Controller Magazin 6/2019
28 Fazit Die SPARWELT als Unternehmen im digitalen Umfeld ist ein gutes Beispiel, wie digitale Trans- formation positiv, aktiv angegangen werden kann und so das Geschäft voranbringt. Die Controller sind dabei in wesentlicher Positi- on an der Schnittstelle der drei Kompetenzen (Methodenkompetenz im digitalen Business, Technologiekompetenz und Kompetenzen im Bereich Daten und Analytik). Zentrales Thema, das sich bei der SPARWELT deutlich zeigt, ist die laufende Weiterentwicklung und Weiter bildung in diesen Kompetenzfeldern. Literatur Seufert, A./Treitz, R./von Daacke, M.: Infor- mation als strategische Ressource – Die Digita- lisierung wird Unternehmen und Controlling ra- dikal verändern – Teil 1: Herausforderungen und Potentiale im Bereich Daten und Analytics. Controllermagazin, 2017, Heft Juli/August. Seufert, A./Dannenberg, M./Reitzenstein, B./ Zucker, K./Treitz, R.: Information als strategi- sche Ressource – Die Digitalisierung wird Un- ternehmen und Controlling radikal verändern – Teil 3: Herausforderungen und Potentiale im Bereich Daten und Analytics. Controllermaga- zin, 2018, Heft Januar/Februar. Seufert, A. / Engelbergs, J. / von Daacke, M. / Treitz, R.: Digitale Transformation und Con- trolling. Erkenntnisse aus der empirischen For- schung des ICV. In: Controllermagazin 2019, Heft Jan/Feb. Seufert, A.: Controlling der Zukunft – nicht nur Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand, Wirt- schaftszeitung, April 2019 Seufert, A. / Treitz, R.: Künstliche Intelligenz und Controlling: Controller Magazin – Special, Mai/Juni 2019. https://www.sparwelt.de/unternehmen, Ab - ruf: 16.07.2019. Mitarbeiter ins Unternehmen kommen. Auch eine Dokumentation ist einfach dauerhaft zu- gänglich (KPI-Übersicht mit Definitionen und Beispielen, geclustert nach Themen). Aber nicht nur für den Einsteiger, sondern auch für Spezia- listen, z. B. innerhalb des BI Teams, werden re- gelmäßig Fortbildungsmöglichkeiten der Tech- nologieanbieter genutzt; da mitunter relativ jun- ge Technologien eingeführt werden, trägt dies auch dazu bei, neue Funktionalitäten kennenzu- lernen und für das Unternehmen nutzbar zu ma- chen. Die laufende Weiterbildung zu den Mög- lichkeiten der Technologien ist bei der SPAR- WELT fest verankert. Dazu gehört auch der Austausch von Best Practices in BI und Control- ling, z. B. über Dos und Don’ts von Dashboards. Die starke Aufstellung im Bereich Daten und Analytik ist bei der SPARWELT von der Ge- schäftsführung angestoßen und getrieben. Die Nutzung und Auswertung sind jedoch vollstän- dig in den einzelnen Teams verankert. Ziel ist die Befähigung der gesamten Organisation. Zentraler Kern ist dabei das Team um Business Intelligence und Controlling. Dabei zeigt sich auch bereits in kleiner Teamgröße, dass sich spezifische Rollen herauskristallisieren. So un- terscheidet die SPARWELT verschiedene Rollen von Controller über Business Analyst (als Solu- tion Architect), zu Business Intelligence Mana- ger und schließlich Data Engineers. Controlling und Business Intelligence arbeiten eng zusam- men, z. B. im Rahmen eines „make-over Mon- day“: ein halber Tag, den die Teams darauf ver- wenden, um bestehende Report und Dash- boards auf Verbesserungen zu screenen. Ein laufender Verbesserungsprozess und Wissens transfer zwischen Business Intelligence und Controlling. Diese laufende Auseinandersetzung mit den bestehenden Dashboards ist wichtig, um kon- sequent ungenutzte abzuschalten und somit den Wartungsaufwand möglichst effizient zu gestalten. Zusammenfassend zeigt sich am Beispiel der SPARWELT, wie Technologie laufend neu bzw. weitergedacht wird. Die Architektur wird dabei so aufgestellt, dass sie dynamisch weiterentwickelt werden kann. Im Sinne der laufenden Innovation und schnellen Weiterentwicklung der Möglich- keiten wird nicht für die Ewigkeit aufgebaut. unumgänglich. Als weitere Ausbaustufe sind von der SPARWELT KI/Machine Learning An- wendungen (Seufert /Treitz 2019) angedacht. Ebenso Teil der Überlegungen für die weitere technologische Entwicklung ist die Auswertung unstrukturierter Daten über eine No SQL Da- tenbank. Damit könnten beispielswese Kunden empfehlungen weiter verbessert werden (Re- commendation Engine), indem das Nutzerver- halten noch besser auswertbar wird. Über Ver- bindungen zu externen Datenbanken, könnte bspw. zeitpunktspezifisch – z. B. wetterabhän- gig – auf das Kaufverhalten reagiert werden. Der Zugriff auf die Daten für die Anwendung im Controlling erfolgt über Tableau. Dieses oder vergleichbare Programme sind wesentlich für die Visualisierung oder explorative Dashboards, um die Daten nutzbar zu machen. Grundsätz- lich haben Controller jedoch auch direkt auf die Datenbank Zugriff. Wesentlich für den Erfolg der Technologie ist, die Anwender wie etwa im Controlling frühzeitig einzubeziehen, um einen guten Zugang zu gewährleisten. E s hat sich gezeigt, dass Mitarbeiter aus allen Fachbereichen Interesse an Analytik entwickeln. Der Einstieg in den Umgang mit Daten und Analysen erfolgt für Mitarbeiter bei der SPAR- WELT zunächst über einfache Lösungen. Darü- ber hinaus wurden gezielt Mitarbeiter mit aka- demischem Hintergrund in Statistik/Analytik für das Team gewonnen. Über Inhouse-Schulungen aus dem Business Intelligence Team, die offen für alle Mitarbeiter sind, wird das Wissen konti- nuierlich breiter aufgestellt. Es hat sich gezeigt, dass Mitarbeiter aus allen Fachbereichen Inter- esse an Analytik entwickeln. Neben dieser grundlegenden Heranführung an das Thema Analytik wurde auch ein spezifischer first level support und mindestens ein Power User je Geschäftsbereich (Marketing, Sales, Re- daktion, Performance Marketing, Controlling ...) etabliert, so dass einfache Auswertungen selbst erstellt werden können. Das Trainingskonzept wird laufend angeboten, da regelmäßig neue Digitale Transformation in der Praxis
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