45 · Immobilienwirtschaft · 06 / 2024 33 Lediglich ein Drittel (33%) aller Unternehmen in der Baubranche erachtet Weiterbildung als sehr wichtig, so die TÜV Weiterbildungsstudie 2024. Schwerpunkt Fachkräftemangel Die Automobil- und Pharmaindustrie sind aktuell die beliebtesten Branchen in Deutschland. Dahinter folgen mit etwas Abstand weitere Wirtschaftszweige, darunter die Bau- und Immobilienwirtschaft, in der ich arbeite. Verschiedene aktuelle Studien wie etwa der „Randstad Employer Brand Länderreport 2024“ zeigen jedoch, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer häufiger offen für einen Branchenwechsel sind. GEHALT UND MEHR Die gute Nachricht dabei ist: Immobilienunternehmen, die Quereinsteiger einstellen, können davon profitieren und so gegen den Fachkräftemangel ankämpfen. Die schlechte Nachricht ist: Man verliert sein eigenes Personal womöglich auch leichter an andere Branchen. Entsprechend setzen viele Arbeitgeber gezielter auf Anziehungs- und Bindungsfaktoren als früher. Dabei geht es längst nicht mehr nur um ein attraktives Gehalt, sondern darüber hinaus um unterschiedliche Zusatzleistungen. Beides zusammen – Gehalt und Zusatzleistungen – sind für Arbeitnehmer gemäß dem Randstad-Report aktuell das wichtigste Kriterium für die Berufswahl. GESUNDHEIT ZIEHT Auffällig ist: Zusatzleistungen beinhalten immer häufiger auch gesundheitsbezogene Benefits. mobilienwirtschaft, die traditionell stark fragmentiert ist und nur wenige Großunternehmen aufweist, dürften Sportangebote also seltener sein. Wir bei der GSG Berlin haben ein entsprechendes Angebot für unsere rund 100 Mitarbeitenden – unabhängig davon, dass solche Angebote sinnvoll sind, erlauben sie uns somit, dass wir uns abheben. ZUSATZLEISTUNGEN: BEISPIEL VERSICHERUNGSZUSCHUSS Zudem setzen mittlerweile einige Unternehmen aus verschiedenen Branchen in ihrem betrieblichen Zusatzangebot gezielt dort an, wo die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen enden. Wir beispielsweise bieten allen Angestellten eine betriebliche Krankenversicherung, die insgesamt Zuschüsse in Höhe von 300 Euro jährlich zahlt. Die Verwendung des Zuschusses bleibt jedem selbst überlassen, ob Hautkrebsvorsorge oder augenärztliche Leistungen, die bekanntlich nur teilweise von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Oder professionelle Zahnreinigung und -prophylaxe, die von den meisten gesetzlichen Krankenkassen seit etlichen Jahren schon nicht mehr übernommen werden. MENTAL HEALTH Ein weiteres Feld, mit dem sich Unternehmen sinnvoll abheben können, ist die mentale Gesundheit. Zum Beispiel mit einer unabhängigen und anonymen psychologischen Beratung, wie bei uns. Diese kann für berufliche und bewusst auch für private Sachverhalte genutzt werden. Die Termine finden ein bis zwei Wochen nach der ersten Kontaktaufnahme statt. Jeder, der schon mal auf konventionellem Wege um Termine zur psychologischen Beratung gebeten hat, weiß, dass man da normalerweise nicht Diese haben vor allem in der Immobilienwirtschaft einen enormen Effekt: 89 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich dadurch wertgeschätzt. Keine andere Branche kommt auf einen höheren Wert. Zum Vergleich: In der eingangs genannten Pharmaindustrie sind es 81 Prozent. Noch größer ist der Effekt gesundheitsbezogener Zusatzleistungen auf die Bindung an das Unternehmen: In der Immobilienwirtschaft wird mit 56 Prozent erneut der höchste Wert erzielt, während die Pharmaindustrie lediglich auf 38 Prozent kommt (laut „BGM-Branchenvergleich 2022“ von machfit). UNTERSCHIEDLICHE AUSGANGSSITUATIONEN Allerdings kommt es natürlich nicht nur auf die Branche, sondern immer auch auf die individuelle Ausgangssituation im Unternehmen und den Reifegrad im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) an. So wird gemäß dem „Kurzbericht 22/2024“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit dem BGM häufig ein Sportkursangebot assoziiert, das vom Unternehmen bezahlt oder organisiert wird. Tatsächlich sind es dem IW zufolge aber eher die größeren Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden, bei denen Sportkursangebote wirklich weit verbreitet sind – der Anteil beträgt dort mehr als 70 Prozent. Der Schnitt über alle Größenklassen liegt bei 45 Prozent. In der ImIn Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen attraktive Angebote zur Mitarbeiterbindung an Bedeutung. Besonders in der Immobilienbranche, die mit der Talentakquise und -entwicklung schwer ringt, sind GEZIELTE MASSNAHMEN unerlässlich. Katharina Reinhard, Personalchefin der GSG Berlin, skizziert ihre Ideen zur Förderung von Loyalität und Motivation.
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