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editorial
09_2013
wirtschaft + weiterbildung
3
In diesem Sommer erschien die 26. Auflage des Duden. Das „Standard-
werk der deutschen Sprache“ enthält jetzt 140.00 Einträge. Rund 5.000
Worte sind frisch dazugekommen. Die meisten Neuheiten stammen aus
dem Bereich des Internets (Beispiel: „adden“ = hinzufügen) oder der
Wirtschaftskrise (Beispiel: „hartzen“ = von staatlichen Zuwendungen
leben). „wirtschaft + weiterbildung“ ruft dazu auf, künftig doch
bitteschön auch den Trainerjargon für breite Bevölkerungsschichten
aufzubereiten und durch einen Dudeneintrag zu adeln.
Wie wär‘s mit „resillen“ (sich schnell von einem vergeigten Auftritt
erholen), „double-loopen“ (etwas infrage stellen) oder „paradoxieren“
(irgendwo unabsichtlich etwas Widersinniges einbauen). Marketing-
mäßig wäre es auch sinnvoll, aus Namen Verben abzuleiten, wie zum
Beispiel „sprengern“ (schlau daherreden), „duecken“ (superschlau
daherreden), „hüthern“ (weinerlich daherreden), „luhmannen“
(unverständlich daherreden), „grundln“ (Klartext reden).
Sprache dient auch dazu, etwas zu verharmlosen. Da Trainer gerne
„würdigen“, könnte „jemandem eine reinwürdigen“ die nette Form von
„kritisieren“ sein. Gut im Reinwürdigen ist der Autor eines
„Schwarzbuchs Personalentwicklung“. Wir erhielten das Buch nach
Redaktionsschluss und werden es in der nächsten Ausgabe ausführlich
„feedbacken“. Zu Beginn einer wahrscheinlich sehr hitzig werdenden
Diskussion bringen wir jetzt erst einmal ein Interview mit dem Autor
(Seite 38).
Tipp:
Im Vorfeld können sich unsere Leser bis zu zwei kostenlose
Eintrittskarten für die „Zukunft Personal“ sichern. Schicken Sie bis 11.09.
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Adden, resillen, feedbacken ...
Viel Spaß beim Lesen
wünscht
Martin Pichler, Chefredakteur