Tagen 1/2024

tagen Stadthallen Warum sie gebraucht werden Inspirationen für Meetings, Kongresse und Events 01.24 Auflage: 35.000 Exemplare Appetit Event-Inc-Umfrage bestätigt Lust auf reale Treffen Achtsamkeit Entspannt und kreativ tagen im Kloster Action 20 Tipps, um mit einer starken Tagung mehr zu erreichen

Liebe Leserinnen und Leser, das letzte Jahr ging gerade zu Ende, da überraschte mich ein Gefühl der Schadenfreude. Sie kennen doch bestimmt noch Zoom, ein amerikanisches Unternehmen, das Software für Videokonferenzen anbietet. Zoom nutzte gezielt die Chance, die ihm die Coronapandemie bot. Zur Belohnung schoss der Aktienkurs des Unternehmens Ende des Jahres 2020 auf den schwindelerregenden Höchststand von 559 US-Dollar. Ende November 2023 entdeckte ich durch Zufall, dass der Kurs jetzt nur noch um die 60 USDollar herumdümpelt. Ist die hämische Freude darüber, dass die Bäume der Krisengewinnler nicht in den Himmel wachsen, unanständig? Die Abwärtsbewegung des Aktienkurses signalisiert immerhin das Ende einer Ära. Statt virtueller Interaktionen werden in allen Bereichen wieder vermehrt persönliche Begegnungen gesucht. Als die Zoom-Aktie mangels Performance aus dem US-Tech-Index „Nasdaq 100“ flog, schwang sich ein Börsenblogger sogar zu dem Kommentar auf, der Abstieg von Zoom sei ein „Lebenszeichen der Menschheit“. Dieses „Lebenszeichen“ spiegelt sich derzeit auch in folgenden aktuellen Umfragen wider: • 60 Prozent der deutschen Unternehmen werden in diesem Jahr trotz schwacher Wirtschaft genauso viele Tagungen durchführen wie 2023. Weitere 30 Prozent sagen sogar, dass es bei ihnen mehr Business-Veranstaltungen geben wird (MICE-Report 2024 – mehr ab Seite 46). • In Europa werden die Business-Budgets für Livekommunikation (Tagungen, Events) bei 26,3 Prozent der Unternehmen steigen, bei 46,9 Prozent gleich bleiben (Verband Livecom Alliance auf Seite 51). • Die Anzahl der deutschen Unternehmen, die auf „ihrer“ Branchenmesse ausstellen, stieg von 141.000 im Jahr 2022 auf 180.000 im Jahr 2023 (AUMA). Den Drang der Menschen hin zu realen Tagungen, Kongressen und Messen begründete Colja Dams, Chef der VOK DAMS Agency for Events and Live-Marketing, mit dem „Lagerfeuer-Gen“ (Seite 63). In jedem Berufstätigen stecke dieses Gen, das seit Urzeiten die Menschen dazu veranlasse, sich mit ihresgleichen zusammenzusetzen, Erfahrungen auszutauschen und sich spannende Geschichten zu erzählen. Wieder was gelernt. Mit herzlichen Grüßen Martin Pichler Chefredakteur „Darf ich mich darüber freuen, dass die Aktie eines Anbieters von Videokonferenzen an der Börse abstürzte?“ tagen 3 Editorial tagen 01.24

aktuell 06 News Der Seminar- und Tagungsmarkt entwickelt sich ständig weiter Lesen Sie unsere aktuellen Kurznachrichten und Statistiken tagen 16 Titelgeschichte Stadthallen werden gebraucht Stadthallen sind kultureller Mittelpunkt einer Stadt und auch attraktiv als Tagungs- und Kongresslocation 22 Interview I „Erreichbarkeit wichtig“ Björn Rudek und Carmen Brauckhoff über die Bedeutung des Congress Centrums Würzburg (CCW) 24 Interview II „Modern tagen, romantisch feiern“ Mathias Schiemer über die Strahlkraft des nagelneuen Heidelberger Congress Centers (HCC) 26 Marktübersicht Neue Tagungshotels Auch in der ersten Hälfte des Jahres 2024 werden wieder neue Hotels mit Tagungskapazitäten eröffnet 32 Österreich im Blick Neue Hotels in Wien In Wien gibt es nach der Coronakrise Hotelneueröffnungen, die Veranstalter kennen sollten 34 Spezielle Locations Tagen im Kloster Die besondere Atmosphäre von (ehemaligen) Klöstern hilft Tagungsgästen beim Denken an das Wesentliche Stadthalle ist nicht gleich Stadthalle. Sie unterscheiden sich nach Größe und Funktionalität. Aber alle Stadthallen sind ein wichtiger Mittelpunkt in ihrer Region. 16 4 

40 Interview „Leben ist Begegnung“ Ohne Berthold Uphoff gäbe es kein Tagungszentrum Schmerlenbach 42 Porträt Der Renthof in Kassel Alte Klostermauern, moderne Nachhaltigkeit und regionale Produkte 46 Umfrage Tagungsmarkt behauptet sich Wichtige Kennzahlen im Vergleich zum Vorjahr 52 Interview „Leicht machen“ Paul Hermann, Event Inc Group, über den Umgang unter Profis 54 Psychologie Bedürfnisse befriedigen Teilnehmende einer Tagung wollen selbstständig entscheiden können 56 Publikumsaktivierung Die Wirkung erhöhen 20 Tipps für Praktiker, um mit Tagungen mehr zu erreichen 62 Messebericht Best of Events in Dortmund Die Eventbranche hat keine Angst vor der künstlichen Intelligenz 66 Spieltheorie Schnauze, Speaker! Der einzige Weg, Quasselstrippen von der Bühne zu holen tagen Impressum REDAKTION Martin Pichler (V.i.S.d.P.) Chefredakteur martin.pichler@haufe-lexware.com AUTOREN UND AUTORINNEN Paul Philipp Hermann, Uta Müller, Katrin NauberHappel, Gudrun Porath, Dorothea Olbert GRAFIK/LAYOUT Ruth Großer, Maria Nefzger TITELSEITE CCH / Piet Niemann VERLAG Haufe-Lexware GmbH & Co. KG Munzinger Straße 9, D-79111 Freiburg Herausgeber: Reiner Straub www.haufe.com DRUCK Senefelder Misset, Doetinchem ANZEIGEN Media Sales Annette Förster Tel. 0931 2791-544 Fax 09367 987604 annette.foerster@haufe-lexware.com Jonas Cordruwisch Tel. 0931 2791-557 Fax 0931 2791-477 jonas.cordruwisch@haufe-lexware.com ANZEIGENDISPOSITION Inge Fischer Tel. 0931 2791-433 Fax 0931 2791-477 inge.fischer@haufe-lexware.com  5

