CONTROLLER Magazin 5/2019

39 steigen. Auch das Reporting mit Hilfe von Managementinformationssystemen wird weiter an Bedeutung gewinnen. Das Management kann schon kurz nach Monatsabschluss eine Vielzahl von Informationen aus den Informati- onssystemen abrufen und schnell reagieren. Und auch der Stakeholder will mit mehr Infor- mationen versorgt werden, am besten direkt auf dem Smartphone. Fußnoten 1 Ausspruch von Angela Merkel, zitiert nach Internationaler Controller Verein [2015], S. 1. 2 Vgl. Kagermann/Wahlster/Helbig [2013], S. 5. 3 Vgl. Bundesministerium für Bildung und For- schung (o.J.), S. 6. 4 Vgl. Bauernhansl (2016), S. 12 ff. 5 Vgl. Gutenberg (1951), S. 158 ff; wobei be- reits in den 30er Jahren Beste das Phänomen erkannte, aber noch nicht als Dilemma bezeich- nete, vgl. Beste (1938), S. 346. 6 Vgl. Gutenberg [1951], S.161. 7 Insbesondere Wildemann hat zu der Zeit mit einer Vielzahl von Veröffentlichungen und Ta- gungen das Thema Just in Time maßgeblich in Das klingt zwar alles noch sehr nach Zukunfts- musik, muss aber im Zeitalter von Digitalisie- rung und Big Data das Ziel sein. Für die Kosten- rechnung bedeutet dies, unter Umständen das Target-Costing-Instrument oder das Life Cycle Costing über die Supply-Chain-Kette bereits bei Produktentwicklungen frühzeitig anzuwen- den, um gerade die Wünsche und Nutzen des Kunden berücksichtigen zu können. Was der Kunde für Wünsche hat, kann durch schon heute umfangreich erhobene Daten von Han- delsunternehmen ausgewertet werden – und die sind ja Teil der Wertschöpfungskette. Kalku- lationen müssen über die gesamte Wertschöp- fungskette offengelegt und optimiert werden. Informationsverarbeitende Software gilt es da- her zu verknüpfen. ERP II-Systeme mit SCM- Modulen, etwa wie von SAP, aber auch das In- ternet und die Cloud-Technik ermöglichen sol- che Verknüpfungen. Der Controller hat eine Vielzahl von Daten, die es zielgerichtet auszu- werten gilt, damit das Management die Supply Chain steuern und die richtigen Entscheidun- gen treffen kann. Die Planungs- und Vorhersa- gegenauigkeit wird aufgrund der Simulations- möglichkeiten und der Vielzahl der zur Verfü- gung stehenden und erarbeiteten Daten an­ Kennzahlen größere Bedeutung erlangen. Der OEE (Overall Equipment Efficiency) und dessen Verfolgung zur Messung der Kapazi- tätsauslastung, Working-Capital-Kenngrößen und Bestandskennzahlen wie der Lagerum- schlag oder der Lagerbestand in Tagen stehen im Vordergrund und werden schon heute als Performancemessungsziele für Bonuszahlun- gen an die Manager im Controlling, Produk- tions- und Logistikbereich herangezogen (siehe Abbildung 4). Bei der Supply Chain gilt es in Folge der Daten- verarbeitungsmöglichkeiten, die Zusammenar- beit zwischen den an der Kette beteiligten Un- ternehmen zu optimieren. Die Zusammenarbeit geht weit über das Abschließen von Rahmen- aufträgen hinaus und betrifft die Offenlegung und Verknüpfung aller internen und externen Daten zur ganzheitlichen Optimierung. Dies heißt in der Folge, Aufgaben in der Supply Chain an andere Partner eventuell auch außer- halb des eigenen Machtgefüges abzugeben, wenn dies kurzfristig zur Optimierung von Ka- pazitäten und Durchlaufzeiten als geeignete Maßnahme erscheint. Make-or-buy-Rechnun- gen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Abb. 4: Folgen von Industrie 4.0 für das Controlling CM September / Oktober 2019

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