Controller Magazin 6/2019

66 Seit vielen Jahren beschäftigen sich Controller mit Verrechnungspreisen. Hinlänglich bekannt sind die ersten Arbeiten von Schmalenbach, der die Funktion von Verrechnungspreisen als Con- trolling-Instrument zur Koordination von Teilbe- trieben begründete (vgl. Schmalenbach 1909, S. 169 f.). Zu damaliger Zeit stand die Grenze der einzelnen Gesellschaft nicht im Fokus und es war nicht von Belang, ob Verrechnungsprei- se zwischen Konzerngesellschaften auch grenz- überschreitend Wirkung entfalten können und deshalb Steuergesetze der betroffenen Länder zu berücksichtigen sind. Die heutzutage aus der betrieblichen Praxis nicht mehr wegzudenkende Compliance war als Parameter unternehmeri- schen Handelns so nicht bekannt, regulatori- sches Rahmenwerk gab es wenig, der redliche, ordentliche und gewissenhafte Kaufmann war das Leitbild. Verrechnungspreise – kein Neuland Über Jahrzehnte haben sich so konzerninterne Transferpreise als Steuerungsinstrument der Controller bewährt. Die steuerliche Relevanz von Verrechnungspreisen gewann erst im Zuge der Globalisierung und Internationalisie- rung der Konzerne an Bedeutung, da sich mit- tels geschickt gesetzter Verrechnungspreise zwischen Konzerngesellschaften Gewinne zwischen Ländern verlagern lassen. Die ge- zielte Ausnutzung des internationalen Steuer- gefälles ermöglicht eine Optimierung der Er- tragsteuern im Konzern. Intensiv diskutiert wird das so ggfs. vorhandene Spannungsverhältnis von steuerlichen- und be- triebswirtschaftlichen Zielsetzungen (vgl. Han- ken 2018, S. 56 ff.). Internationale Verrech- nungspreise wirken sich auf das finanzielle Er- gebnis der jeweils betroffenen Teilkonzerne und Gesellschaften aus und nach wie vor haben sie nicht selten einen signifikanten Einfluss auf Transfer Pricing – Chance zur Wertschöpfung oder extremes Compliance-Risiko? Die (neue) Rolle des Controllers zwischen Geschäftssteuerung, Steuern und Zoll von Frank Schöneborn © THATREE – www.stock.adobe.com Transfer Pricing

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==