tagen tagen 01.24 6 Foto: Kevin Mazur / Kontributor / gettyimages.de GROSSBRAND IN WESTERNSTADT „PULLMAN CITY“ In der Westernstadt „Pullman City“ in Eging am See (Landkreis Passau) hat ein Großfeuer zahlreiche Gebäude zerstört. Der Schaden geht in die Millionen. Zum Glück gab es nur zwei Leichtverletzte. Die rund 180 Besucher, die in Hotels in der Westernstadt übernachteten, wurden unverletzt von den Mitarbeitenden des Parks evakuiert. Zerstört wurde die sogenannte „Music Hall“, das Hauptgebäude der Westernstadt, in dem auch regelmäßig Firmenevents und Business-Tagungen für bis zu 500 Personen durchgeführt wurden. Bekannt war die Westernstadt für ihre teamorientierten Rahmenprogramme und insbesondere die sogenannten Wild-West-Parcours. Der Popstar Adele, eine britische Pop-, Soul-, Jazz- und R&BSängerin sowie sechzehnfache Grammy-Gewinnerin, will im August auf dem Münchner Messegelände zehn Konzerte geben, zu denen jeweils 80.000 Menschen aus ganz Europa kommen sollten. Die insgesamt 800.000 Besucherinnen und Besucher werden nach aktuellen Schätzungen mit einer Verdopplung der durchschnittlichen Zimmerpreise in München rechnen müssen. Wenn der überwiegende Teil der Konzertbesucher sich für mindestens zwei Nächte in einem Hotel einbucht, dürften über den August verteilt locker mehr als eine Million Hotelzimmer in der Stadt verkauft werden. Die Konzerttermine von Adele sind am 2., 3., 9. und 10. August und am 14., 16., 23., 24., 30. und 31. August. Das Oktoberfest 2024 findet vom 21. September bis 6. Oktober 2024 an 16 Tagen statt. Die Wiesn wurde im Jahr 2023 von 7,2 Millionen Menschen besucht. Die Oktoberfest-Zahl legt München wohl ausgebucht Adele. Oscar-, Golden-Globe- und sechzehnfache GrammyGewinnerin, liebt München. nahe, dass Adeles Auftritt eher einer kleinen Wiesn entspricht und von den Münchner Hotels gut bewältigt werden dürfte. Wer als Hotelier auf Seminar- und Tagungsgäste angewiesen ist, hat Glück. Im August finden wegen der Urlaubszeit nur wenige BusinessVeranstaltungen statt, sodass es nicht ins Gewicht fällt, wenn wegen des Adele-Rummels keine Tagungspauschalen in die Kasse kommen sollten. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München nutzte die Aufmerksamkeit der Medien und wies in der Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung darauf hin, dass es in diesem Jahr in München nicht nur einen Adele-Auflauf, sondern eine Vielzahl an Höhepunkten gibt: „Ein Highlight jagt das andere. Vor allen Dingen haben wir weitere internationale Stars zu Gast, die die Stadt erstrahlen lassen: Metallica, Taylor Swift, Coldplay, Ed Sheeran“, betonte ein Vertreter der Stadt.

Nachrichten Weltweit erstes KI-gesteuertes Restaurant eröffnet In Pasadena, Kalifornien, wurde Anfang des Jahres mit „Cali Express by Flippy“ das weltweit erste nur von Robotern betriebene Restaurant eröffnet. Als Gast geht man zuerst an einen Selbstbestellungskiosk, um zu bestellen und zu bezahlen. Man kann dann zusehen, wie das Essen robotergesteuert zubereitet wird. Eine Neuheit ist „Flippy“, der weltweit erste vollständig autonome Roboter fürs Frittieren. Der Hersteller von Flippy, ein Unternehmen namens Miso Robotics, experimentiert schon seit sieben Jahren mit Robotern, die in der Gastronomie eingesetzt werden können. Die Roboter werden ständig trainiert, um die Konsistenz eines Essens zu optimieren, die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. „Unseres Wissens nach haben wir das weltweit erste Restaurant gebaut, in dem sowohl die Bestellung als auch jeder einzelne Koch- und Serviervorgang vollständig automatisiert ist“, sagt John Miller, Vorstandsmitglied von Miso Robotics. Neben Miso Robotics, das die Küchen- und Servierroboter entwickelte, ist noch das Unternehmen Pop ID an dem Projekt beteiligt. Es hat das Bezahlen mithilfe biometrischer Kundendaten vereinfacht. In New York wurde im Stadtbezirk Brooklyn zeitgleich ein Café eröffnet, in dem ein Roboter einen gewünschten Kaffee zubereitet, in einen Becher füllt und dem Kunden in die Hand drückt. Die Arme des Roboters haben jeweils sechs Gelenke! Um die Angst vor diesem Roboter zu senken, wird er als „leidenschaftlicher, hilfsbereiter Dienstleister“ vermarktet. 7 Was in Hotels geklaut wird Hotelgäste lassen nicht nur Seife und Shampoo aus ihrem Zimmer mitgehen. Manche stehlen auch Fernseher, Matratzen oder Gemälde. Das Hotelportal „Wellness Heaven“ (www.wellness-heaven.de) hat 1.376 Hoteliers befragt, welche Gegenstände am häufigsten entwendet werden. Danach werden Handtücher (79,2 Prozent aller Diebstähle) und Bademäntel (66,4 Prozent) am häufigsten gestohlen. Etwas weniger begehrt sind die Kleiderbügel (49,8 Prozent), Schreibutensilien (41,8 Prozent) und Kosmetikartikel (36,5 Prozent). Erwähnenswert ist, dass auch Skurriles verschwindet: Abgeschraubt und geklaut wurden im letzten Jahr ab und an alle Arten von Badarmaturen, vom Kopf einer Regendusche bis hin zum Toilettensitz. Einige Gäste klauen nicht nur Gegenstände aus ihren Zimmern, sondern begeben sich auch auf nächtliche Streifzüge, um in der Hotelbar oder dem Wellness-Bereich wertvolle Dinge wie Musikanlagen abzuschrauben. Laut „Wellness Heaven“ stehlen deutsche Hotelgäste eher Handtüchern und Kosmetik. Die Österreicher lassen am liebsten Geschirr mitgehen und die Italiener bevorzugen Weingläser als „Souvenir“. Bei Schweizern rangiert hingegen der Haarföhn weit oben im Ranking und Franzosen klauen mit Abstand am häufigsten Fernbedienungen. Bei Amerikanern liegen Kopfkissen hoch im Kurs und holländische Hotelgäste sind scharf Glühbirnen und Toilettenpapier.

tagen tagen 01.24 8 Diese Externen werden gebucht Aus der diesjährigen MICE-Umfrage des IT-Dienstleisters Event Inc Group in Hamburg geht hervor, dass die guten alten Motivationsredner immerhin noch weit vorn unter den begehrten Typen von Speakern liegen (Mehrfachnennung möglich). Die Tagungsprofis in der Wirtschaft wurden gefragt, welche Arten von Externen sie derzeit gerne zu internen Firmenveranstaltungen einladen. Die Antworten aus Anfang 2024 sagen, dass am liebsten eingeladen werden: Zu den „Sonstigen“ (17 Prozent), die auch noch erwähnt wurden und die von einigen Firmen bevorzugt werden, gehören unter anderem Politiker, Gewerkschafter und höhere Beamte aus diversen Behörden. Quelle: MICE-Umfrage 2024/Event Inc Group Hamburg Moderatoren für die gesamte Veranstaltung 83 % Unternehmensberater als Speaker 69 % Motivationstrainer 47 % Es wird auf externe Moderatoren/Redner verzichtet 45 % Professoren und Wirtschaftsweise 39 % Zukunftsforscher 32 % Comedians 12 % Vorbildlich mit System Einen aktuellen, 132 Seiten starken Nachhaltigkeits-Ratgeber für Hotels, Hallen und Veranstalter haben Gerhard Hötger und Jörn Raith veröffentlicht. Bestellungen über www.degefest.de

