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wirtschaft + weiterbildung
03_2014
PRAXISBEISPIEL
Zielgruppenspezifisch Englisch lernen
mit Blended-Learning-Format
Frauen in Führungspositionen zeigen ein höheres
Commitment als ihre männlichen Kollegen. Zu diesem
Ergebnis kommt die Studie zum „Mitarbeiter Com-
mitment Index“, für die das Marktforschungsinstitut
Vocatus 1.800 deutsche Arbeitnehmer befragt hat. Die
Autoren messen mit diesem Index bereits seit über
sechs Jahren, zu welchem Grad Mitarbeiter mit ihrem
Arbeitgeber verbunden sind. Aufgefallen sei bei der
diesjährigen Befragung vor allem, dass sich die Unter-
schiede im männlichen und weiblichen Commitment
erst auf der Führungsebene zeigten, sagt Christian
Motzko, Senior Berater bei Vocatus. Auf der Ebene der
Arbeitnehmer unterschieden sich die Werte von Män-
nern und Frauen hingegen kaum.
Die Gründe für die unterschiedlichen Commitment-
Werte bei Männern und Frauen auf der Führungsebene
machen die Autoren an drei Aspekten fest, die den
Ergebnissen zufolge bei den weiblichen Führungskräf-
ten deutlicher ausgeprägt sind als bei ihren männ-
lichen Kollegen: ihre Arbeitszufriedenheit, Identifika-
tion mit dem Unternehmen und Begeisterung von der
Arbeitssituation.
FÜHRUNG
Mehr Commitment bei
weiblichen Chefs
Der Arbeitsalltag hält nicht,
was die Stellenausschreibung
verspricht: Diese Erfahrung
haben bereits 45 Prozent aller
Manager gemacht; bei den Vor-
ständen und Geschäftsführern
trifft dies sogar auf 50 Prozent
zu. Das sind einige Erkennt-
nisse der Studie „Jobwechsel
im Topmanagement“, für die
die Personalberatung Inter-
search Executive Consultants
150 Vorstände, Geschäftsfüh-
rer und Bereichsleiter befragt
hat. Die Diskrepanz zwischen
dem erträumten Job und der
Arbeitsrealität ist der Befra-
gung zufolge auch der häu-
JOBWECHSEL AUF FÜHRUNGSEBENE
Knapp jedes zweite Stellen­
profil ist nicht authentisch
figste Grund, aus dem Manager
mit einem neuen Arbeitsplatz
unzufrieden sind.
Die Enttäuschung ist wohl für
viele Manager umso herber, als
die Aussicht auf neue Aufgaben
und Herausforderungen bei den
Führungskräften als Motivator
Nummer eins für einen Job-
wechsel gilt. Doch es gibt wei-
tere Gründe für die Unzufrie-
denheit nach dem Jobwechsel:
In der Umfrage kritisieren zwei
von fünf Befragten, dass ihr
neues Unternehmen ihnen zu
hohe Ziele setze, die sie in zu
kurzer Zeit erreichen müssten.
Fast genauso viele Befragte
Englischkenntnisse sind mitt-
lerweile in den meisten Jobs
gefordert, viele Unternehmen
bieten ihren Mitarbeitern des-
halb schon Englischunterricht
an. Schwierig wird es, wenn
zwar der Lernbedarf für die
meisten Mitarbeiter gegeben
ist, diese aber ein unterschied-
liches Lernniveau haben und
vielen verschiedenen Berufs-
gruppen angehören. Hinzu
kommen kann, dass die Arbeit-
nehmer in unterschiedlichen
Schichtdienstformen arbeiten
– wie etwa am Flughafen. Die
Personalleitung des Flughafens
Hamburg nutzt deshalb nun
ein Blended-Learning-Format
für den Englischunterricht der
Mitarbeiter, das der Weiter-
bildungsanbieter Berlitz kon-
zipiert hat. Damit können die
Mitarbeiter mit einer Mischung
Stellensuche.
Neue Aufgaben sind der wichtigste Motiva-
tor beim Jobwechsel, doch oft enttäuscht die neue Stelle.
sagen, sie seien unzufrieden,
weil die Unternehmenskultur
der neuen Firma nicht ihren
Erwartungen entspräche. Auch
kulturelle Unterschiede auf
regionalem Niveau werden
der Umfrage zufolge unter-
schätzt: Immerhin ein Drittel
der befragten Führungskräfte
berichtet hier von Problemen.
Ebenso viele geben an, sie hät-
ten für den neuen Job andere
Fachkenntnisse und Sozialkom-
petenzen benötigt oder ihre
Persönlichkeit habe nicht ins
Unternehmen gepasst.
aus Live-Unterricht in der
Gruppe oder am Telefon mit
einem Selbstlernprogramm,
das die Teilnehmer über PC,
Tablet oder Smartphone unter-
stützt, lernen. Das Programm
ermöglicht zudem zielgruppen-
spezifisches Lernen: Zum einen
wurde es für jedes Lernlevel
konzipiert, zum anderen deckt
das Programm die Ansprüche
der unterschiedlichen Stellen-
profile ab. Die Flughafenmitar-
beiter könnten aus 218 Berufs-
gruppen wählen, sagt Kirsten
Meins aus der Personalentwick-
lung des Flughafens, sodass sie
gezielt den benötigten Wort-
schatz für exakt ihre Aufgaben
lernen könnten. Ergänzt wer-
den können die Online-Trai-
nings auch durch Workshops
mit einem muttersprachlichen
Trainer vor Ort.