37 · Immobilienwirtschaft · 06 / 2024 die Branche eigentlich nicht, denn die inneren Werte sprechen für sich; nur dringt das selten nach außen. Höppners Empfehlung: Bereits während der Berufsausbildung oder dem Studium im Immobilienbereich sollte verstärkt das Thema IT in die Lehrinhalte integriert werden und gleichzeitig unternehmensintern Weiterbildungsmöglichkeiten in dem Bereich angeboten werden, um attraktive Karriereaussichten zu schaffen. Das sei auch bei Bewerbenden häufig ein entscheidenSTÄRKEN (STRENGTHS) 1 Starker Wachstumsmarkt: Die Immobilienbranche wächst kontinuierlich und bietet IT-Fachkräften langfristige Sicherheit und Stabilität. 2 Digitalisierung und Technologietrends: PropTech, Smart Buildings und IoT-Technologien schaffen innovative Arbeitsfelder. 3 Attraktive Arbeitsmodelle: flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Angebote auf dem Vormarsch 4 Interdisziplinäre Zusammenarbeit bringt vielfältigen Arbeitsalltag: IT-Fachkräfte haben in der Immobilienbranche die Möglichkeit, mit anderen Fachbereichen wie Architektur, Facility Management und Ingenieurwesen zu interagieren, das macht es spannend. 5 Nachhaltigkeit: Viele Immobilienunternehmen setzen stark auf nachhaltige Lösungen, was für ITExpertinnen und -Experten, die an „grünen“ Technologien interessiert sind, attraktiv sein kann. SWOT-Analyse* IT-Fachkräftegewinnung: Das macht die Immobilienbranche aus SCHWÄCHEN (WEAKNESSES) 1 Mangelnde Branchenbekanntheit: Die Immobilienbranche wird oft nicht als Technologietreiber wahrgenommen. 2 Veraltete IT-Infrastruktur: Viele Immobilienunternehmen arbeiten noch mit veralteten IT-Systemen, was junge und innovative Fachkräfte abschreckt. 3 Fehlende Karriereperspektiven in der IT: Die Immobilienbranche wird als weniger dynamisch im Vergleich zu reinen Technologieunternehmen, wie Google, Microsoft und Co. gesehen. 4 Geringere Gehälter: Im Vergleich zu Tech-Unternehmen bieten Immobilienunternehmen oft weniger wettbewerbsfähige Gehälter. CHANCEN (OPPORTUNITIES) 1 Wachsender PropTech-Sektor: Die Immobilienbranche integriert zunehmend PropTech-Unternehmen, das schafft spannende Möglichkeiten. 2 Digitalisierung der Verwaltung: Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Mietverwaltung, Vertragsprozesse und Gebäudeüberwachung werden neue, große Arbeitsfelder geschaffen. 3 IoT und Smart-Building-Technologien: Smart Homes und intelligente Gebäude bieten interessante Entwicklungsmöglichkeiten für IT-Spezialisten, die an der Schnittstelle zwischen IT und Gebäudeautomation arbeiten wollen. 4 Förderung von Diversität und Inklusion: Die gezielte Ansprache und Förderung von Frauen, Senioren oder Menschen mit Beeinträchtigungen, die gute ITKenntnisse mitbringen, könnten durch entsprechend gestaltete Rahmenbedingungen helfen, einen größeren Talentpool zu erschließen. RISIKEN (THREATS) 1 Hoher Wettbewerb um IT-Fachkräfte: Die Konkurrenz bietet oft höhere Gehälter und attraktivere technische Herausforderungen. 2 Fehlende Innovationskultur: Dies könnte dazu führen, dass IT-Fachkräfte wenig Entwicklungsspielraum sehen. 3 Von schnelllebigen Technologieentwicklungen abgehängt werden: Schaffen Unternehmen die rasante Entwicklung neuer Technologien und die Notwendigkeit, bestehende Systeme regelmäßig zu aktualisieren, nicht, könnte dies die Unattraktivität noch erhöhen. Personalberatungsunternehmens RecToCon auf den Punkt. Das sei unbegründet. „Ich sehe großes Potenzial in der sinnhaften Tätigkeit, die die Branche bietet, insbesondere durch die Reduktion fossiler Energien und die damit verbundenen Einsparungen für Mieter.“ Für viele Bewerber ist das Thema „Sinnhaftigkeit“ tatsächlich ein zunehmend wichtiges Argument für oder gegen eine Stelle (siehe auch Interview). Doch das allein ist es nicht. „Auch aus Arbeitgebersicht ist es schwierig, Fachkräfte zu finden, die sowohl IT-Wissen als auch Immobilienkenntnisse besitzen“, zeigt Höppner die andere Seite der Medaille auf. DIE IMMOBILIENBRANCHE HAT EIN IMAGE-PROBLEM Was also tun? Wie wird eine Branche sexy? Die Ergebnisse aus den Studien verdeutlichen: Ein proaktiver, mehrdimensionaler Ansatz ist notwendig, um dem IT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Viel Make-over und Tand braucht * Eine SWOT-Analyse hilft dabei, die Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Risks) eines bestimmten Themas zu identifizieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.
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