Die Wohnungswirtschaft Leseprobe

24 BAUEN UND TECHNIK DW Die Wohnungswirtschaft BAUEN UND TECHNIK DW 09/2025 augenscheinlich auf einem guten Energiestandard. Der jährliche Gasverbrauch belief sich vor der Maßnahme (witterungsbereinigt) auf 58.685 kWh, was Energiekosten von rund 6.455 € entsprach. Insbesondere beim Warmwassermanagement und bei der Optimierung der Vorlauftemperatur des Heizsystems konnten mithilfe des nicht-invasiven IoT-Systems von Sensaru dennoch eine Optimierung, insbesondere bei der Warmwasserbereitung und bei der Vorlauftemperatur der Heizung, erreicht werden. Die Warmwasserbereitung wurde an den tatsächlichen Nutzerbedarf angepasst. Zuvor wurde nachts zu viel Warmwasser vorgehalten, was zu hohen Speicherverlusten führte. Aus der Anpassung resultierte eine Einsparung von 9,1 % des Gesamtenergieverbrauchs. Durch die kontinuierliche Analyse des Heizverhaltens konnte die durchschnittliche Vorlauftemperatur um 3,2 °C gesenkt werden – ohne Komfortverlust für die Bewohner. Diese Maßnahme führte zu weiteren 11,6 % Energieeinsparung. Die Kombination beider Maßnahmen reduzierte den witterungsbereinigten Gasverbrauch um 12.141 kWh, was einer Gesamtersparnis von 1.334 € jährlich entspricht. Der neue Energieverbrauch liegt bei 46.544 kWh beFoto: Metr; Kugu; BWB Die Analysesoftware hilft auch bei der Einstellung und Fehlersuche im Heizungskeller vor Ort und spart so manche Fahrt der Servicetechniker ziehungsweise 96 kWh/m² (zuvor: 121 kWh/m²). Die Amortisationszeit der Maßnahmen beträgt lediglich 1,4 Jahre. Die Gebäudeenergieklasse verbesserte sich von D auf C, was auf die Dekarbonisierung des Gebäudebestands einzahlt. Im Gegensatz zu anderen Anbietern können die funkbasierten Sensoren und Gateways von Sensaru – die unter anderem auch mit der GWW Wiesbaden, der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt, der Wohnungsgesellschaft Sömmerda oder der Genossenschaft Fluwog Nordmark zusammenarbeitet – auch in Eigenleistung eingebaut werden, eine Erweiterung und Skalierung der Lösung ist wie bei anderen Anbietern möglich. Lösung im Unternehmensverbund Auch die Berliner Gewobag-Aktiengesellschaft, mit rund 75.000 Wohnungen eines der größten Immobilienunternehmen der Hauptstadt, setzt zur Erreichung ihrer Klimaziele auf die Digitalisierung ihrer Heizungskeller. Partner ist das Start-up Kugu Home GmbH, an dem die Gewobag-Tochter Gewobag ID seit 2022 Anteile hält. Für die Heizperiode 2024/25 wurden zehn Gebäude mit der Technologie ausgestattet. „Wir konnten die 12 % Einspargarantie von Kugu in allen Objekten erreichen und teilweise auch deutlich übertreffen“, erklärt Dominik Unger, Prokurist und Leiter Technischer Service der Gewobag ED. Nach Angaben des Unternehmens wurden in den zehn mit der Kugu-Steuerbox ausgestatteten Objekten zwischen Oktober 2024 und März 2025 rund 260.000 kWh Energie, über 50 t CO₂ sowie mehr als 18.000 € an Energiekosten eingespart. Im Zentrum des Kugu-Systems steht ein virtueller Gebäudezwilling, der kontinuierlich mit Echtzeitdaten wie Wetterinformationen und Verbrauchswerten gefüttert wird. Daraus errechnet die Plattform laufend individuell und dynamisch die optimale Heizstrategie für jedes Gebäude. Die Ergebnisse haben die Beteiligten überzeugt: ein Rollout auf 250 Anlagen ist geplant. Die Daten hinter dem Ofen vorholen Die Beamten-Wohnungsbau-Genossenschaft Düsseldorf eG (BWB) hat in mehreren Pilotprojekten gute Erfahrungen gesammelt. Musterbeispiel ist ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus im Stadtteil Oberkassel, Baujahr 1928, mit 64 Wohneinheiten. Zwei in Kaskade geschaltete Gaskessel, Baujahr 1999, wurden mit Sensoren und Gateway der Metr Building Management Systems GmbH ausgestattet. In der ersten Heizperiode lagen die Einsparungen im Pilotgebäude an der Torfbruchstraße (Baujahr 1981, 19 Wohnungen) bei rund 24 %, was auch auf das geänderte Heizverhalten der Bewohner während der Energiepreiskrise zurückzuführen ist. Im Jahr 2024 konnten 75 MWh Gas, entsprechend 10,1 % des Verbrauchs in jenem denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus, eingespart werden. „Wir holen die Daten sinnbildlich hinter dem Ofen hervor“, sagt Guido Über ein Dashboard sind Auswertung und Überwachung der Anlagen von jedem internetfähigen PC möglich

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