Controller Magazin 6/2019
55 Zuletzt nimmt der Posttest gezielt die Frage nach der bevorzugten Darstellungsart auf, die auch schon im Pretest gestellt wurde. Zur Wahl standen erneut Tabellen (1), eine ausgewogene Visualisierung (3), Diagramme (5) und zwei in- termediäre Optionen. Dadurch sollte untersucht werden, ob und in welche Richtung die Durch- führung des Tests Einfluss auf die visuellen Vor- lieben der Vpn hat. Durchschnittlich wurde die Pretest-Frage mit 2,7 und der Posttest mit 2,8 beantwortet. Unabhängig von der Testvariante sind 59,3% der Vpn bei ihrer Antwort aus dem Pretest geblieben. Für Testvariante A waren es 55,2% und für Testvariante B 63,3%. Wie in Abbildung 4 ersichtlich, kam es nach der Durchführung der Testvariante A zu grö- ßeren Abwanderungen innerhalb der Skala. Der linke Bereich des Diagramms zeigt die be- vorzugte Darstellungsart der Vpn vor, der rechte Bereich nach Durchführung des Tests. Veränderungen in den Präferenzen sind als verzweigende Mengenflüsse dargestellt, de- ren Stärke in Abhängigkeit zum prozentualen Anteil der Vpn steht 18 . In der Gruppe (1) hat nur eine von fünf Vpn weiterhin Tabellen be- vorzugt. Insgesamt drei dieser fünf wechsel- ten zur Gruppe (2) bzw. zur Gruppe (3). Es zeigt sich auch, dass Vpn, die eher unent- schlossen mit ihrer Wahl im Pretest waren (3), bei dieser Auswahl blieben oder sich in Rich- tung Gruppe (2) entschieden. Vpn, die sich im Pretest für die Gruppen (4) oder (5) entschie- den hatten, blieben bei ihrer Auswahl kons- tant, obwohl sich diese Gruppe mit den Auf- gaben offensichtlich schwerer tat: Der Durch- schnitt dieser neun Vpn liegt mit einer Ent- scheidungsqualität von 84,4 % und einer Entscheidungsgeschwindigkeit von 596,4 Sekunden deutlich hinter den 568,1 Sekun- den und 88,4% der drei anderen Gruppen. Abbildung 5 visualisiert die Veränderung der Auswahl nach Durchführung der Testvariante B und zeigt ein ähnliches Bild. Auffällig ist jedoch, dass die Gruppe (1) keine Zu- bzw. Abgänge vorweisen kann. Diese drei Vpn haben mit 82,7% eine deutlich schlechtere Erkennungs- rate und waren mit einem Durchschnitt von 3,33 deutlich unsicherer. Jedoch waren sie mit 475,0 Sekunden erheblich schneller als die vier anderen Gruppen (90,4% und 512,2 Sekun- den). Größere Abwanderungen sind dafür in heit bei der Beantwortung der Fragen, das Zeit- empfinden zur Beantwortung der Fragen und erneut die bevorzugte Darstellungsform, also Tabellen, ausgewogen, oder Diagramme. Die Ergebnisse des Posttests für die ersten vier Fragen zeigen geringere Abweichungen zwischen den zwei Testvarianten. Größer wur- den die Unterschiede unter Berücksichtigung des Alters bspw. bei der Frage nach der Les- barkeit der Diagramme. Auf einer Skala von „sehr gut“ (1) bis „sehr schlecht lesbar“ (5) bewertete die Altersgruppe Gruppe Medium Variante A mit 3,40 statt 2,13 für Testvariante B und hat somit deutlich größere Schwierig keiten, Tabellen zu lesen. Berichte bereits selbst angefertigt wurden, zei- gen sich jedoch Unterschiede: Erfahrene Vpn fühlten sich in beiden Testvarianten deutlich si- cherer als unerfahrene. In Bezug auf das Alter fiel der Test der Gruppe Medium subjektiv leichter als den anderen Gruppen. Posttest-Auswertung: Im Posttest der Untersuchung wurden fünf Fra- gen gestellt, die subjektiv über mehrstufige Likert-Skalen beantwortet werden sollten. Ab- gefragt wurden die empfundene Menge der zur Verfügung stehenden Informationen, die Les- barkeit der einzelnen Diagramme, die Sicher- Abb. 5: Sankey-Analyse Testvariante B CM November / Dezember 2019
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