Nachrichten 9 Markus Fischer ist GSA-Newcomer Zum besten Nachwuchs-Speaker des Jahres wurde auf dem GSA-BusinessForum Mitte Januar 2024 der Selbstsicherheitsexperte Markus Fischer aus Stuttgart gewählt. Er war 18 Jahre lang Solo-Schlagzeuger der Stuttgarter Philharmoniker. Nach einem schweren Motorradunfall warf ihn eine scheinbar unüberwindbare Auftrittsangst aus der Bahn. Mit der Hilfe von Psychologen und einer „Selbsthilfe“ durch eigene psychologische Weiterbildungen gelang es ihm, sich nach einiger Zeit wieder auf eine Bühne zu trauen. Bald folgten Einladungen von Orchestern, Musikhochschulen und Universitäten, um als Gastdozent über Lampenfieber und den Umgang mit diesem zu reden. So entwickelte sich bei Fischer die Spezialisierung zum Selbstsicherheitsexperten und Auftrittscoach. In seinen Coachings, Trainings und Vorträgen bezieht sich Fischer auf die aus seinen Erfahrungen heraus entwickelten Strategien für Souveränität und die bestmögliche Performance auf einer Bühne. Die German Speakers Association (GSA) veranstaltet jedes Jahr am Vortag zur Messe „Best of Events“ in Dortmund ein eintägiges „Business Forum“, ein Schaulaufen für den deutschen Rednernachwuchs. In diesem Jahr traten 14 Redner auf und wurden von einem Fachpublikum bewertet. 45 Etagen und eine Höhe von 176 Metern wird der neue Estrel-Tower in Berlin haben. Er wird Anfang 2025 eröffnet werden und als Berlins höchstes Hochhaus auch 525 Hotelzimmer beherbergen.

tagen tagen 01.24 Foto: Philip Gunkel 10 Eine besonders futuristische Form sich in einer sehr großen Halle in kleine, abgeschlossene Räume zurückzuziehen, konnten die Teilnehmenden der 24. Fachtagung des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC) Ende letzten Jahres ausprobieren. Die Veranstaltung fand im Olympiapark München statt, dem Austragungsort der Olympischen Spiele des Jahres 1972. Als die Eröffnungsrede im Plenum vorbei war, trafen sich die unterschiedlichsten Expertengruppen in kleinen Eventzelten, die nebeneinander in einer Sportarena aufgebaut worden waren. Die runden oder eckigen Zelte werden aufgeblasen, man kann Stühle, Flipcharts und Bildschirme in sie hineinstellen und erlebt im Inneren eine gute Akustik ohne Störgeräusche von außen. Bei Bedarf kann der Eingang sogar mit einer Glastür abgeschlossen werden. Der Hersteller, die Quickspace Zeltsysteme GmbH aus Nordhorn, berichtet, dass sie sogar schon auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos aufblasbare Zelte und Iglus als temporäre Workshopräume habe aufstellen dürfen. Entscheidend sei dafür das hochwertige Material und die optimalen akustischen Eigenschaften der Zelte gewesen. Mehrere davon seien in einem Abstand von einigen Metern zueinander aufgebaut worden, ohne dass es zu einer Schallübertragung zwischen den Zelten gekommen sei. Das innovative Aussehen der Zelte und Iglus, die in jeder gewünschten Farbe beleuchtet werden können, trage außerdem zu einer inspirierenden Umgebung bei. Durch die schnellen Auf- und Abbauzeiten kann eine Veranstaltungshalle in kurzer Zeit mehrere Funktionen erfüllen – am Vormittag eine Plenarsitzung und am Nachmittag Gruppendiskussionen in separaten Räumen. Aufblasbare Gruppenräume Mobile, aufblasbare Workshopräume locken Veranstalter mit einem schnellen Aufbau und guter Akustik im Innenraum des jeweiligen „Zelts“ oder „Iglus“.

Nachrichten Nachhaltigere Events Wie man reale Events nachhaltiger machen kann und warum Online-Events auch die Umwelt belasten, darum geht es in dem sehr lesenswerten Buch „Nachhaltigkeit im Eventmanagement: Praxisideen mit Fokus auf Green Marketing und Digitalisierung“, das 2023 bei Haufe in Freiburg erschienen ist (200 Seiten, 44,99 Euro). Den Autoren Nils Cordell und Heiner Weigand, zwei erfahrene Eventprofis, geht es einerseits um Ökologie und Nachhaltigkeit, aber auch darum, dass eine nachhaltige Veranstaltung letztlich profitabel sein muss. Wer reale Treffen verantworten muss, sollte in Sachen Nachhaltigkeit sehr streng die Location und das Catering auswählen, denn die Art der Anreise der Teilnehmenden kann er nur sehr indirekt beeinflussen. Die Autoren warnen aber auch: Menschen, die zuhause bleiben, um einem Kongress online zu folgen, verbrauchen Strom, nutzen oft nicht nachhaltig produzierte Laptops und VR-Brillen und setzen möglicherweise auf umweltschädliche LIeferdienste. Wir lernen, dass es auch den Begriff der „digitalen Anreise“ gibt. 11 Tagungen werden zu Festivals Nach der Coronakrise bemerkte das Seminar- und Tagungshotel Arcadeon in Hagen, dass die Kunden immer öfter sehr umfangreiche Rahmenprogramme buchten, um so den Zusammenhalt von Teams zu stärken. Es fiel auf, dass die Rahmenprogramme oft wenig mit dem jeweiligen Tagungsprogramm zu tun hatten. Die Arcadeon-Chefs Claudia und Jörg Bachmann dachten sich, dass es Sinn machen könnte, das Teambuilding der Rahmenprogramme von Anfang an in eine Tagung zu integrieren. Zusammen mit der Deepwood GmbH in Wuppertal entwickelte man das Konzept der Festivalisierung von Tagungen (ab etwa 30 Personen). Vor einem Event wird mit dem Auftraggeber dessen Bedarf analysiert. Während der Tagung wird abwechselnd am eigentlichen Arbeitsthema und an der Energie der Teilnehmenden gearbeitet. Es wird abwechselnd für Gemeinschaftserlebnisse und für individualisierte Kleingruppenevents gesorgt.

tagen 12 Aldiana Club mit MICE-Angeboten Aldiana, Tochter der DER Touristik, intensiviert seine Präsenz im Bereich MICE und bietet zwei neue Tagungsmöglichkeiten an. So wurde das Seminarzentrum in Ampflwang renoviert und modernisiert. Auf Fuerteventura wurde ein früheres Bürogebäude in das Seminarzentrum „Casa Atlantica“ umgewandelt. Mit der Neueröffnung der Seminarzentren in Österreich und Fuerteventura setzt Aldiana neue Maßstäbe: Im Herzen des Österreichischen Hausruckwaldes gelegen, bietet das modernisierte Seminarzentrum im Aldiana Club Ampflwang eine inspirierende Umgebung für geschäftliche Veranstaltungen. Die Räumlichkeiten sind passend zum Motto „Tagen inmitten eines Waldes“ konzipiert. Insgesamt stehen neun multifunktionale Räume zur Verfügung, um Veranstaltungen flexibel zu gestalten. Von kleinen Teammeetings bis hin zu größeren Konferenzen mit bis zu 600 Teilnehmenden ist alles denkbar. Vor Ort stehen spezialisierte Gruppenverantwortliche als Ansprechpartner bereit. Das neu eingerichtete Seminarzentrum „Casa Atlantica“ im Aldiana Club Fuerteventura bietet sieben Räume, die ideal für kleinere Gruppen und Meetings in konzentrierter Atmosphäre sind. Die Lage direkt an den Klippen des Atlantiks schafft eine einzigartige Umgebung zum Beispiel für Kundenevents und andere geschäftliche Veranstaltungen. Die Lage des Resorts eröffnet auch ein breites Spektrum an Teambuilding-Möglichkeiten. Das Seminarzentrum Casa Atlantica auf Fuerteventura bietet unter anderem auch TeambuildingEvents am Meer. Foto: Aldiana

