12 MARKT UND MANAGEMENT DW Die Wohnungswirtschaft 26 MARKT UND MANAGEMENT DW 07/2025 wie dem Klinikum Landshut und den Lakumed Kliniken errichtete die Kommune ein Gebäude mit 20 Wohnungen und vier Großtagespflegen (sogenannte Kindernester) in Holzmodulbauweise, in der Alleinerziehende in Pflege-, Heil- und Erziehungsberufen unmittelbar angrenzend mit alleinerziehenden Tagesmüttern zusammenwohnen. „16 der 20 Wohnungen sind so gebaut, dass das Kinderzimmer einer Pflegekraft direkt der Wohnung der Tagesmutter zuschaltbar ist“, erklärt Katharina Hiemann, zuständige Projektleiterin des Sozialreferats der Stadt, „So kann das Kind der Pflegekraft von der Tagesmutter betreut werden, wenn dessen Mutter in Randzeiten und an Wochenenden arbeiten muss.“ Eine abschließbare Zwischentür schützt die Privatsphäre der Wohnpartnerinnen. Jede Wohnung umfasst zirka 55 m², besteht aus drei Zimmern mit Bad und Küche und kostet 400 € netto kalt. „Das Projektziel ist, die Situation aller Beteiligten zu verbessern.“ Für die Alleinerziehenden, damit sie den Lebensunterhalt selbständig erwirtschaften können, auch dann, wenn sie zu Zeiten arbeiten müssen, in denen reguläre Kitas nicht geöffnet haben. Für die Arbeitgeber und letztendlich auch für die Gesellschaft, weil Arbeitskräfte in Mangelberufen gesichert sind. Das scheint zu gelingen, denn alle Bewohnerinnen fühlten sich wie eine große Familie, weiß Hiemann. Wohnkonzept ermöglicht Teilhabe Die seit 2019 bestehende operativ tätige, gemeinnützige Stiftung „Villa ganZ“ wurde einzig zu dem Zweck gegründet, für Alleinerziehende und Alleinlebende preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. „Denn hier besteht eine große Angebotslücke“, findet das Gründerehepaar Kristina Osmers und Werner Dicke. Deshalb geht die Stiftung auf gemeinwohlorientierte Bauherren – bisher vornehmlich NormalverdienerBaugruppen – zu und übernimmt den Bau von geförderten Sozialwohnungen, deren Nettokaltmiete nach dem Auslaufen der Mietpreisbindung garantiert moderat bleibt. Aktuell realisiert sie in Hannover-Limmer sieben barrierefreie Wohnungen für Mieterinnen und Mieter mit WBS-Schein zu 6,10 €/m². Die vier Wohnungen für Alleinerziehende und ihre Kinder, die als Besonderheit unter anderem über ein Rückzugszimmer für die Mutter verfügen, sowie drei Refugien für Alleinstehende sind Teil des im Bau befindlichen Wohnprojektes der Baugemeinschaft JAWA (Jung und Alt am Wasser), im Zuge dessen bis voraussichtlich Herbst 2026 insgesamt 53 Eigentums- und Fotos: BKSP Architekten; Nibelungen Wohnbau/Uwe Jungherr Wohnvorstellungen nach Zielgruppen Kommunikative · Gemeinschaftsleben ist sehr relevant · Urbanes Umfeld mit Sport- und Freizeitangeboten · Hohe Technikorientierung Anspruchsvolle · Leistung ist Credo · Hohe Anforderungen an die Wohnung und das Wohnumfeld · Häufige Veränderungen durch Optimierungswünsche Häusliche · Familiäre Werte bestimmen den Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur · In Nachbarschaften und sozialen Netzwerken integriert Konventionelle · Wirtschaftliche und gesellschaftliche Ziele erreichen · Vorausschauende Lebensplanung, auch beim Wohnen (Altersgerechtigkeit etc.) Bescheidene · Leben geordneten Alltag · Ansprüche und Mobilität gering · Geben sich auch mit weniger zufrieden und arrangieren sich Funktionale · Mit Lebens- und Wohnsituation häufig unzufrieden · Materiale Möglichkeiten zur Verbesserung fehlen Quelle: InWIS Forschung & Beratung GmbH, Wohnraum Matrix basierend auf milieuspezifischen Studien im Auftrag des GdW Die Bewohnerschaft des Wohnprojektes JAWA, in das zirka 2 Mio. € investiert werden, besteht zu 42,5 % aus Erwachsenen in Beziehungen, 25,5 % aus Singles und 32 % aus Kindern
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