16 · Immobilienwirtschaft · 06 / 2024 ert der Lobbyist. Stattdessen gehe es darum, ohnehin vorhandene Industriebrachen zu nutzen. „Anders als viele denken, ist der Green Belt längst nicht überall grün“, sagt Berry. Ob alte Tankstellen, leerstehende Fabriken oder verlassene Krankenhäuser: Es gebe genügend Flächen, die ohnehin versiegelt seien. Die Labour-Regierung hat sich für solche Gebiete sogar einen eigenen Begriff ausgedacht: „Grey Belt“, den so genannten Graugürtel. Ob diese Brachflächen aber wirklich vorrangig genutzt werden, ist fraglich. Zum einen gibt es keine klare Definition, was genau als Grey Belt zählt. Zum anderen entstehen oft deutlich höhere Kosten, wenn bereits bebaute, womöglich kontaminierte Flächen erst noch abgerissen oder saniert werden müssen. Gibt es ein Beispiel, wo genau das schon geschieht? „Mir fällt gerade keines ein“, gesteht Bau-Lobbyist Brian Berry. „Aber das heißt ja nicht, dass es das nicht gibt.“ VORSTADT STATT GOLFPLATZ Der Golfplatz südlich von London könnte – mit gutem Willen – ebenfalls dem Grey Belt zugeordnet werden. Zwar ist der Rasen grün statt grau. Doch das 144 Hektar große Areal wurde in den 1990er Jahren mithilfe von Londoner Bauschutt errichtet. Wo heute noch Golfbälle durch die Gegend fliegen, „DAS SCHLIMMSTE IST, DASS MAN WERTVOLLES LAND OHNE VERNÜNFTIGEN GRUND ZERSTÖRT. NORMALE LEUTE WERDEN SICH DIESE LUXUSWOHNUNGEN SOWIESO NICHT LEISTEN KÖNNEN.“ Vince Robson, Pensionär und Gemeinderat 1 2
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