Nachrichten Das Erlebnis-Oldtimer-Museum „PS-Speicher“ im südniedersächsischen Einbeck zählte im Jahr 2023 rund 100.000 Besucher. Das ist Besucherrekord. Der Zuwachs allein von 2023 auf 2024 entspricht 25 Prozent. Mit 2.500 Exponaten gilt der PS-Speicher als größte Oldtimersammlung in Europa. Der PS-Speicher ist andererseits mehr als ein Museum. Die zentrale Halle mit einer Gesamtfläche von rund 1.300 Quadratmetern bietet Platz für Events mit bis zu 800 Personen. Aufgrund ihrer multifunktionalen Ausstattung ist die Halle für Veranstaltungen wie Bankette, Tagungen, Kongresse und Hauptversammlungen von Unternehmen gut geeignet. Außerdem gibt es noch ein Forum mit 450 Quadratmetern für bis zu 400 Personen. OldtimerMuseum als Besuchermagnet 2.500 Whiskysorten gibt es in der Bar des Hotels „Waldhaus am See“ in St. Moritz zu probieren. Das ist die größte Whiskyauswahl der Welt, sagt das Guinness-Buch der Rekorde. 13

tagen 14 Bald wieder im Freien tagen Auch in diesem Jahr darf das Lernen und Tagen im Freien nicht zu kurz kommen. Die Menschen warteten auf einen „Frischekick“, sind sich das Hotel am Badersee und das ABG Tagungszentrum sicher. Beide Hotels gehören dem Genossenschaftsverband Bayern e.V. und nutzen ihre „fantastische Lage“ dazu, Seminare und Tagungen in der Natur anzubieten. Gruppenarbeiten mit bis zu zehn Personen können zum Beispiel oft auch im Gehen erledigt werden – auf besonders inspirierenden Rundwanderwegen, die so ausgewählt wurden, dass sie in 30 oder 60 Minuten bewältigt werden können. Beide Hotels bieten auch das Team-Outdoor-Konzept „Naturresponse“ an, das als Rahmenprogramm oder als Gruppenworkshop in jedes Event integriert werden kann. Mit je sieben Übungen wird so in der Natur an der Stärkung von Soft Skills und an einem authentischen Team-Gefühl gearbeitet. Das 4-Sterne-Hotel am Badersee liegt mit Zugspitzblick in Grainau, sechs Kilometer von Garmisch-Partenkirchen entfernt. Das Haus verfügt über 135 Zimmer und 22 Tagungs-, Kreativ- und Gruppenräume für maximal 200 Personen. Das ABG Tagungszentrum liegt außerhalb von Beilngries in Alleinlage am Naturpark Altmühltal. Es ist mit 248 Zimmern und 52 Tagungs-, Kreativ- und Gruppenräumen für bis zu 170 Personen eines der größten Tagungszentren der Region. Seminare und Meetings auf Terrassen oder Wiesen sind im Hotel am Badersee Standard.

Der Charme Bayerns als Veranstaltungsort besteht in einem Mix aus Kultur in der Klein- und Großstadt, Berge und Seen im Umland sowie der Nähe zu internationalen Flughäfen und innovationstreibenden Unter- nehmen – die Wahl der Event-Location will dennoch gut überlegt sein. Raus aus der Stadt, rein ins Meeting Um sich voll auf die Tagungsinhalte konzentrieren zu können, bietet das Bavaria Sales Office etwas außerhalb des städtischen Trubels ein Portfolio aus Business-Hotels und Kongresszentrum: Im Münchner Süden warten das Hotel Courtyard by Marriott Oberpfaffenhofen und im nördlich gelegenen Freising das Munich Airport Marriott Hotel mit individuellen Tagungsmöglichkeiten auf. Im Forschungscampus Garching begeistert das Science Congress Center Munich (SSCM) durch sein Design und einem besonderen Mehrwert: Zu dem Gebäudekomplex zählt das Courtyard by Marriott München Garching – eine perfekte Übernachtungslösung für die Abende vor oder nach einem Event. Wer einen längeren Aufenthalt einplant, für den eignet sich das Stellaris Apartment Hotel. Tagen mit Pioniergeist in der Luft Inspirierende Atmosphäre für Tagungen und Seminare bietet das Courtyard by Marriott Oberpfaffenhofen Munich South. Das Hotel ist inmitten der grünen Landschaft der Region Starnberg-Ammersee gelegen, wo der Name Dornier einst Luftfahrtgeschichte schrieb. In Fußnähe befindet sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Naheliegend, dass die Fliegerei auch das Interieur des Hauses prägt – von Artefakten in der Lobby bis zum Wandbild im Restaurant „fahrwerk“. Sechs moderne Tagungsräume stehen für Business-Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe zur Verfügung. Der größte Raum bietet Platz für maximal 110 Personen. Eine Panoramasauna inklusive Alpenblick sorgt für Ruhe und Entspannung nach dem Tagungsprogramm. Lokaler Charme und internationales Drehkreuz Nähe zu Innovation bietet auch das Munich Airport Marriott Hotel im Herzen des Freisinger Stadtzentrums, denn die renommierte Universität TUM bei Weihenstephan liegt nicht weit entfernt. Ebenfalls gut erreichbar: der Münchner Flughafen, zu dem das Hotel einen Shuttle-Service bietet. Zahlreiche nationale und internationale Business-Meetings finden hier ihren Platz. Mit 18 hochmodernen Veranstaltungsräumen und insgesamt 1.232 Quadratmetern Veranstaltungsfläche (ohne Foyers) können die vielfältigsten Anforderungen erfüllt werden. Das Hotel verfügt über 252 hochwertig ausgestattete Gästezimmer und Suiten. Nach der Tagung locken entweder das urige Restaurant „Stub’n“, ein Getränk an der Bar oder die malerische Innenstadt von Freising. Wo Wissenschaft auf Business trifft Im Science Congress Center Munich (SCCM), Teil des Wissenschaftscampus Garching im Münchner Norden, stehen insgesamt 2.400 Quadratmeter Veranstaltungsfläche zur Verfügung. Nebst Foyer sowie 14 individuell gestaltbaren Räumen bildet ein Audimax das Herzstück des SCCM. Das viel gepriesene Auditorium verfügt über 1.300 Plätze. Eine Bühne mit Tageslicht, Tontechnik in Konzertqualität und Übersetzerkabinen ermöglichen unterschiedlichste Event-Formate aller Art. Die Lage: verkehrsgünstig zwischen dem Flughafen München und der bayerischen Landeshauptstadt mit direktem Anschluss an die U-Bahn in die Münchner Innenstadt. Buchungsanfragen nimmt das Bavaria Sales Office gerne entgegen und berät persönlich zur Umsetzung jeder Art von Event. Kontakt: sales@bso-munich.com Tagen in den Innovations-Hubs bei München Das Science Congress Center Munich (SCCM) und Courtyard by Marriott München Garching inmitten des Wissenschaftscampus Advertorial

tagen 16 Foto: WorldCCBonn

Stadthallen 17 Stadthallen Von Gudrun Porath Stadthallen vermitteln Kultur, bringen Menschen zusammen und fördern den Austausch, indem sie einen Ort des Miteinanders schaffen. Tagungsveranstalter profitieren von einem erfahrenen Service. Insbesondere in der Form eines Kongresszentrums sorgen viele Stadthallen auch dafür, dass Geld in die Stadt kommt. Warum sie gebraucht werden

