Controller Magazin 9/10-2020
67 Controller Magazin | Ausgabe 5 PRAXIS ten Phase umgesetzt. Wichtig ist, dass alle Beteiligten denselben Sachstand ha- ben und das Ziel kennen. 3. In der Phase CHECK wird die Wirksamkeit der Maßnahmen objektiv gemessen, be- urteilt und die Frage beantwortet, ob das ausgegebene Ziel erreicht wurde. 4. In der Phase ACT wird der gesamte durch- laufene Prozess retrospektiv betrachtet. Hierbei wird endgültig festgelegt, ob der Prozess das gewünschte Ergebnis erzielt hat oder nicht und ob sich daraus weitere Optimierungspotenziale ergeben, welche einen erneuten Anlauf des PDCA-Zyklus erforderlich machen. Anhand eines konkreten Anwendungsbei- spiels soll nun aufgezeigt werden, wie das Zusammenspiel von MES-Daten und der PDCA-Methodik im Produktionscontrolling unter Einsatz von Simulationen zu messba- ren Erfolgen bzw. Transparenz führen kann. MES-Daten der Verpackungs- anlage imAnlagenverbund Im Produktionsbereich der DEGRO existiert ein Anlagenverbund, der, wie in Abb. 3 dar- gestellt, aus drei Abpackanlagen, einer Ver- packungsanlage und einem Palettierroboter besteht. Eine Anlage produziert direkt auf den Palettierroboter. Die beiden anderen Anlagen können, abhängig vom Produkt, so- wohl ebenfalls direkt auf den Palettierrobo- ter, als auch über eine zwischengelagerte Verpackungsanlage produzieren. In Abbil- dung 3 sind zur Verdeutlichung die verschie- denen Materialflüsse des Anlagenverbundes dazu verschiedenfarbig dargestellt. Das bereits eingesetzte MES-SystemHYDRA erfasst in diesem Anlagenverbund Ist-Daten zu Produktionszeiten und -mengen, welche durch die Einführung eines Produktionscon- trollings bei der DEGRO, insbesondere mit Blick auf Stillstandszeiten des Verbundes, sodann auch monetär bewertet werden konnten. Die Wichtigkeit der Erhebung von MES-Daten nimmt dadurch deutlich zu, da sie nun auch der Transparenz der Kostensi- tuation dienen. So war die Auswertung des KPI OEE des betrachteten Anlagenverbun- des mit ca. 60 % als schlecht zu bewerten; gleichzeitig kamen mehr und mehr Be- schwerden von Maschinenführern hinzu, die sich immer auf die zwischengelagerte Ver- packungsmaschine des Anlagenverbunds bezogen. Die Auswertung des OEE-KPI in Zusammenspiel mit den Rückmeldungen aus dem Fertigungsbereich, führte schließ- lich zur Lokalisierung des Problems und zum Start eines PDCA-Zyklus. Einsatz des KPI OEE imPDCA-Prozess In der ersten Phase (PLAN) des PDCA-Pro- zesses wurden zunächst die MES-Daten des Anlagenverbundes detaillierter ausge- wertet und analysiert. Hierbei stellte sich heraus, dass zum einem der verwendete KPI OEE der Anlage nicht feingranular ge- nug war und zum anderen die Störproto- kolle zu wenig Aussagekraft besaßen, um Stillstandgründe verursachergerecht be- nennen zu können. Daraufhin sind Stör- meldungen der Anlage imMES-System an- Abb. 3: Betrachtete Verpackungsanlage imAnlagenverbund der DEGRO Abb. 2: Wichtige MES-Kennzahlen nach VDMA (Auszug), Quelle: VDMA Einheitsblatt 66412-2
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