Controller Magazin 6/2019

62 Erstaunlicherweise können zwischen der Be- deutung der einzelnen Rollen für die Risikoma- nager und der Intensität der wahrgenomme- nen Risikomanagementaufgaben kaum signifi- kante Korrelationen festgestellt werden. Le- diglich die Rolle des Qualitätsmanagers ist durch eine verstärkte Übernahme von Tätig- keiten der Konzeptentwicklung, der Beratung und von Aufgaben des Projektrisikomanage- ments charakterisiert, während die Rolle des Projektrisikomanagers einen Schwerpunkt bei der Risikosteuerung, der Beratung und dem Projektrisikomanagement aufweist. Die ande- ren Risikomanager-Rollen unterscheiden sich nicht signifikant in Bezug auf ihre Tätigkeits- schwerpunkte. Zudem lassen sich den ver- schiedenen Rollen keine eindeutigen Kompe- tenzprofile zuordnen. Während die hier Rollen die inhaltlichen Aufga- benschwerpunkte der Risikomanager beschrei- ben, wurde anhand der Bilder in Abbildung 7 erhoben, wie die Risikomanager ihre Aufgaben im Unternehmen wahrnehmen. Hier dominieren positiv besetzte Bilder wie das des Fachmanns, des Kommunikators, des kon- struktiven Herausforderers oder des Beraters. Einige Risikomanager beschreiben ihre Tätig- keit allerdings auch durch negativ besetzte Bil- Die häufigste Rolle eines Risikomanagers ist die des Ansprechpartners für andere Unternehmensbereiche in allen RM-Fra- gen. Neben der Identifikation, Bewertung und Kommunikation von Risiken ist dieser Risiko- manager mit der Konzeptentwicklung sowie mit Beratungs- und Schulungsaufgaben befasst. Eine ebenfalls häufige Rolle ist die des Metho- denspezialisten bzw. des Risikocontrollers. Weitere häufig genannte Rollen sind die des Konzept- bzw. Dokumentationserstellers sowie Kommunikators und Beraters. Häufig agieren Risikomanager in mehreren der o.g. Rollen im Unternehmen. So ist die Rolle des Methoden- spezialisten bzw. Risikocontrollers signifikant positiv mit den Rollen des Ansprechpartners (r=0,36, p=0,012), des Kommunikators bzw. Beraters (r=0,477, p=0,001) sowie des Kon- zept- und Dokumentationserstellers (r=0,468, p=0,001) korreliert. Eine ähnliche Rollenvielfalt lässt sich ebenfalls für den Ansprechpartner sowie den Konzept- bzw. Dokumentationser- steller feststellen, während die eher enger ge- fassten Rollen des Sicherheitsreferenten, des Projektrisikomanagers, des Revisionsmanagers oder des Qualitätsmanagers mit maximal einer weiteren Rolle signifikant zusammenhängen. Inwieweit diese Rollenvielfalt die Zufriedenheit der Risikomanager beeinträchtigt, wird im Wei- teren noch untersucht. mitglieder reduziert und eine rollengerechte Aus- und Weiterbildung des Stelleninhabers unterstützt. In der Vorstudie wurden insgesamt acht Rollen von Risikomanagern identifiziert (vgl. Vanini, 2018). Insgesamt gibt es sowohl eher weit gefasste Rollen wie die des Risikomanagers als An- sprechpartner oder Berater und Kommunikator in allen Fragen des Risikomanagements, als auch enggefasste Rollen wie die des Projektri- sikomanagers oder des Sicherheitsreferenten. Die verschiedenen Rollen spiegeln die Vielfalt des RM-Verständnisses in der Unternehmen- spraxis wider, das von einem eher enggefass- ten, auf die Vermeidung von rechtlichen und technischen Risiken fokussierten Compliance- bzw. Sicherheitsmanagements bis zu einem unternehmensweitem, auf die Sicherung des Unternehmenserfolgs ausgerichteten Enterprise Risk Management (ERM) reicht (vgl. Tekathen, 2015, S. 323 ff.). In der Befragung sollten die Risikomanager be- werten, inwieweit diese Rollen auf ihre Tätigkeit zutreffen. Dabei waren insbesondere die vier eher weitgefassten Rollen in der Unternehmens­ praxis stark verbreitet. Die vier enger gefassten Rollen konnten ebenfalls – wenn auch mit einer deutlich geringeren Intensität – bestätigt werden. Abb. 6: Intensität der verschiedenen Rollen von Risikomanagern (n=47) Rollen und Zufriedenheit von Risikomanagern

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