tagen tagen 01.24 18 Fotos: von den Locations Nach einer Kernsanierung, die fünf Jahre und zwei Monate dauerte, wurde die Stadthalle Göttingen am 26. Januar 2024 offiziell wieder in Betrieb genommen. Es gab eine bunte Feier mit 1.000 geladenen Gästen. Dass sich die Baukosten von 19 Millionen Euro auf 41,5 Millionen mehr als verdoppelt hatten, spielte an diesem Tag zwar auch eine Rolle, wurde aber verniedlicht. Es hieß nur, die Stadthalle sei „keine einfache Baustelle“ gewesen. Zwei Tage später erkundeten die Einwohner die renovierte Halle. Am meisten gelobt wurde die „herausragende Akustik“, die man im großen Saal mit Platz für 1.194 Personen (alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf eine Reihenbestuhlung) genießen konnte. 1. Stadthallen bringen Kultur zu den Menschen Mehrere Redner wiesen in Göttingen darauf hin, dass das Geld, das in die Renovierung floss, nicht nur in ein Gebäude gesteckt worden sei, sondern in erster Linie „in die Kultur“. Die Stadthalle im Herzen der Stadt sei schließlich ein wichtiger Ort, an dem Menschen zusammen kämen, um gemeinsam etwas Schönes zu erleben. Die Halle sei ein wichtiger Treffpunkt für die lokale Gesellschaft und unbedingt notwendig, um Begegnungen zu ermöglichen. Besonders freute sich Nicholas Milton, der Chefdirigent des Göttinger Symphonieorchesters, über die Renovierung seiner Spielstätte, die er als das „Juwel der Stadt“ bezeichnete. Er sei überglücklich und verspreche, die Herzen der Göttinger und Göttingerinnen mehr denn je mit Musik zu öffnen. Milton schwärmte von einem „wunderschönen neuen Zuhause“. Man könne hier in diesen Räumen an etwas teilhaben, das äußerst wichtig sei in Zeiten der Unsicherheit. Die Göttinger Halle und alle anderen Stadthallen bringen auch Ballett, Schlager, Musicals und Comedy auf die Bühne. Das Amberger Congress Centrum (825 Personen im größten Saal) war im letzten Sommer zwischenzeitlich sogar eine Kunstausstellung. Präsentiert wurden über 100 Arbeiten des Künstlers Georg Baselitz. Begleitet wurde die Ausstellung mit einem umfangreichen Rahmenprogramm, Vorträgen und einer langen Nacht der Kunst mit Führungen bis Mitternacht. Die Coburger „Stadthalle“, das Kongresshaus Rosengarten (Festsaal mit Sitzplätzen für 893 Personen), zeigt ihre Verbundenheit mit der Stadt Coburg durch einen Glasbau, der durch Rahmen und Kristallfronten eine hohe Transparenz erreicht und gleichzeitig den Blick auf einen historisch berühmten Rosengarten ermöglicht. Im Kongresshaus befindet sich ein Restaurant, welches den Besuchern eine Außenterrasse mit Nähe zum Rosengarten bietet. Fazit: Eine Stadthalle stärkt wesentlich die regionale Attraktivität und Lebensqualität aller Einwohner und Einwohnerinnen. 2. Stadthallen sorgen für regionalen Austausch Vor dem 1. Weltkrieg wurden bereits legendäre Stadthallen für die bürgerliche Oberschicht gebaut. Dazu gehören die Stadthalle Wuppertal (heute größter Saal für 1.152 Personen), der Rosengarten Mannheim (heute größter Saal für 2.273 Personen) oder die Stadthalle Heidelberg direkt am Neckar, die gerade komplett renoviert wird. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Festhalle Frankfurt (heute größter Saal für 4.880 Personen). Mit dem „3. Wettstreit Deutscher Männergesangsvereine“ wurde die Festhalle Frankfurt in Gegenwart von Kaiser Congress Centrum Würzburg (CCW) wurde en Hitze wie Kälte ökologisch vorbildlich isoliert. Die frisch renovierte Stadthalle Göttingen wird am Tag der offenen Tür bestaunt. Das neue Heidelberg Congress Center (HCC) beeindruckt mit visionärer Architektur.

Stadthallen 19 Wilhelm II am 19. Mai 1909 eröffnet. Aber seit dem 2. Weltkrieg dreht sich das öffentliche Leben einer Stadt nicht nur um Kultur und schon gar nicht mehr exklusiv um die bürgerliche Kultur. Spätestens als von 1985 bis 1995 viele Stadthallen generalüberholt werden mussten, wurden sie auch bewusst fit gemacht für die unterschiedlichsten Veranstaltungsarten. Neben Opernstars wie Luciano Pavarotti und Placido Domingo konnten nun auch Pop- und Rockgrößen wie Chris de Burgh, Supertramp, Prince, Santana, David Bowie, Tina Turner, Bruce Springsteen oder Bon Jovi in einer Stadthalle professionell auftreten. Die Stadthallen wurden jetzt zu sogenannten Mehrzweckhallen, die für verschiedene Anlässe optimal umgerüstet werden konnten. Davon profitiert heute noch die regionale Wirtschaft. Sie nutzt die Stadthalle, um Mitarbeiterversammlungen abzuhalten oder bietet Tagungen für Kunden und Kundinnen an, um sie über die neuesten Entwicklungen in ihrer Branche auf dem Laufenden zu halten. Beliebt sind auch kleinere Messen, die die regionalen Dienstleiter mit der Bevölkerung in Kontakt bringen. In fast jeder Stadthalle gibt es inzwischen eine Bewerbermesse, eine Bildungs- und Lehrstellenmesse, eine Baumesse mit einem breit angelegten Titel wie „Planen – Bauen – Wohnen – Leben“ oder eine Gesundheitsmesse, eine Hochzeitsmesse und oft auch eine Tattoo Convention. Und natürlich ist eine Stadthalle auch sehr gut zu gebrauchen, wenn die Handwerker ihren Handwerkerball, die Reitvereine ihren Reiterball und die Abiturienten ihren Abiball veranstalten wollen. Auch der örtliche Karnevalsverein kommt die Stadthalle genauso wie die politischen Parteien, die lokale Parteitage abhalten müssen. Die Stadthalle trägt so zur Bildung von Netzwerken in der Region bei. Sie kann sogar aus eigenem Antrieb Anlässe erfinden, die den Menschen in der Region das Netzwerken erleichtern. Für eine kleine Gebühr kann man in einigen Stadthallen an regionalen Business-Tagungen teilnehmen, die die Hallen selbst organisieren. Zur Einstimmung geben professionelle Speaker inhaltlich den Rahmen vor, dann wird in verschiedenen Arbeitsgruppen an aktuellen Themen gearbeitet. 3. Stadthallen lassen die Kassen klingeln Stadthallen kosten die Stadt Geld. Selbst wenn die Kosten des laufenden Veranstaltungsbetriebs nach Corona wieder durch Einnahmen gedeckt werden, so müssen die Ausgaben für die Instandhaltung des Gebäudes und der Einrichtung von der Stadt übernommen werden. Aber spätestens, wenn die Stadthallen zu Kongresszentren werden, bringen sie „unter dem Strich“ Geld. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Tagungs- und Kongress-

