tagen tagen 01.26 54 Foto: Rakdee / gettyimages.de Die hier vorgestellten drei Methoden stammen direkt aus der Change-Praxis. Sie funktionieren in erster Linie in Workshops, aber auch im Rahmen von Tagungen und Kongressen, wenn sich das Publikum auf mehrere Workshopräume verteilen kann. 1. Tagungen mit einem „Museum“ starten „Das Museum“ ist ein Workshopraum, den bis zu 40 Personen gleichzeitig betreten können. Bevor Gruppen anfangen, an einem Thema zu arbeiten, gilt es, das jeweilige Thema lebendig zu machen. Der Raum besteht aus mehreren Tischen, auf denen je ein „Ausstellungsstück“ liegt. Diese Objekte sollten skurril, witzig und manchmal tiefgründig sein. Der Moderator lädt die Teilnehmenden ein, durch diese Ausstellung zu schlendern und erzählt zu jedem Objekt eine Geschichte, die in Verbindung mit einem Aspekt des Konferenzthemas steht. Er ist gut vorbereitet und weiß, was er sagt, denn die Verbindung zum Thema sollte überzeugend vorgetragen werden. Durch die Verbindung von Gegenstand und Story bleiben selbst trockene Inhalte haften. Menschen lieben Geschichten und staunen gern – genau darauf baut das Museum auf. Weil die meisten Veranstalter nie auf die Idee kämen, eine Tagung mit einer Museumsführung zu starten, wirkt diese Art der Eröffnung aktivierend. Wenn eine Dinosaurierfigur auf einem Museumstisch liegt, weil sie ein Symbol für ein überholtes Produkt ist, dann könnte das für viele zunächst albern oder zu verspielt sein. Doch sobald man merkt, wie stark Metaphern wirken und wie tief sich Geschichten ins Gedächtnis brennen, ist man oft restlos begeistert. Manchmal ist eine Dinosaurierfigur das Sinnbild für Leute, die ständig „Früher war alles besser“ sagen. Beispiele für Museumsexponate sind: ein Zeigefinger aus Plastik für Nörgler, die mit dem erhobenen Zeigefinger argumentieren, eine Plastikschnecke für langsame Prozesse, die Blindenbinde für blinde Flecken, einige Kosmetikspiegel für Selbstreflexion sowie eine leere Papiertüte für „Das kommt mir nicht in die Tüte“. Wenn der Moderator mit seiner vorbereiteten Führung nach rund 15 Minuten fertig ist, können die Teilnehmenden auch eigene Ausstellungsstücke beisteuern. Zum Beispiel in dem Ungewöhnliche Wege, Tagungsgäste aufzurütteln Von Barbara Messer In einer Zeit, in der Tagungen und Kongresse zunehmend standardisiert werden, setzt die Autorin dieses Fachartikels ein klares Zeichen: Um Menschen zur aktiven Teilnahme und zum Austausch mit anderen zu animieren, braucht es ungewöhnliche Methoden. Es lohnt sich für die Veranstalter in ihr Event auch „Spiele“ zu integrieren, die überraschen, irritieren, berühren – und gerade deshalb nachhaltig wirken.
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