tagen tagen 02.25 66 Unternehmen, die im Jahr 2024 eine externe Weihnachtsfeier veranstalteten, gaben durchschnittlich 130 Euro pro Person aus, das hat der MICE-Report 2025 der Plattform Eventinc in Hamburg herausgefunden. Im Jahr 2023 waren es 129 Euro. Damit haben sich die Kosten im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit auf einem deutlich höheren Niveau stabilisiert. Dass das Geld gut angelegt ist, belegt eine aktuelle Untersuchung der Universität Leipzig und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (www.uni-leipzig.de). Die Forscher untersuchten, wie sich Weihnachtsfeiern auf die Mitarbeiterzufriedenheit und die Bindung an den Arbeitgeber auswirken. Das Ergebnis ist recht eindeutig: 74 Prozent der Befragten gaben an, sich ihrem Unternehmen nach einer gelungenen Feier stärker verbunden zu fühlen. Besonders wirksam waren Feiern mit genügend Raum für kommunikative Elemente wie einen Jahresrückblick oder eine ausführliche Danksagung an die einzelnen Abteilungen. Unter Personalern gelten Rituale wie Weihnachtsfeiern als „soziale Anker“, die in Zeiten von Unsicherheit so gut wie allen Menschen Stabilität geben und für individuelle Orientierung sorgen – etwa beim Übergang vom alten ins neue (Geschäfts-)Jahr. In komplexen Systemen sorgen solche Rituale für Inseln der Stabilität, ohne dass dafür in einer Organisation formale Prozesse notwendig wären. Welche Elemente sollte nun eine Weihnachtsfeier enthalten, um als „sozialer Anker“ zu funktionieren? Bewährt haben sich laut der bereits erwähnten Studie aus Leipzig folgende Programmpunkte: 1. Der Chef hält eine wertschätzende Ansprache. Weihnachtsfeiern sind Chefsache. Die Belegschaft erwartet eine Würdigung des zu Ende gehenden Jahres und einen realistischen Ausblick – und zwar durch den obersten Chef oder die Geschäftsführung oder durch einen oder mehrere Eigentümer. 2. Rituale werden gepflegt. Das wichtigste traditionelle Ritual ist das gemeinsame Anstoßen und das gemeinsame Singen. Gerade zu Weihnachten gedenken wir oft auch den Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. Deshalb besteht ein weiteres Ritual darin, dass vom Unternehmen an Bedürftige wie ein Obdachlosen-, Waisen- oder Kinderheim etwas gespendet wird. Vielleicht gibt es sogar eine Spendenaktion. 3. Raum für Gespräche. Eine Weihnachtsfeier darf nicht komplett durchgeplant werden, sondern muss den Teilnehmenden Zeit und Gelegenheiten für spontane Begegnungen bieten. 4. Vielfalt beachten. Die Organisatoren sollten an die unterschiedlichen Gruppen in der Belegschaft denken. Gemeint sind unterschiedliche Altersgruppen, Ernährungsweisen oder kulturelle Hintergründe. Sie sollten berücksichtigt werden, und zwar beim Programm ebenso wie beim Essen. 5. Partizipation anbieten. Es gilt, der Belegschaft die Möglichkeit zu geben, bei der Planung in einem gewissen Umfang mitzuentscheiden. Das könnte etwa durch Umfragen zu einzelnen Programmpunkten geschehen. So etwas stärkt die Identifikation Von Gudrun Porath Weihnachtsfeiern bleiben ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur, doch ihre Anzahl nimmt leider ab. Während 2023 noch 90 Prozent der befragten Unternehmen eine Weihnachtsfeier veranstalteten, sind es 2024 nur noch 79 Prozent. Studien warnen vor sinkender Mitarbeiterzufriedenheit. Warum Weihnachtsfeiern sinnvoll sind
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