tagen tagen 01.24 20 besucher von weit her kommen und mindestens eine Nacht in einem Hotel vor Ort verbringen. Durch die Euros, die die Gäste für das Taxifahren, den Geschenkekauf sowie das Essengehen ausgeben, entsteht ein Gewinn für die Stadt, für den Experten den Begriff „Umwegrentabilität“ erfunden haben. Der Europäische Verband der VeranstaltungsCentren EVVC ist sich sicher: Umwegrentabilität ist der entscheidende Grund, warum Veranstaltungszentren für Kultur und Konzerte, Tagungen und Kongresse, Messen und Wirtschaftsveranstaltungen sowie für den Sport von kommunalen Trägern gebaut und betrieben werden. Nur wenige Städte leisten sich eine genaue Analyse der individuellen Umwegrentabilität. Beispielhaft sei hier aus einem Gutachten zitiert, das sich Dortmund vom Ifo Institut für das Jahr 2019 erstellen ließ. Ab 2020 pausierten wegen der Coronapandemie solche Analyseprojekte deutschlandweit. Betrachtet wurde der Effekt aller in Dortmund im Jahr 2019 abgehaltenen Messen und Kongresse. Es wurde ein „angestoßener gesamtwirtschaftlicher Kaufkrafteffekt“ von 493 Millionen Euro errechnet. Dieses Kaufkraftvolumen wurde zu 43 Prozent in Dortmund und zu 35 Prozent im übrigen Nordrhein-Westfalen wirksam. Außerdem wurde festgestellt, dass rund 195.500 Übernachtungen in Dortmund auf Veranstaltungen in den Westfalenhallen zurückgingen. Das waren über 15 Prozent aller Übernachtungen in Dortmund. Durch alle Veranstaltungen wurden allein in der Stadt Dortmund 2.180 Arbeitsplätze gesichert. Rund 24 Prozent der veranstaltungsinduzierten Arbeitsplätze waren im Hotel- und Gaststättengewerbe angesiedelt. Von den ausgelösten Produktionsprozessen, den daraus resultierenden Einkommen und Gewinnen sowie dem privaten Verbrauch profitiert auch der Staat durch Steuereinnahmen. Allein die Stadt Dortmund konnte sich über drei Millionen höhere Steuereinnahmen freuen. Das Ifo Institut führte die Höhe der wirtschaftlichen Effekte insbesondere auf Dortmunds zwei internationale Messen zurück. Mehr ausländische Besucher und Aussteller bedeuten natürlich auch mehr Hotelübernachtungen. Das German Convention Büro (GCB) in Frankfurt am Main führte die Umwegrentabilitäten der einzelnen Städte zu folgender gesamtdeutschen Schätzung zusammen: Ein Übernachtungsgast, der eine Tagung oder einen Kongress in einer Stadthalle oder einem Kongresszentrum besucht, lässt im Durchschnitt 160 bis 180 Euro in der gastgebenden Stadt. Dass die Politik den Wert von Stadthallen (insbesondere in der Ausprägung eines Kongresszentrums) begriffen hat, zeigte sich Mitte des Jahres 2023 bei der feierlichen Eröffnung des „Congress Centrum Ingolstadt“ (größter Saal für 1.200 Personen). Von „absolut positiven Impulsen“ für die Wirtschaft sprach wie selbstverständlich Oberbürgermeister Christian Scharpf. Und der Staatsminister Dr. Florian Herrmann betonte überschwänglich: „Das neue Congress Centrum macht Ingolstadt und die Region noch attraktiver, ganz Bayern wird von dieser Ingolstädter Investition profitieren.“ Auch die anwesenden Gastronomen gingen davon aus, dass ab sofort viele Kongress- und Reiseveranstalter neugierig auf Ingolstadt und die Region sein würden – zumal das Congress Centrum nicht draußen auf der grünen Wiese gebaut wurde, sondern direkt neben der Altstadt.

tagen tagen 01.24 22 Foto: Martin Pichler tagen: Stichwort MICE: Welchen Umsatzanteil haben bei Ihnen Meetings, Incentives, Conventions und Exhibitions? Björn Rudek: Wir wurden als großes Kongress- und Tagungszentrum geplant und werden in der Praxis zu deutlich über 50 Prozent auch als MICE-Destination genutzt. Wir können gut von unseren Mieteinnahmen und den dazugehörigen Dienstleistungen leben und freuen uns, dass unser MICE-Geschäft auch noch indirekt Umsatz in die Stadt bringt, von dem Hotels, die Gastronomie und der Einzelhandel profitieren. Carmen Brauckhoff: Abgesehen vom MICE-Business ist unser Haus natürlich auch der Mittelpunkt gesellschaftlicher Anlässe. Das geht von Konzert, Ballett, Musical und Comedy bis hin zu politischen Empfängen und zum Beispiel den Faschingssitzungen. Und wir veranstalten auch selbst ein Tourismusforum und einen Wirtschaftsdialog, um die lokale Wirtschaft mit aktuellem Wissen zu versorgen und untereinander besser zu vernetzen. Was beobachten Sie? Warum entscheiden sich Veranstalter dazu, mit einem Kongress zu Ihnen nach Würzburg zu kommen? Rudek: Das Zauberwort heißt „Erreichbarkeit“. Unseren Kundinnen und Kunden geht es in zweierlei Hinsicht um eine zentrale Lage. Ein Kongresszentrum sollte aus Gründen der Nachhaltigkeit in der Nähe eines ICE-Bahnhofs liegen. Und die Hotels, in denen die Kongressteilnehmer absteigen können, sollten sich ganz in der Nähe der Tagungslocation befinden, sodass die Organisation eines Bustransfers entfällt. Würzburg bietet all das: Man kann vom Hauptbahnhof in wenigen MiInterview: Martin Pichler Als vor rund 40 Jahren klar war, dass Würzburg zusätzlich zu seinem Festsaal eine große Stadthalle bekommen sollte, benutzte schon damals niemand mehr das Wort „Stadthalle“. Man sprach selbstbewusst von einem Kongresszentrum. Björn Rudek, Tourismusdirektor, und Carmen Brauckhoff, Sales Manager MICE, beschreiben die Bedeutung des Congress Centrums Würzburg (CCW) für Veranstalter und die Stadt am Main. nuten zum Kongresszentrum laufen und man befindet sich in der Innenstadt mit nahegelegenen Business-Hotels – falls das zum Kongresszentrum gehörende Maritim-Hotel mit seinen 287 Zimmern nicht ausreichen sollte. Brauckhoff: Wir punkten bei den Veranstaltern auch damit, dass wir genügend Platz für begleitende Fachausstellungen bieten und dass bei uns dank einer zusätzlichen Ebene zwei Kongresse gleichzeitig stattfinden können, ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen. Die sogenannte Panoramaebene hat eigene Eingangsbereiche, eigene Sanitäranlagen und sogar eine eigene Küche. Wenn Sie an den Tagungsmarkt denken: Haben sich im Laufe der Jahre da Lieblingskunden entwickelt? Brauckhoff: Wir lieben natürlich alle unsere Kunden. Die wissenschaftlichen Kongresse machen uns aber besonders viel Freude. Das mag daran liegen, dass unsere Julius-MaximiliansUniversität in Fächern wie Psychologie, Biologie, Chemie, Informatik, Medizin, Pharmazie und Physik einen hervorragenden Ruf genießt und die dortigen Professoren und Forschergruppen auch die Partner unterschiedlichster Kongresse sind. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel den 44. Psychotherapeutenkongress, die Jahrestagung für Hygiene und Mikrobiologie, den Deutschen Hautkrebskongress und ein internationales Symposium für vorgeburtliche Medizin bei uns im Haus. Wenn das Büro eines Professors anruft, weil er einen internationalen Kongress nach Deutschland geholt hat, dann unterstützen wir mit unserem Know-how selbstverständlich alle Planungs- und „ Die Veranstalter achten auf Erreichbarkeit“ Bewährtes Team: Carmen Brauckhoff und Björn Rudek vor einer CCWGedenkwand für Wilhelm Conrad Röntgen, der in Würzburg 1895 die Röntgenstrahlen entdeckte.

