Controller Magazin 6/2019

60 nagements im Unternehmen vgl. Tekathen, 2015, S. 326). Ungeachtet des umfangreichen und vielseitigen Aufgabenspektrums verwen- den 40% der Risikomanager weniger als 50% ihrer wöchentlichen Arbeitszeit für die Erfüllung von RM-Aufgaben. Dies lässt die Schlussfolge- rung zu, dass zwar viele Unternehmen RM in ihre Unternehmensstruktur integrieren, das RMS aber insgesamt wenig ausgereift ist und die Risikomanager eine eher koordinierende RM-Funktion ausüben. In Bezug auf die notwendigen Qualifikationen bewerten die Risikomanager persönliche Kom- managementprozesses durch. Eine Ausnahme stellt die Risikoberichterstattung dar, hier ge- ben lediglich 40% der befragten Risikomana- ger an, diese mindestens monatlich durchzu- führen. Darüber hinaus sind das Schnittstellen- management, die Risikoüberwachung und -steuerung sowie die Risikodokumentation wichtige Aufgaben der Risikomanager. Hier zeigt sich die besondere Bedeutung des Risiko- managements als unternehmensweiter Infor- mations- und Kommunikationskanal für außer- gewöhnliche funktions- und abteilungsüber- greifende Themen im Unternehmen (zu den verschiedenen Lokalisierungen des Risikoma- werden. 17 Risikomanager stammten aus ei- gentümer-, 25 aus fremdgeführten Unterneh- men. Fünf Risikomanager machten hierzu kei- ne Angaben. 18 Risikomanager waren organi- satorisch einer eigenen Risikomanagementab- teilung zugeordnet, zehn stammten aus dem Controlling, jeweils drei aus dem Rechnungs- wesen sowie dem Qualitätsmanagement. Die restlichen Risikomanager waren anderen Ab- teilungen zugeordnet. Aufgrund des geringen Rücklaufs wurde auf eine separate Auswer- tung deutscher und schweizerischer Risikoma- nager verzichtet. Welche Aufgaben- und Kompetenzprofile haben Risikomanager? Vorab ist festzuhalten, dass eine weite Streu- ung der Antworten bei der Auswertung des Fragebogens festgestellt wurde. Dies deutet darauf hin, dass das Aufgabenfeld zwischen den jeweiligen Risikomanagern stark variiert, was wiederum die Vielseitigkeit dieses Berufs- bilds unterstreicht. Die Aufgabenschwerpunkte der Risikomanager sind der Abbildung 2 zu ent- nehmen. Besonders häufig führen die Risikomanager klassische Tätigkeiten des operativen Risiko- Abb. 3: Verteilung der notwendigen fachlichen und methodischen Kompetenzen von Risikomanagern, Mehrfachnennungen möglich (n=46) Autoren Prof. Dr. Ute Vanini vertritt seit 2003 die Fachgebiete Controlling und Risiko­ management an der Fachhochschule Kiel. Sie ist Sprecherin des bundesweiten Arbeitskreises Controlling-Professuren an (Fach-) Hochschulen (AKC). E-Mail: ute.vanini@fh-kiel.de Hendric Gutacker, M.A. hat 2018 sein Masterstudium in BWL an der FH Kiel absolviert. Im Zug eines Auslandsprogramms hat er sein Fachwissen auf internationaler Basis erweitert und parallel den Master of Inter- national Business abgeschlossen. Er ist für die Wirtschafts- kanzlei Taylor Wessing, Hamburg im Controlling tätig. E-Mail: h.gutacker@taylorwessing.com Rollen und Zufriedenheit von Risikomanagern

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