CONTROLLER Magazin 3/2020

46 Jede Krise birgt Chancen und Risiken und jede Krise produziert Gewinner und Verlierer. Gerade Controller haben das Potential, durch die Krise ihre Bedeutung im Unternehmen weiter zu stei- gern und so zu den Gewinnern zu zählen. Das war schon in der Finanz- und Wirtschaftskrise vor gut zehn Jahren so, das gilt auch heute. Pointiert formuliert: Wem es in einer solchen Situation nicht gelingt, als Business Partner auf Augenhöhe des Managements wahrge- nommen zu werden, der schafft es nie! Warum ist das so? Nun, in der Krise sind die zen- tralen Kompetenzen der Controller gefragt: · Im Reporting die Auswirkungen der Krise auf Ergebnis und Cash zeitnah zu berichten und Implikationen – (besonders) kritische Entwicklungen – aufzuzeigen. · Durch gutes Cash Management eine ausreichende Liquidität sicherzustellen. · Auf der Basis einer intimen Kenntnis der Kostenstrukturen Einsparpotentiale zu erkennen und die Investitionen zu identifi­ zieren, die am ehesten auf die lange Bank geschoben werden können. · Nicht zuletzt: Den Fokus auf das Wesent­ liche sicherzustellen! Und auch wenn bei dem aktuellen Handlungs- druck noch kaum jemand daran denkt, bietet sich in der Krise doch die Gelegenheit, beste- hende Instrumente zu stärken – z. B. nicht mehr zuzulassen, dass sie nur als Alibi zur Be- stätigung vorgefasster Meinungen verwendet werden – und neue Methoden einzuführen; ein systematisches Cash-Management mag ge- nauso dazu zählen wie Simulationen. Mit all dem kann der Controller in der Krise ein wert- voller Ratgeber des Managements und nicht zuletzt zentraler Bestandteil eines Krisenreak- tionsteams sein. Aber Vorsicht, Controller können auch viel falsch machen: Wer in der aktuellen Situation weiter viel Zeit und Energie darauf verwendet, Ist-Zahlen mit dem längst obsoleten Forecast zu vergleichen, wird sich kaum als Business Part- ner in der Krise positionieren können. Im Krisen- gewitter gilt es im ersten Schritt, alte Planwerte und Forecasts schnell ad acta zu legen und mit möglichst aktuellen Istwerten auf Sicht zu steu- ern. Daneben wird es in der Regel Sinn machen, die Granularität von Bericht und Forecast in Frage zu stellen und ggf. radikal zu reduzieren. Corona Krise: Die Stunde der Controller! von Utz Schäffer und Jürgen Weber © monsitj – www.stock.adobe.com Corona Krise: Die Stunde der Controller!

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==