tagen tagen 02.25 48 fünf Tagungsräume. www.esplanade-dortmund.de). Damit folgte sie einer Familientradition, die 1889 begann. Sie beschreibt ihre aktuelle Situation so: „Hier bei uns in Dortmund hat sich der Hotelmarkt in den letzten Jahren sehr zugespitzt. Es ist unheimlich viel in Bewegung. Da muss ich strategisch schauen, wo ich Prozesse verbessern kann, wie man mehr Standards einführen und wo man Zeit einsparen kann, um die Kostenstruktur zu optimieren. Wenn andere schneller laufen, muss ich auch schneller laufen, wer nicht mitrennt, hat ein Problem.“ Kortmann investiert viel in ihr Team. Die neue Generation sei viel kritischer – Stichwort Greenwashing oder Social Washing. „Ich finde das sehr gut, denn die Mitarbeiter heute schätzen Werte, sie möchten selbst etwas bewirken.“ Ein fairer Umgang mit den Mitarbeitern und soziale Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen, sind schon immer Kortmanns Leitlinien. Unternehmen, die ihren Gewinn mit unfairen Mitteln auf Kosten anderer mehren, sind ihr ein Graus. „Wahrscheinlich bin ich die exakte Mischung meiner Eltern, mein Vater ist Unternehmer, meine Mutter Krankenschwester“, schmunzelt sie. Spannend findet sie an ihrem Job, dass so viele unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Branchen ins Haus kommen. „Da lernt man viel und bekommt richtig was vom Weltgeschehen mit.“ Lernen war ihr schon immer sehr wichtig. Bevor sie die Hotelleitung von ihrem Vater übernahm, hat sie BWL studiert, in der Unternehmensberatung gearbeitet und in Australien den Master in Hospitality and Tourism Management gemacht. „Das war super. Dort habe ich gemerkt, welcher Typ Mensch ich bin und was ich wirklich will. Kenne und akzeptiere dich, bevor du eine Leitungsfunktion übernimmst!“ Vorbilder in Sachen Tagungshotellerie sind für sie die beiden Mintrops Hotels in Essen sowie der Schindlerhof von Klaus Kobjoll in Nürnberg: Im Schindlerhof war ich mal zu einem Seminar und plötzlich stand eine Fanta an meinem Platz. Der Service muss beobachtet haben, dass ich gerne Fanta trinke. Solche Surprising Moments zu schaffen, das ist toll, das ist auch mein Ziel.“ Die Hotelchefin betont mehrfach, wie wichtig ihr der Austausch auch zwischen den (Tagungs-) Hoteliers ist: „Da sehe ich gerade einen Megatrend, dass man mehr ins Kooperative geht. Zusammen sind wir stärker.“ „Jeder ist bereit, für den anderen einzuspringen“ Katrin Lange, Gut Gremmelin. Als die damalige Betreibergesellschaft 2020 wegen Corona aufgab, lagen für Gut Gremmelin in Mecklenburg-Vorpommern genau zwei Optionen auf dem Tisch: Den Hotelbetrieb einstellen oder Katrin Lange, seit elf Jahren im Hause tätig, wird Pächterin und startet eine Unternehmerinnenkarriere. Der Eigentümer der Immobilie sicherte seine Unterstützung zu und Katrin Lange sagte sich: „Augen zu und durch!“ Das eingespielte Team zog zu 100 Prozent mit. „Aber was ist, wenn die Zoom-Meetings sich durchsetzen und an der Tagesordnung bleiben? Das war so eine bange Frage“, erinnert sie sich. Das Gut Gremmelin (50 Zimmer, fünf Tagungsräume, www.gutgremmelin.de) funktioniert nur als Tagungshotel, selbst Urlauber finden es dort viel zu einsam und die einzige Infrastruktur weit und breit ist die Autobahn A 19. Tagungsgäste aber lieben diese gute Erreichbarkeit mitten im Nirgendwo, die Natur, den großen Park, der so viele Outdoormöglichkeiten bietet, und die Professionalität und Freundlichkeit im Hause. Trainer und Trainerinnen sagen, sie reisten immer mit einem guten Gefühl an. Langes Erklärung: „Wir sind ein kleines Team mit flachen Hierarchien, jeder ist bereit, für jeden einzuspringen. Wenn es personell mal eng wird, zieht auch unser Hausmeister die Betten ab, und ich tue alles dafür, dass das so bleibt.“ Lange ist eigentlich gelernte Baustoffhändlerin, Fachrichtung Tiefbau. „Ich hatte da viel mit Menschen zu tun, musste Baustellen planen und Preise verhandeln. Im Grunde ist das Vorbereiten von Businesstagungen oder Seminaren auch so was wie Baustellenplanung, nur anders. Beides ist gleich spannend“, schmunzelt die Chefin. „ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten sehen, wie ihr Einsatz den Erfolg des Hotels steigert.“ Sabine Powels, Geschäftsführerin des Hotels Victoria in Nürnberg
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