Controller Magazin 6/2019
52 haben Unternehmen, die viele Ressourcen für eine gute Visualisierung mobilisieren? Genau an dieser Stelle knüpft die Untersuchung zur Auswirkung von Regelwerken der Visualisie- rung auf die Entscheidungsgeschwindigkeit im Berichtswesen an. Experimentart und Vorgehen Zur Überprüfung dieser Hypothesen wurde ein Feldexperiment gewählt, bei dem die Versuchs- personen (Vpn) in ihrer natürlichen Umwelt den experimentellen Bedingungen ausgesetzt und dabei beobachtet werden 15 . Insgesamt nahmen 60 Vpn im Alter von 19 bis 57 Jahren teil. Auf Basis von Gesprächen mit Controllern und Niederlassungsleitern mittelständischer Ver- triebsunternehmen über deren Arbeitsweise und die von ihnen verwendeten Berichte wur- den allgemeine Kernfragen sowie Hypothesen formuliert und zwei Testvarianten entwickelt, die von jeweils der Hälfte der Vpn bearbeitet wurden. Die Entscheidungsgrundlage sind One-Page-Standardberichte. Sowohl die Fra- ge- und Problemstellung als auch die Daten- grundlage sind in beiden Testvarianten iden- tisch; sie unterscheiden sich ausschließlich in Experiment zur Auswirkung von Visualisierung im Berichtswesen In vielen Unternehmen werden keine übergrei- fenden Vorgaben für die Erstellung von Berich- ten definiert. In der Folge entsteht eine sehr große Anzahl an Tabellen, Berichten, Diagram- men und Kennzahlen. Auf diesen großen Zah- lentapeten und unverständlichen Diagrammen suchen Führungskräfte nach nützlichen Infor- mationen, um in Meetings über einzelne Zah- len zu diskutieren. Das Problem an diesen Zahlentapeten ist jedoch, dass sie oftmals zu groß und schlecht gestaltet sind. Das Erken- nen von Ausreißern, Trends und Zusammen- hängen wird durch die oftmals zu groß und schlecht gestalteten Darstellungen deutlich er- schwert 14 .An diesem Punkt greift Informati- onsdesigns und legt fest, wie Berichte visuali- siert und an wen diese verteilt werden sollen. Hierfür müssen eigene Richtlinien für die Dar- stellung von Diagrammen, Tabellen und Kenn- zahlen definiert, überprüft und anschließend dauerhaft eingehalten werden. Dies erfordert oftmals zusätzliches oder die Aus- bzw. Wei- terbildung von bestehendem Personal. Alter- nativ kann auf bestehende Designrichtlinien zurückgegriffen werden. Doch welchen Vorteil Layout und Visualisierung Die Berichtserstellung richtet sich in vielen Fäl- len nach den Möglichkeiten der eingesetzten Programme und weniger nach den Bedürfnis- sen der Empfänger. Häufig existieren dafür auch keine übergreifenden Vorgaben. In der Folge erstellt jeder Bereich im Unternehmen Berichte nach seinen eigenen Vorstellungen. Das Layout ist in vielen Fällen an das Corporate Design des Unternehmens angelehnt und lenkt dadurch von der eigentlichen Botschaft ab. Be- richte und Präsentationen weisen keine logi- sche Struktur auf und sind somit schwer ver- ständlich 12 . Tabellen sind ein präsentes Element in fast allen Management-Berichten. Neben den Problemen, die große Tabellen mit sich bringen, wird den Empfängern das Verständnis zusätzlich erschwert, indem z. B. keine einheit- lich durchgängige Zeilen- bzw. Spaltenstruktur eingehalten wird. An vielen Stellen besteht der Wunsch, mehr Informationen grafisch zu visua- lisieren. Jedoch erschließt sich in der Umset- zung oftmals kein echter Mehrwert, da z. B. Ta- bellen und Grafiken parallel verwendet werden und redundante Inhalte aufweisen 13 . Abb. 1: Testvariante A und B Visual Business Analytics
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