Tagen 1/2026

Liebe Leserinnen und Leser, abends beim Einchecken in einem Hotel wurde ich „Wie geht es Ihnen?“ gefragt. Ich sagte, ich sei sehr müde von der Anreise und mit der Lifestyle-Teilzeit hätte es in letzter Zeit auch nicht geklappt. Diese Antwort wurde überhört. Schnell wurde mir klar, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Auf die Frage „Wie geht’s?“ sollte man höflicherweise nur mit „Danke, gut. Und Ihnen?“ antworten. Andere mit seinen Wehwehchen zu belästigen, schickt sich im Rahmen eines Small Talks nicht. Andererseits wirbt das aufgesuchte Hotel damit, dass sich die Gäste bei ihm immer gut betreut fühlten. Da hätte es schon eine empathische Reaktion sein dürfen – nach dem Motto „Darf ich Ihnen schnell einen Kaffee organisieren?“. Vielleicht sollte ich mit dieser Erwartung lieber in einem Fünf-Sterne-Haus absteigen oder einfach nur darauf hoffen, dass demnächst die künstliche Intelligenz die Gästebetreuung übernimmt. In der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung wurde nämlich ein visionärer Text veröffentlich, wonach in ferner Zukunft ein Gast beim Betreten eines Hotels von einem holografischen Concierge begrüßt wird. Der spricht nicht nur die Muttersprache des Gastes, sondern errät sogar seine aktuelle Stimmung. Die KI erkennt unter anderem den Erschöpfungszustand und empfiehlt dem Gast eine ausgesprochen beruhigende Lichttherapie und ein intelligentes Bett, das sich seinen Schlafgewohnheiten anpasst. Schließlich wird auch noch für eine erholsame Klangkulisse gesorgt. Das klingt alles nach einer fernen Zukunft, aber schon in diesem Jahr wird die KI die Entwicklung in der Hotellerie und im Eventmanagement maßgeblich beeinflussen. Lesen Sie mehr über die aktuellen Branchentrends ab Seite 48 und nutzen Sie die ganz konkreten Tipps unserer Autorin (ab Seite 62), um mit mehr individueller Kompetenz in die KI-Ära zu starten. Egal ob Einkäufer oder Verkäufer, jeder muss anfangen, die KI irgendwie zu seinem Partner zu machen. Eine bekannte Nobelpreisträgerin sagte einmal: Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss sich nur bemühen, so viel wie möglich zu verstehen. Mit herzlichen Grüßen Martin Pichler Chefredakteur „Gute Hotels sollten wie Serotonin sein und die Entspannung und das Wohlbefinden der Gäste steigern.“ tagen Editorial tagen 01.26

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