23 Organisationsprozesse und sorgen auf Wunsch auch dafür, dass der Kongress hybrid stattfinden kann. Wer nicht hauptberuflich mit der Organisation von Veranstaltungen beschäftigt ist, dem können wir gerne mehrere passende Lösungen für sein Event zur Auswahl anbieten. Ich vermute, dass viele Veranstalter aber auch wegen der historischen Innenstadt und einiger attraktiver Rahmenprogramme nach Würzburg kommen … Rudek: Die Stadt Würzburg ist schon wegen ihrer Ausstrahlung im Barock- und Rokokostil ein echter Mehrwert für jede Tagung. Mit seinen Weingütern sowie dem charakteristischen Bocksbeutel ist Würzburg aber auch das Herz der Weinregion Franken. Da überrascht es nicht, dass neben den abendlichen Stadtführungen und den Bootsfahrten auf dem Main der Staatliche Hofkeller Würzburg besonders gut bei unseren Gästen ankommt. Er ist mit 890 Jahren einer der ältesten Weingüter der Welt. Der Hofkeller bietet für bis zu drei Gruppen von jeweils 100 bis 320 Personen voneinander getrennte Kellerführungen und Weinproben an. Die Unesco hat übrigens das Kellergewölbe, gemeinsam mit der darüber liegenden Residenz, in den Rang eines Weltkulturerbes erhoben. Wein und die Besichtigung der Residenz sind eigentlich in fast jedem Rahmenprogramm gefragte Bausteine. Das Weingut Juliusspital in Würzburg ist übrigens das größte Weingut Bayerns und das zweitgrößte in Deutschland. Beim Thema Wein können wir auf Wunsch Besichtigungen der umliegenden Weingüter organisieren, wo dann kurzweilig und unterhaltsam über Innovationen im Weinbau informiert wird. Im Innenstadtbereich stehen oft Gebäude leer, die früher Einzelhändler beherbergten. Sehen Sie eine Chance, solche Immobilien in Würzburg zu mieten, um sie quasi als kleine, innerstädtische Event- und Veranstaltungsräume zu nutzen? Rudek: Es soll in verschiedenen Städten solche Überlegungen geben. Die Innenstädte sind im Umbruch und insofern stellt sich für einen Stadtrat schon die Frage, ob und wie stark er solche - sicherlich nicht kostenlos zu habenden – Veränderungsprozesse begleitet. Im Rahmen unseres Würzburger Standortmarketings nutzen wir bereits viele Synergieeffekte zwischen Kultur, Wissenschaft, Tourismus und Wirtschaft. Aufgrund der Bedeutung der Universität Würzburg liegt einer unserer Schwerpunkte zurzeit aber auf der Akquisition weiterer wissenschaftlicher Kongresse. Welche Highlights sind als nächstes zu erwarten? Brauckhoff: Die Stadt Würzburg wird wohl in Zukunft sehr davon profitieren, dass die Festung Marienberg grundlegend renoviert wird und dass das dortige „Museum für Franken“ mit seinen reichen Kunstschätzen komplett nach den neuesten Erkenntnissen der Museumsdidaktik umgebaut wird. Die Festung wird frühestens ab 2032 bestimmt auch mit attraktiven Tagungs- und Eventräumen oberhalb der Stadt Würzburg glänzen können. Konkreter zu beschreiben ist da der 104. Deutsche Katholikentag, der im Jahr 2026 an Himmelfahrt in Würzburg stattfinden wird und fünf Tage lang für ausgebuchte Räume im Kongresszentrum sorgt. Lassen Sie uns noch für einen Moment auf die Pandemie zurückblicken … Rudek: Das Jahr 2020 wäre für uns laut Buchungslage ein Rekordjahr geworden. Dann wurde alles storniert. Wir hatten aber nicht geschlossen, denn wir hatten plötzlich den einzigen Raum, den der Stadtrat nutzen konnte, um nach den damals geltenden Coronaregeln zu tagen. So passten dann 45 Personen coronagerecht in den Saal, in dem sonst bei Reihenbestuhlung Platz für 1.600 Personen ist. Bei uns wurden auch viele Aufsichtsratstagungen und Prüfungen der Universität durchgeführt. Heute ist die Buchungslage für 2024 genauso gut wie im Vor-Corona-Jahr 2019. Schon im Jahr 2023 wurden wir positiv überrascht, wie mächtig der Nachholbedarf war. Große Veranstaltungen wurden kurzfristig mit vier Wochen Vorlauf aus dem Boden gestampft. Die Menschen wollten schnell wieder eine persönliche Interaktion erleben. Unsere Erfahrung aus den Gesprächen mit unseren Kunden lautet: Präsenz hat Mehrwert – insbesondere, weil die Profis ganzer Branchen sich wieder neu zusammenfinden oder sich erst kennenlernen müssen. Brauckhoff: Da fällt mir auf, was unsere Kunden in letzter Zeit besonders oft gelobt haben. Sie freuen sich, dass alle Ansprechpartner beim Kongresszentrum Würzburg noch dieselben sind wie vor Corona. „Zum Glück kennen Sie meine Bedürfnisse schon“, ist ein Satz den ich oft und gerne höre.

Im neuen Heidelberg Congress Center (HCC), gleich hinter dem Heidelberger Hauptbahnhof gelegen, können zwei Kongresse parallel durchgeführt werden. Die Bauweise verspricht maximalen Freiraum auf allen Ebenen. Auf der ersten Ebene gibt es einen lichtdurchfluteten Saal für bis zu 1.800 Personen mit der, so heißt es, weltweit drittgrößten LEDWand. Auf der zweiten Ebene befindet sich ein flexibler Saal für 800 Personen. Interview: Martin Pichler Heidelberg war bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte der Kongresslocations. Das ist ab dem 19. April mit dem neuen Heidelberg Congress Center vorbei. Mathias Schiemer (Foto), Geschäftsführer der Heidelberg Marketing GmbH und der Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft mbH, erklärt die Strahlkraft der neuen Location. Zusätzlich gibt es zehn Meeting Spaces, 2.600 Quadratmeter Foyer und ein Sky Forum mit Sitztribüne unter freiem Himmel. Als Highlight gilt das eigene TV-Studio. Eine innovative Gastronomie auf der dritten Ebene in Form eines Chef‘s Table für 55 Personen mit Blick in die Großküche sollte auch erwähnt werden. tagen: Wie groß ist Ihre Freude darüber, dass das neue Heidelberg CongModern tagen und romantisch feiern ress Center im ersten Halbjahr 2024 mit einigen sehr großen Kongressen durchstarten kann? Mathias Schiemer: Wir in Heidelberg diskutieren immer sehr lange über alles. Ich darf das sagen. Ich bin Vollblut-Heidelberger. Kein Wunder also, dass wir über 25 Jahre lang beratschlagt haben, ob wir zu dem seit 1903 in der Altstadt gelegenen Konzerthaus auch ein zusätzliches Kongresszentrum brauchen oder nicht. Dass wir jetzt mit unserem fertigen Heidelberg Congress Center neue Maßstäbe setzen, freut mich – wie Sie sich denken können – wirklich außerordentlich. Was war aus Ihrer Sicht der wichtigste Grund, einen Neubau zu wagen? Die 83 Prozent, die im Stadtrat für den Neubau gestimmt haben, wollten nach meinem Eindruck in erster Linie, dass die Wissenschaftsstadt Heidelberg endlich auch zu einer für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen attraktiven Tagungsdestination wird. Wir beherbergen hier in Heidelberg mit der RuprechtKarls-Universität eine der ältesten europäischen Universitäten. Heidelberg ist außerdem ein weltweiter Hotspot für die Wissenschaft mit einer sehr hohen Dichte an Forschungsaktivitäten – denken wir nur an unsere vier Max-Planck-Institute oder das Deutsche Krebsforschungszentrum. Die Wissenschaft braucht ein modernes Kongresszentrum vor Ort und wir gehen davon aus, dass im ersten Jahr der Umsatzanteil mit wissensintensiven Tagungen und Kongressen bei rund 70 Prozent liegen wird. Heidelberg als internationale Tourismusstadt wird jetzt auch internationaler Kongressstandort. Und wie reagieren die umliegenden Unternehmen auf Ihr Tagungsangebot? Den regionalen Markt in der Metropolregion Rhein Neckar mit seinen Hauptversammlungen und Außendienst- und Managementtagungen haben wir natürlich von Anfang an genauso im Blick wie den nationalen wie internationalen Markt im Wissenschafts- und Wirtschaftsbereich. Wir werden bereits im ersten Jahr einige regionale und überregionale Business Events durchführen. Hier in der Region haben schließlich einige weltweit agierende Unternehmen ihren Sitz, die ihre Kunden- und Mitarbeiterevents bei uns quasi am Firmenstandort durchführen können. Wir versprechen allen, die 24 tagen tagen 01.24 Foto: Tobias Schwerdt/HCC

