CONTROLLER Magazin 5/2019
70 ne und bewertende Instrumente sowie in Instru- mente zum Aufdecken strategischer Problem- felder unterschieden, welche den Personal- Controller frühzeitig auf mögliche Risiken hin- weisen. 14 Anhand der genannten Kategorisierung hat sich diese Studie orientiert. In diesem Zu- sammenhang wurde zuerst nach der Nutzung von personalarbeitsbezogenen und -unterstüt- zenden Instrumenten gefragt (vgl. Abbildung 3). Hierbei wurde deutlich, dass besonders häufig Kennzahlen mit 73 Prozent (häufig und sehr häufig) genutzt werden. Gefolgt von dem Be- richtswesen mit insgesamt 71 Prozent häufiger und sehr häufiger Anwendung. Nur einen Pro- zentpunkt weniger (70 Prozent) werden Soll-Ist- Vergleiche und Kostenanalysen verwendet. Sel- tener eingesetzt werden Gemeinkosten-Wert- analysen mit 24 Prozent und die Prozesskosten- rechnung mit 23 Prozent häufig und sehr häufiger Anwendung. Das Schlusslicht markiert die Balanced Scorecard mit 19 Prozent häufig und sehr häufiger Anwendung. Das häufigste angewendete personenbezogene und bewertende Instrument sind die Personal- und Leistungsbeurteilungen mit 61 Prozent (vgl. Abbildung 4). Auf dem zweiten Platz folgen risiko (fehlende Leistungsträger) mit 71 Prozent sehr stark und stark eine große Rolle spielt, ge- folgt von dem Austrittsrisiko, also dem Weg- gang von Leistungsträgern, welches mit 63 Prozent sehr stark und stark genannt wird. Auf dem dritten Platz wird das Motivationsrisiko (Zurückhaltung von Leistung) mit 35 Prozent genannt, darauffolgend das Anpassungsrisiko mit 29 Prozent und als letztplatziertes das Lo- yalitäts- und Integrationsrisiko mit 20 Prozent jeweils im starken und sehr starken Bereich. Das Loyalitäts- bzw. Integritätsrisiko, welches nach der Personalrisikoklassifizierung durch Kobi nicht zu den vier Hauptrisiken der Perso- nalarbeit zählt, 12 wird auch von den Teilneh- mern als weniger relevant eingeschätzt. Instrumenteneinsatz im Personal-Controlling Eine Auflistung aller Personal-Controlling-Inst- rumente gestaltet sich aufgrund ihrer Vielzahl schwierig. 13 Zdrowomyslaw gibt eine mögliche Systematisierung ausgewählter Instrumente an. Diese werden in personalarbeitsbezogene und -unterstützende Instrumente, personenbezoge- Ein anderes Bild zeigt das Personal-Risikoma- nagement, hier gaben lediglich 25 Prozent der befragten Unternehmen an, eines zu besitzen. Dieses wird bei 51 Prozent der Befragten von einer Person betreut. 10 Prozent gaben an, dass 2 Personen diesen Bereich verwalten. 7 Prozent zeigten auf, dass 3 bis 4 Personen diese Aufgabe innehaben und lediglich 5 Pro- zent gaben an, 5 oder mehr Personen damit betraut zu haben. 27 Prozent gaben hierzu keine Angabe ab. Risikoeinschätzung im Personal-Risikomanagement Um einen weiteren Eindruck zu Risiken in der Personalarbeit zu erhalten, wurden die Teilneh- mer nach einer Einschätzung der personalbezo- genen Risikofelder befragt. Hierzu wurden die fünf Risikofelder nach Leidig 10 , welche auf den Überlegungen von Kobi 11 basieren, verwendet. Des Weiteren konnten die Probanden angeben, ob die jeweilige Risikoart sehr gering, gering, mittel, stark oder sehr starken Einfluss auf die Personalarbeit hat (vgl. Abbildung 2). Die Aus- wertung zeigt, dass besonders das Engpass Abb. 2: Einstufung der Relevanz von Personal-Risiken Personal-Controlling und -Risikomanagement
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