Die Wohnungswirtschaft Leseprobe

08 BAUEN UND TECHNIK DW Die Wohnungswirtschaft 32 BAUEN UND TECHNIK DW 05/2025 und eine moderne Dateninfrastruktur (Vodafone GK 4.0) erlauben der Hausverwaltung jederzeit einen kompletten Überblick über das Gebäude. Auch die Kennzahlen zum Energiebedarf zeigen den Erfolg: Mit einem Endenergiebedarf von lediglich 31 kWh/m²a, einem Primärenergiebedarf von 56 kWh/ m²a und CO2-Emissionen von 17 kg/m²a ist das rund 60 Jahre alte Gebäude fit für das 21. Jahrhundert. Kellerersatzräume für jede Wohnung und die Heizzentrale wurden neben dem Gebäude neu gebaut. Altersgerechtes Wohnen in der Stadtmitte Alle Wohnungen sind barrierearm mit ausreichenden Türbreiten sowie bodenebenen Duschen. Den barrierefreien Zugang auch mit Rollatoren und Rollstühlen stellen Rampen im Außenbereich sicher sowie ein neuer Aufzug mit erweiterter Grundfläche. Die Farbgebung vieler Elemente – wie farbige Handläufe oder Wandflächen in den Fluren und Treppenhäusern – setzt optische Akzente und dient der besseren Orientierung der Bewohnerinnen und Bewohner. Ein wichtiges Plus ist die direkte Verfügbarkeit von Pflegedienstleistungen sowie der Tagespflege und der Seniorenwohngruppe im Haus. Dies kommt der Bewohnerschaft entgegen, deren Altersdurchschnitt entsprechend bei aktuell 78,5 Jahren liegt. „Wir haben das Seniorenwohnen ganz bewusst vom Stadtrand wieder zurück in die Stadtmitte geholt. Damit stärken wir die Attraktivität der Wohnungen und geben unseren Mieterinnen und Mietern die Grundvoraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe“, sagt Frank Richter. Die vollständige Vermietung des Gebäudes gibt dem Konzept Recht. Und das, trotz der für Sömmerda gehobenen monatlichen Nettokaltmiete von 12 €/m². Diese wird teilweise kompensiert durch die warmen Betriebskosten von monatlich 2,80 €/m² und den zur Verfügung gestellten Solarstrom. zentrale Treppenhaus zeigt den Charme der 1960er Jahre, das bauzeitliche Geländer erhielt lediglich einen neuen farbigen Handlauf und die ursprünglichen Terrazzoböden sind auch heute noch gut nutzbar. Im Rahmen eines vom Land Thüringen geförderten Pilotprojektes erhielten alle Wohnungen ein Balkonkraftwerk aus zwei Solarmodulen (siehe hierzu DW 2/2025, Seite 44-46). Diese sind im 45-Grad-Winkel unter den vorgestellten Stahl-Balkonen montiert. Sie erzeugen nicht nur Sonnenstrom, sondern auch Schatten und tragen durch die – ebenfalls per „Heizdecke“ erfolgende – Kühlfunktion zur Klimaanpassung des Gebäudes bei. Ein batterieloses elektronisches Schließsystem Im alten Treppenhaus blieben die Terrazzoböden und Geländer erhalten. Der neue farbige Handlauf setzt Akzente und gibt Orientierung Der Eingangsbereich wurde barrierefrei gestaltet, der Luftraum auf zwei Geschosse erweitert Nicht nur den Klimaschutz im Blick: Die Sozialstation und die betreute Wohngruppe stellen ein attraktives Serviceangebot für Ältere dar Fotos: Wobag Sömmerda/Marco Dierbach

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==