zu uns kommen, einen kreativen Ort des Miteinanders, der Synergien, des Networking – dank visionärer Architektur, modernster Technik und Nachhaltigkeit. Was genau heißt Nachhaltigkeit? Das Heidelberg Congress Center hat im Jahr 2020 das Qualitätssiegel Gold der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Pluspunkte gab es für ressourcenschonendes Bauen und den Einsatz umweltverträglicher Baumaterialien oder für die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Aber auch Gesundheit und Aufenthaltsqualität der Nutzer und Nutzerinnen sind wichtige Kategorien. Im Heidelberg Congress Center gibt es konkret: • eine primärenergetisch gute Energieversorgung über Fernwärme, eigene Kälteproduktion und Photovoltaik • e ine gesundheits- und umweltverträgliche Materialwahl • e ine Verbesserung des Mikroklimas durch ein Gründach und eine Reduktion des Abwasseraufkommens über eine Versickerung des Regenwassers • e ine nachhaltige Mobilität: Das Heidelberg Congress Center liegt direkt neben dem Hauptbahnhof, hat unmittelbare Anbindung an den ÖPNV sowie an die Autobahn und verfügt über eine zweigeschossige Tiefgarage mit 70 PKW- Elektroladestationen sowie 115 Fahrradplätzen samt 50 Ladestationen. Und der Sandstein für die Fassade kommt aus der Region. Es leuchtet ein, dass die Heidelberger Wissenschaftler auch hier in Heidelberg über ihre Arbeitsergebnisse reden wollen, aber Ihre Kongresshallen-Konkurrenz wird nicht schlafen und Ihnen den Start bestimmt schwermachen … Zum Glück nicht! Die Tagungsstätten zwischen Neckar und Rhein entwickelt sich Hand in Hand. Wir kooperieren zum Beispiel freundschaftlich mit dem Mannheimer Congress Center Rosengarten oder dem Darmstädter Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadtium. Von beiden konnten wir in unserer Bauphase lernen, was ein erfolgreiches Tagungsbusiness aktuell auf die Beine stellen muss. Es gab nützliche Ratschläge, die uns davor bewahrten, jede negative Erfahrung selbst machen zu müssen. Und nun werden sogar Kongresse des Rosengartens bei uns durchgeführt. Und welchen Rat werden Sie später einmal an einen Kollegen weitergeben? Mache Marktforschung! Wir haben in der Vorplanungsphase zum Beispiel durch eine Befragung potenzieller Kunden herausgefunden, dass unser zentraler Raum wegen der zu erwartenden Größe vieler Kongresse unbedingt 1.800 Sitzplätze bieten muss. 25 Interview

tagen tagen 01.24 26 Fotos: Bilder der Hotels 178 Hotels mit insgesamt 28.000 Zimmern werden wohl in diesem Jahr in Deutschland eröffnet werden. Das hat die Münchener Unternehmensberatung Treugast Solutions Group ausgerechnet. Davon gehören etwa 42 Prozent zu den Hotels der Kategorien Upper Midscale, Upscale, Upper Upscale und Luxury. Das heißt im Klartext, dass 42 Prozent der neu eröffneten Hotels mehr als drei Sterne haben werden. Accor in Hamburg In Hamburg entstand in den letzten Jahren das „Überseequartier“ als zentraler Teil der Hafencity. Im südlichen Teil des Überseequartiers, zu dem auch das neue Terminal für die Kreuzfahrtschiffe gehört, werden in diesem Jahr zwei Accor-Hotels in Betrieb gehen: das Ibis Styles Hamburg Hafencity (470 Zimmer) und das Novotel Hafencity (170 Zimmer). Beide Hotels sollen einen Restaurantbereich und eine Bar haben. Das Novotel soll darüber hinaus mit einem Fitness-, Spa-, Terrassen-, Meeting- und Eventbereich glänzen. Bereits an den Start ging ein weiteres Hamburger Accor-Hotel: das Novotel Hamburg Central Station. Das 227-Zimmer-Hotel liegt im Kontorhausviertel und wie der Name schon sagt in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs. Es gibt sechs Tagungsräume und eine komfortable Zone zum Relaxen. Der größte In Heidelberg entstand in unmittelbarer Nähe zum neuen Kongresszentrum das 20. Hotel der Atlantic Hotels Gruppe. Neue Hotels mit Tagungskapazitäten Von Gudrun Porath In den letzten Ausgaben unseres TAGEN-Hefts haben wir damit begonnen, über Neubauten und umfangreiche Sanierungen in der Tagungshotellerie zu schreiben. Wir setzen die Berichterstattung (von Nord nach Süd) in diesem und im nächsten Heft fort und stellen eine überraschend bunte Mischung neuer Häuser vor.

27 Marktüberblick Tagungsraum umfasst genau 100 Quadratmeter und hat ausreichend Platz für 55 Personen in Reihenbestuhlung. „The Cloud One“ in Hamburg Die Motel One Group leistet sich eine neue Lifestyle-Marke, die sie auf den Namen „The Cloud One“ (www.the-cloud-one.com) getauft hat. In Deutschland ging Ende 2023 das erste „The Cloud One“ in Hamburg an den Start. Es hat 457 Zimmer und immerhin einen Seminarraum für maximal acht Personen. CoworkingSpaces gibt es für bis zu 16 Personen. Die Gäste können unter drei verschiedenen Zimmerkategorien wählen (ab 122 Euro pro Nacht). Highlights sind die Dachterrasse (50 Plätze) mit Blick über die Stadt sowie eine Weinbar, in der 50 deutsche Bio-Weine gelagert sind. Bio-Snacks aus Hamburg fehlen auch nicht. Dazu zählt Käse aus der Käserei Backensholz, Wurst aus der ersten Hamburger Bio-Fleischerei Fricke, Marmelade aus den Früchten des Smiling Fruits Project und Honig von hoteleigenen Bienen. Bio-Bier liefert die Brauerei Wildwuchs in Hamburg-Wilhelmsburg. Nach Angaben der Motel-One-Gruppe sind derzeit mindestens 13 Hotels der Marke The Cloud One in Europa und den USA geplant. Die Zweitmarke ist ein wichtiger Treiber für die Expansion der gesamten Gruppe, die dadurch flexibler wird - zum Beispiel bei Übernahmen von Bestandshotels. Als Nächstes soll ein „The Cloud One Hotels“ in Düsseldorf am Kö-Bogen eröffnet werden. Außerdem hat sich die Hotelgruppe weitere vielversprechende Standorte bereits in Chicago und Verona gesichert. Sly-Hotel in Berlin Seit dem Ende der Pandemie geht es nicht mehr darum, irgendwo zu übernachten. Reisende halten sich dank Remote Work deutlich länger auf ihren Zimmern auf, halten Ausschau nach Im südlichen Teil des Hamburger Überseequartiers wurde Anfang 2024 an der Umsetzung einer großen Vision gebaut. Neues Lifestyle-Hotel in Hamburg: Das „The Cloud One“ steht für Individualität und Nachhaltigkeit.

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