amerikanische Berater in den 1990ern die World-Café-Methode. Dabei sollen einzelne Stehtische im Stile eines Cafés eine lockere Atmosphäre schaffen. Idealerweise gruppieren sich vier bis sechs Teilnehmende pro Tisch zu einer lockeren Runde. Pro Tisch gibt es einen Gastgeber. Ein zentraler Moderator führt durch den Prozess, leitet zum Thema über und gibt Fragestellungen vor. Diese Fragen werden gleichzeitig an allen Tischinseln von den einzelnen Gruppen in einer vorher festgelegten Zeit diskutiert. Anschließend rotieren die Teilnehmenden zu anderen Tischen, wobei der Gastgeber an „seinem“ Tisch bleibt und seinem folgenden Gästekreis eine kurze Zusammenfassung über das an seinem Tisch Diskutierte gibt. So wechseln die Gesprächspartner – und dasselbe Thema wird mit unterschiedlichen Teilnehmenden diskutiert, wodurch sich ein vielseitiger Blick auf die Fragestellung ergibt. Bereits Gehörtes wird zu anderen Gruppen transportiert, sodass Informationen und Sichtweisen eine breite Teilnehmerzahl erreichen. Ziel ist es, möglichst viele Teilnehmende in die Gespräche einzubinden, um vielseitige Ansichten und Einschätzungen zu einem Problem oder einer Fragestellung zu erhalten. Dazu kann die Fragestellung nach jeder Runde auch erweitert oder eingegrenzt werden. Zur Dokumentation und Präsentation gibt es unterschiedliche Methoden: Ein „Reporter“ kann das Gehörte für alle im Publikum zusammenfassen, oder die Gastgeber der einzelnen Tischinseln präsentieren die zentralen Erkenntnisse mithilfe eines Flipcharts oder einer Pinnwand. Um eine aufgelockerte Atmosphäre zu schaffen, können Tische, einem Café entsprechend, mit schönen Tischdecken und Blümchen dekoriert werden – dies führt zur erwünschten entspannten Situation im Tagungsraum, die dann ganz und gar unterschwellig neue Ideen und Ansichten fördert. Um ein World-Café durchzuführen, empfiehlt sich ein Raum mit viel Platz, sodass die Tischinseln weit voneinander stehen können, damit man die Gespräche vom Nachbartisch nicht hört. Ferner sollte ein zentraler Platz für den Moderator eingeplant werden, der von jedem Tisch zu sehen und zu hören ist. Das Tagungshotel Schloss Hohenkammer (168 Zimmer, 29 Tagungsräume), das am Rande des bayerischen Orts Hohenkammer liegt (30 Kilometer vom Münchner Hauptbahnhof entfernt), bietet verschiedene In- und Outdoormöglichkeiten für entspannte World-Café-Runden. Insbesondere der Schlosspark oder die Remise im Biergarten bieten sich im Sommer für dieses lockere Format an. In den vergangenen Jahren wurden World-Cafés immer beliebter, da die Ergebnisbreite und die Ergebnisdichte die Verantwortlichen überzeugt. Fishbowl (Akademie Westerham) Die besten Diskussionsergebnisse erzielen oft kleinere Gruppen von sechs bis acht Personen. Diskussionen ab zwölf oder mehr Personen können dagegen sehr ermüdend sein – häufig geht die Struktur und auch die Konzentration verloren und eine freie Moderation ist oft nicht zielführend. Dennoch sollen und wollen alle Teilnehmenden auch von großen Gruppen einbezogen, wertgeschätzt und gehört werden: Jede Meinung soll geäußert, jede Kompetenz einbezogen werden. Dieses Dilemma löst das Großgruppenformat „Fishbowl“ für 20 bis etwa 150 Personen. Der Name bezieht sich auf ein Goldfischglas und beschreibt dabei die Raumstellung – einen oder mehrere große Kreise mit Stühlen um den eigentlichen Diskussionskreis (die Fishbowl) herum. Im Diskussionskreis sitzen nur sechs bis acht Teilnehmende, die vom Moderator entweder vorgeschlagen werden oder sich aus dem Teilnehmerkreis melden. Alle Teilnehmenden, die nicht im Diskussionskreis sitzen, verfolgen die Gesprächsrunde aufmerksam, aber eben von außen. Diese (zunächst) passiven Zuhörer können auf zwei Arten einbezogen werden: Entweder man platziert einen leeren Stuhl im inneren Kreis, auf dem jeder, der möchte, so lange Platz nehmen und mitdiskutieren darf, bis jemand anderes den Platz beansprucht. Oder jeder kann einen Diskussionsteilnehmer ersetzen, indem er Eigeninitiative entwickelt und sich selbst auf dessen Platz „einwechselt“. Für beide Varianten sind Diskussionsregeln nötig, sinnvollerweise wird die Diskussion und die Einhaltung dieser Regeln durch eine professionelle Moderation sichergestellt. Voraussetzung für die Fishbowl-Methode ist ein großer Raum sowie sehr gute Audio- und Videotechnik. In der Location „Westerham – die Akademie“ in Feldkirchen-Westerham hat man genug Platz. Man nutzt zum Beispiel einen Saal, der mit knapp 250 Quadratmetern ausreichend groß ist und über eine hervorragende Akustik verfügt. Gleichzeitig wird die Methode mit einem Wurfmikrofon oder mit mehreren drahtlosen Mikrofonen gezielt unterstützt. Lautsprecher und ein Mischpult sind im Saal fest eingebaut. Durch Kameras und ein professionelles Videomischpult kann die gesamte Veranstaltung auch online verfolgt werden. Über große Screens oder den lichtstarken Beamer werden auch externe Teilnehmende mit Livebild einbezogen. Gerne werden bei der Fishbowl-Methode die vorher in Kleingruppen erzielten Ergebnisse diskutiert – dafür kann Westerham (96 Zimmer) 25 Tagungsräume und viele informelle Flächen bereitstellen. Das Haustechnikteam baut auch in kurzen Umbaupausen sehr aufwendige Formate auf. Denn oft findet die Methode „Fishbowl“ nach einem Impulsvortrag mit Reihenbestuhlung im gleichen Raum statt. Barcamp (Genohotel Baunatal) Ein Barcamp ist eine Möglichkeit, sich in einer dynamischen und offenen Umgebung weiterzubilden, neue Kontakte zu knüpfen und innovative Ideen zu entwickeln. Ein Barcamp unterscheidet sich von klassischen Tagungsformaten dahingehend, dass es nicht bereits im Vorfeld kleinteilig durchgeplant ist. Es wird nur der grobe Rahmen festgelegt – die genaue Agenda entwickeln die Teilnehmenden selbst erst vor Ort. Jeder Teilnehmende hat die Möglichkeit, ein Thema vorzuschlagen und eine Session zu leiten oder an von anderen Teilnehmenden geleiteten Sessions teilzunehmen. Findet ein Themenvorschlag Zustimmung in der Gruppe, dann bekommt das Thema einen Platz auf der Agenda und es wird ihm ein Tagungsraum zugeteilt. In parallel laufenden Sessions von 45 bis 60 Minuten werden die Themen besprochen. Der Tag endet mit einer Feedbackrunde, in der Eindrücke und Erkenntnisse geteilt werden. Oft entstehen hier auch Pläne für zukünftige Projekte und Kooperationen. Für ein erfolgreiches Barcamp braucht es eine lockere Atmosphäre in einem anregenden Umfeld. Trainingsformate 35
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