiter betreut werden. Wolf-Christian Wittke, Inhaber von Wittke & Lorenzen KG in Lübeck, freut sich über die langsam wieder ansteigende Angebotslage. Was die neue Immobilie können muss? Laut Wittke steht eine gute Energiebilanz inzwischen sicher ganz vorne, gefolgt von Lage und Lage. Generell laufe alles zurzeit im Modus „business as usual“. Was aus Käufer- und auch aus Maklersicht gerne genutzt werde, sei die virtuelle Vorabbesichtigung im 3D-Modus am heimischen PC. Letztlich könne der potenzielle Käufer damit schon seine Vorauswahl treffen – am Ende spare es Zeit (und Geld) für beide Seiten ein, so Wittke weiter. Für den Hamburger Immobilienberater Hartwig Stelter sind und bleiben die Argumente Vertrauen und verlässlich vorhandene Netzwerke die wichtigsten Eckpfeiler für Makler. Damit müsse man sich als Immobilienprofi „verkaufen“. Außerdem sei zukünftig die Methode „Highlander“ – sprich: es kann nur einen geben – nicht zuträglich. Vielmehr müsste wie in anderen Ländern das Thema Gemeinschaftsgeschäfte intensiviert werden. Dipl.-Ing. Andreas Heyder, Geschäftsführer der Hausverwaltung von Dr. Tasler & Partner aus Rostock, weiß um das schwierige Ringen um potente Käufer. Trotz allem drehe sich was, Objekte bis maximal 700.000 Euro seien noch an den Mann oder die Frau zu bringen, darüber hinaus werde die Luft dünn. Der Bungalow mit 180 Quadratmeter Wohnfläche, noch dazu mit alter Heizung und Dämmung, liege aktuell „wie Blei in den Regalen“. Da hälfen auch kein Netzwerk und erstklassige Expertise weiter. AUCH FRAGE DER RECHTLICHEN HAFTUNG Für Jan Mettenbrink, Geschäftsführer maison immobilien aus Buchholz bei Hamburg, reguliert sich nach dem Ende der alten Zeit mit Zinsen von bis zu null Prozent der Markt aktuell wieder mit leichten Preiszuwächsen; allerdings vor dem Hintergrund, dass die Kaufpreise zuletzt in Teilen bis zu 20 Prozent und mehr eingebrochen seien. In der Folge seien in seiner Region im Speckgürtel Hamburgs die Preise bis maximal 500.000 Euro noch einigermaßen gut zu vermakeln, darüber werde – auch durch Vorgaben der Finanzierungsinstitute – die Luft für die meisten sehr dünn. „Makler mit hoher Expertise sind gefragter denn je“, so Prof. Marco Wölfle vom Center für Real Estate Studies an der Steinbeis-Hochschule in Freiburg. Der Kunde frage heutzutage einmal mehr nach dem Energieausweis, also gelte es, hier kluge Antworten parat zu haben. Man müsse sich mehr in Fragen zur Energetik hineinarbeiten, ohne selbst zum Energieberater zu werden. Letzteres ist nämlich laut Wölfle auch eine Frage der rechtlichen Haftung. Wahr sei einerseits, dass man als Makler mehr aus der Komfortzone herausmüsse, andererseits bedeute ANIKA SCHOENFELDTSCHULZ Vorsitzende des IVD- Nord aus Hamburg „Spätestens beim Bewohnerwechsel kommt der energetischen Sanierung eine besondere Bedeutung zu. Für Immobilienmakler, die oft in diesen Prozess eingebunden sind, ist ein Grundwissen über bautechnische Standards deshalb unbedingt empfehlenswert.“ JAN METTENBRINK Geschäftsführer maison immobilien Buchholz „Aktuell reguliert sich der Markt wieder mit leichten Preiszuwächsen. Allerdings vor dem Hintergrund, dass die Kaufpreise zuletzt in Teilen bis zu 20 Prozent und mehr eingebrochen sind.“ WOLF-CHRISTIAN WITTKE Inhaber von Wittke & Lorenzen KG in Lübeck „Ich freue mich über die langsam wieder ansteigende Angebotslage. Was die neue Immobilie können muss? Inzwischen steht eine gute Energiebilanz sicher ganz vorne, natürlich gefolgt von Lage und Lage.“
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