Controller Magazin 6/2019

41 Rentabilitätskennzahlen, Cash Flow-orientierte Kennzahlen oder KPIs. Geringere Bedeutung hingegen wurde wertorientierten sowie nicht monetären Kennzahlen und qualitativen Infor- mationen beigemessen. Daneben wurden in der Studie weitere Instru- mente abgefragt. Dabei ließ sich u. a. feststel- len, dass die Portfolioanalyse offensichtlich in der Praxis des Beteiligungscontrollings keine große Rolle spielt. Digitale Transformation im Beteiligungscontrolling Der Digitalisierungsbegriff ist in der Unterneh- menswelt seit geraumer Zeit omnipräsent. Infol- gedessen wurden die subjektiven Einschätzun- gen der Teilnehmer hinsichtlich vergangener und zukünftiger Auswirkungen insbesondere der digitalen Transformation im Beteiligungs- controlling untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die bisherigen Auswirkungen der digitalen Transformation von gerade einmal einem Viertel als groß oder sehr groß eingeschätzt wurden, während die meisten Teilnehmer (53 %) ein mittleres Ausmaß bewerteten. Hingegen sind nach Ansicht von über dreiviertel der Befragten (78%) große oder sehr große Auswirkungen in den kommenden fünf Jahren auf das Beteili- gungscontrolling zu erwarten. Während, wie aus Abbildung 4 hervorgeht, bei 13 der Unternehmen (21 %) bisher geringe Auswirkungen auf das Beteiligungscontrolling festzustellen waren, ist dieser Anteil im Hinblick auf die künftigen Auswirkungen auf nur noch ein Unternehmen geschrumpft. Die erwarteten Auswirkungen in den kommenden fünf Jahren fallen somit deutlich höher aus. dere die Vergleichbarkeit der Einzelberichte sichergestellt werden. Den Planungs- und Kontrollinstrumenten Abweichungsanalyse, Budgetierung, Soll-/Ist- Vergleiche, Forecasts, Planungs-/und Kontroll- systeme (PuK-System) sowie Prognosen wurde eine generell hohe Bedeutsamkeit für das Be- teiligungscontrolling beigemessen. Im Rahmen der externen Rechnungslegung fallen der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz der einzelnen Beteiligung die höchs- te Relevanz für das Beteiligungscontrolling zu. Darüber hinaus nimmt das Beteiligungscontrol- ling auch bei der Beschaffung von Informatio- nen für die Erstellung des Konzernanschlusses eine wichtige Rolle ein. Hingegen umfasst das Spektrum des internen Rechnungswesens ein weitaus größeres Inst- rumentarium. Demnach wird der Erstellung der Finanz-/und Liquiditätsplanung, dem Ermitteln von Verrechnungspreisen sowie der Berech- nung des Periodenerfolgs nach unterschied­ lichen Dimensionen, wie Produktgruppen oder Regionen, eine hohe Bedeutung zugesprochen. Durchschnittlich etwas geringer aber dennoch von Bedeutung für das Beteiligungscontrolling sind die Cash-Flow-Analyse, Investitionsrech- nungen und die konzernweite Kosten- und Leis- tungsrechnung. Zu den wichtigsten Kennzahlen im Beteili- gungscontrolling zählen Erfolgs- und Auf- wandskennzahlen. Demnach messen 93% der Teilnehmer dem EBIT, dem EBITDA oder dem Jahresüberschuss eine große beziehungsweise sehr große Bedeutung bei. Etwas geringere Re- levanz, aber dennoch bedeutsam für das Betei- ligungscontrolling, haben Finanzkennzahlen, mit aggregierten Informationen und die Steu- erung der Planung von besonderer Relevanz sind. Insbesondere bei der Planung wurde auch nach der Planungsrichtung in den Kon- zernen gefragt, dies ergab folgende Ergebnis- se: Während der Großteil (73 %) im Gegen- stromverfahren Ziele übergeordnet formuliert und anschließend mit untergeordneten Ins- tanzen abstimmt, planen 17% der befragten Unternehmen Bottom-Up und gerade einmal 10% Top-Down. Im Hinblick auf die Informati- onsversorgung und Planung wurden die Un- ternehmen nach der Verwendung der jeweili- gen Informationssysteme gefragt, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Im Be- teiligungscontrolling spielen ERP-Systeme wie SAP dabei die größte Rolle (85%). Auch Busi- ness-Intelligence-Systeme wie Luca Net, QlikView oder Power BI, wurden häufig ge- nannt (67%). Strategic Enterprise Manage- ment Software, welche oft die Funktionen BI, Unternehmensplanung, Performance Mana­ gement und Konsolidierung vereint, scheint ebenso von Bedeutung (37%) zu sein. Instrumente des Beteiligungs- controllings Nachdem die Bedeutung der Funktionen analy- siert wurde, folgt nun die Betrachtung des ver- wendeten Instrumentariums im Beteiligungs- controlling. Im Kontext des Berichtswesens ist das Beteiligungscontrolling der befragten Un- ternehmen hauptsächlich für die Erstellung re- gelmäßiger Berichte an das Management über einzelne Tochter- und Beteiligungsgesellschaf- ten verantwortlich. Diese Berichte haben die besondere Anforderung der Aggregation von sowohl strategisch als auch operativ relevanten Informationen. Darüber hinaus muss insbeson- Abb. 4: Auswirkungen der Digitalisierung CM November / Dezember 2019

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