21 · Immobilienwirtschaft · 06 / 2024 Als Immobilienmanagerin aus der Generation Z ist mir der Einsatz digitaler Technologie in allen Bereichen selbstverständlich. Doch wie viel davon ist sinnvoll und vor allem: für wen? Obwohl die neuen technischen Möglichkeiten viele Erleichterungen bieten, sehe ich in meinem Arbeitsalltag auch zahlreiche Herausforderungen. Ein aktuelles Beispiel ist die Eigentümerversammlung. Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass diese zukünftig auch vollständig online stattfinden kann. Das ermöglicht es Eigentümerinnen und Eigentümern, von überall teilzunehmen, und vereinfacht den Zugang zu Dokumenten und Abstimmungen. Gerade für Berufstätige oder Eigentümer, die weit entfernt wohnen, ist das eine Erleichterung. Doch in einem virtuellen Meeting fehlen oft wichtige Aspekte der persönlichen Interaktion. In Präsenzveranstaltungen kann ich schnell erkennen, wer den Raum verlassen hat, die Stimmung im Raum besser einschätzen und auf Emotionen direkter reagieren. Nonverbale Signale sind im digitalen Format schwerer zu erfassen, was die Moderation und das Verständnis für die Anliegen der Eigentümer erschwert. Ein weiteres Beispiel sind Verwaltungsapps, die zunehmend in der Immobilienverwaltung zum Einsatz kommen. Die ermöglichen es Eigentümern und Mietern, Informationen hochzuladen, Anfragen zu stellen oder Reparaturen zu melden. Das verbessert die Transparenz und den Informationsfluss. Doch technisch weniger versierte Nutzer fühlen sich oft überfordert. Diese digitalen Hilfsmittel müssen nicht nur technisch einwandfrei, sondern auch benutzerfreundlich und intuitiv sein, damit sie von allen problemlos genutzt werden können. Diese Beispiele zeigen, dass die Digitalisierung in der Immobilienbranche eine Gratwanderung ist. Einerseits bringt sie enorme Vorteile: effizientere Prozesse, bessere Erreichbarkeit und mehr Flexibilität. Andererseits haben unsere Kunden unterschiedliche Bedürfnisse und technische Fähigkeiten. Während für jüngere, digital-affine Kunden Apps und Online-Dienste selbstverständlich sind, schätzen ältere Generationen häufig den direkten persönlichen Kontakt. DIGITALISIERUNG: EINE GRATWANDERUNG LARA LYZNIAK ist Immobilienmanagerin bei der WEG/SEV, BEB+ Immobilien GmbH Aroundtown ruft innovative Start-ups dazu auf, sich für das eigene PropTech-Accelerator-Programm ATechX zu bewerben. ATechX identifiziert und unterstützt disruptive Technologien, die zentrale Herausforderungen wie digitale Transformation, Nachhaltigkeit und operative Effizienz im Immobiliensektor bewältigen. Das Programm bietet den auserwählten Start-ups ATechX Zugang zu Mentoring, realen Testumgebungen und Kapitalpartnerschaften mit führenden Venture-Capital-Unternehmen wie Fifth Wall und noa. Bislang wurden etwa 200 Bewerbungen eingereicht, sechs Startups wurden für die erste Kohorte bereits ausgewählt. Sie entwickeln Lösungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Internet der Dinge (IoT) und Nachhaltigkeit. Weitere sollen folgen. AROUNDTOWN GREIFT START-UPS UNTER DIE ARME 1.100 Laut PropTech Map Germany 2024 von Blackprint sind derzeit über 1.100 PropTechs im Immobilienmarkt unterwegs. Ein leichter Rückgang im Vergleich zur letzten Ausgabe vor etwa sechs Monaten.
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