tagen tagen 01.26 18 der Drohnen, die in einer Show genutzt werden, steigen auch die Möglichkeiten, komplexe Bilder zu zeigen. Der Rekord liegt derzeit bei der Nutzung von 11.600 Drohnen. Um zu verstehen, warum Drohnenshows eine solche Faszination ausüben, lohnt sich zunächst ein Blick auf die technologischen Grundlagen. Eine moderne Drohnenshow besteht aus Dutzenden bis Hunderten von speziell konstruierten Quadrokoptern, die mit hochpräzisen GPS-Modulen und LED-Leuchten ausgestattet sind. Diese Flugobjekte werden von einer zentralen Software gesteuert, die ihre Positionen in Echtzeit koordiniert und dafür sorgt, dass jede einzelne Drohne exakt den ihr zugewiesenen Platz in einem dreidimensionalen Raum einnimmt. Jede Drohne bekommt ihren eigenen Flugpfad. Sie kommuniziert nicht mit den anderen Drohnen. Das Ergebnis ist eine Art lebendige Leinwand am Nachthimmel, auf der sich beliebige Formen, Figuren und sogar animierte Sequenzen darstellen lassen. Wichtig zu wissen: Anders als viele Hobbydrohnen sind die Drohnen bei den Flugshows nicht mit Kameras ausgerüstet. Sie tragen nur die LEDs. Je weniger Gewicht, desto länger hält der Akku. Derzeit sind Akkulaufzeiten von rund 30 Minuten üblich, jedoch werden die Shows aus Sicherheitsgründen auf zehn bis 15 Minuten begrenzt. Das ist auch ein idealer Zeitraum, um die Aufmerksamkeit eines Publikums durchgehend zu fesseln. „Kein Zuschauer soll eine Nackenstarre bekommen“, verspricht Fabian Göddert. Ständig neue Optimierungen Die Entwicklung der Technologie hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Führende Anbieter arbeiten heute mit Schwärmen von fünfhundert, tausend oder sogar mehreren tausend Drohnen gleichzeitig. Je mehr Drohnen, desto detailliertere Bilder sind möglich. Die Präzision der Positionierung ist dabei auf wenige Zentimeter genau, was filigrane Details und fließende Übergänge ermöglicht. Jede Show wird von einem Piloten und einem Co-Piloten überwacht. Die eigentliche Steuerung der einzelnen Drohnen ist automatisiert und erfolgt per Software. Doch der Pilot und sein Team sind dafür verantwortlich, dass die Drohnen reibungslos funktionieren und insbesondere alle Akkus geladen sind. Sie tragen eine hohe Verantwortung, denn sie müssen auch eine Notlandung der Drohnen einleiten, falls zum Beispiel ein Rettungshubschrauber den Weg der Drohnenshow zu kreuzen droht. Es gibt durchaus Beispiele dafür, dass Shows gescheitert sind. So gingen etwa im Freizeitpark Rietberg in der Nähe von Gütersloh 2024 rund 300 Drohnen hoch, doch 200 von ihnen stürzten ab. Die geplanten Bilder am Nachthimmel waren recht unvollständig. Die Ursache ist bisher nicht klar, der Gartenpark geht von einer externen Störung zum Beispiel durch eine fremde Drohne aus. Allerdings machen sich Hobbydrohnenpiloten strafbar, wenn sie in eine Show hineinfliegen. Vögel hingegen nehmen die Drohnenformationen als Schwarm wahr und meiden sie instinktiv. Der Weg zur eigenen Drohnenshow Für Unternehmen, die eine Drohnenshow in Erwägung ziehen, beginnt der Organisationsprozess Wochen oder idealerweise mehrere Monate vor dem geplanten Event. Wenn ein Unternehmen eine Drohnenshow wünscht, muss zunächst der geplante Standort in Augenschein genommen werden. Eine Drohnenshow benötigt einen ausreichend großen Luftraum, der frei von Hindernissen wie hohen Bäumen, Stromleitungen oder Gebäuden ist. Die Drohnen starten von einer Bodenfläche, die je nach Anzahl der Flugobjekte mehrere hundert Quadratmeter umfassen kann und steigen dann in eine Höhe von typischerweise fünfzig bis zweihundert Metern auf. Der Abstand zu den Zuschauern muss ausreichend groß bemessen sein, um Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Er sollte gleichzeitig aber nah genug am Publikum sein, um ein eindrucksvolles Erlebnis zu gewährleisten. Drohnen fliegen mit einer Geschwindigkeit von 16 Metern pro Sekunde. Ein aus rund 150 Metern Höhe abstürzender Flugkörper kann durchaus ernste Verletzungen zufügen, daher werden die Zuschauer nie unter den Drohnen platziert. Keine Angst vor dem Genehmigungsmarathon Ist die Standortfrage geklärt, holt der Anbieter der Show die erforderlichen Genehmigungen ein. In Deutschland unterliegt der Betrieb von Drohnen strengen luftrechtlichen Vorschriften, die im Falle einer Showveranstaltung mit Hunderten von Geräten besonders kompliziert sind und sich je nach Bundesland unterscheiden. Die verantwortlichen Luftfahrtbehörden müssen über den geplanten Flug informiert werden und ihre Zustimmung erteilen. In der Nähe von Flughäfen oder von Hubschrauberlandeplätzen an Klinken können zusätzliche Auflagen gelten oder Genehmigungen gar nicht erst erteilt werden. Auch Naturschutzgebiete oder militärische Sperrgebiete können Einschränkungen mit sich bringen. In Großstädten ist der Aufwand für das Einholen von Genehmigungen in der Regel höher als in der Provinz. Professionelle Drohnenshowanbieter übernehmen die Koordination mit den Behörden und verfügen über die notwendigen Erfahrungen im Umgang mit dem Genehmigungsdschungel. Auftraggeber sollten einen realistischen Zeitrahmen einplanen, denn die behördlichen Verfahren können mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen. Eine spontane Drohnenshow ist vor diesem Hintergrund undenkbar. Her mit einer individuellen Choreografie Sobald die grundsätzlichen Rahmenbedingungen geklärt sind, beginnt die Entwicklung der Choreografie eigentlich. Das ist die eigentlich spannende Phase. „Die Show kann individuell auf die jeweilige Veranstaltung zugeschnitten werden – mit Logos, Botschaften oder einer eigenen Dramaturgie“, erklärt Madlen Kronfeld von der Showmatrix GmbH in Elz. „Dadurch entsteht ein modernes Highlight, das ein Event auf ein neues Level heben kann.“ Showmatrix hat sich aus der Eventtechnik entwickelt und hat deshalb Einblick auch in andere Gewerke, sodass ein reibungsloser Ablauf geplant werden kann. Erste Entwürfe für das Design einer Drohnenshow werden mit einer Simulationssoftware visualisiert und verfeinert. Es wird ein sogenanntes Storyboard geschrieben, das wie beim Film die einzelnen Motive festhält. „Wir freuen uns vor allem über Ideen, Wünsche und eine klare Vorstellung des Auftraggebers“, so Kronfeld. Die technischen Möglichkeiten sind dabei nahezu Foto Seite 16-17: IMAGO / Uwe Kraft
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