BAUEN UND TECHNIK 27 51 zudem eine 5 cm dicke Dämmung. Optimiert wird auch die Heizungsanlage ab Übergabepunkt der Fernwärmeleitung. Durch die Kombination dieser Maßnahmen hofft Rieger, den bisher hohen Heizbedarf halbieren zu können. Im Bereich der Anlagentechnik erneuert die Degewo zudem die Heizungs-, Sanitär-, Elektro- und Lüftungsleitungen; auch die Bäder erhalten eine Frischzellenkur. Kampf dem Asbest In der Öffentlichkeit am meisten Beachtung findet jedoch die Schadstoffbeseitigung. Dabei geht es – angesichts der Entstehungszeit der Autobahnüberbauung wenig überraschend – vorrangig um Asbest, der nicht nur in den Fassadenplatten verbaut ist, sondern auch in Fußbodenbelägen, Dämmung und Spachtelmassen. In den Wohnungen entfernen Handwerker die asbesthaltigen Floor-Flex-Fußbodenplatten und ersetzen sie durch einen Linoleumbelag. Der Putz wird auf asbesthaltige Spachtelmassen kontrolliert und, wo nötig, ersetzt. Die Asbestbeseitigung ist allerdings nicht die einzige Herausforderung, vor der die Degewo bei dem Mammutprojekt steht. Schon die Baustellenlogistik an der vielbefahrenen Wiesbadener Straße ist eine knifflige Angelegenheit. Anspruchsvoll ist es zudem, den Mieterinnen und Mietern während der Bauzeit eine Ausweichwohnung anzubieten. Dass die Degewo einem großen Teil der Bewohner des ersten Bauabschnitts eine Alternative innerhalb der Autobahnüberbauung zur Verfügung stellen konnte, war nur möglich, weil sie Wohnungen zuletzt nur noch befristet vermietet hatte. Geplant ist, dass die Mieter nach Abschluss der Bauarbeiten, wenn gewünscht, in die Schlange zurückkehren können. Sanierungsbeirat gegründet Am schwierigsten aber dürfte es sein, die Mieterinnen und Mieter auf dem anstrengenden Weg der Sanierung mitzunehmen. Gut die Hälfte der Bewohner (51,8 %) ist älter als 55 Jahre, und ziemlich genau ein Drittel hat einen Migrationshintergrund oder eine ausländische Staatsbürgerschaft. Bei 1.329 der gut 1.500 Degewo-Wohnungen handelt es sich um öffentlich geförderte Wohnungen. Nicht betroffen von den Sanierungsplänen sind 218 Einheiten in der Randbebauung, die zu einer Wohnungseigentümergemeinschaft gehören. Schon 2020 begann die Degewo mit der Information der Mieterinnen und Mieter. 2023 und 2024 fanden zwei Informationsveranstaltungen vor Ort statt, und für häufig gestellte Fragen richtete das Unternehmen einen eigenen Bereich auf seiner Website ein. Im April 2022 gründete sich zudem ein Sanierungsbeirat mit 24 Mitgliedern, der bisher sieben Sitzungen abgehalten hat. Besonders wichtig sind darüber hinaus die Ansprechpartner vor Ort: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Degewo-Tochtergesellschaft Sophia Berlin GmbH beraten die Mieter und leisten Hilfe beim Umzug in die Ausweichwohnung. Bis zu 46 m hoch ist der Koloss über der Autobahn im Berliner Stadtteil Wilmersdorf
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