Seite 46 - wirtschaft_und_weiterbildung_2011_04

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wirtschaft + weiterbildung
04_2011
Learning, das „Learning and Knowledge
Forum“, abgeschafft, sodass es kein E-
Learning-Vortragsprogramm und in der
Folge auch nicht genügend Aussteller ge-
geben habe, bedauerte Hajo Noll, einer
der treu gebliebenen E-Learning-Aus-
steller und Geschäftsführer der Canudo
GmbH, Frankfurt. „Dass das Forum fehlt,
haben wir an der geringeren Anzahl der
interessierten Besucher sehr deutlich ge-
spürt. Gut war aber, dass wir dadurch für
die einzelnen Gespräche mehr Zeit hatten
und mit potenziellen Kunden sehr detail-
lierte und konkrete Projektgespräche füh-
ren konnten“, tröstete sich Noll.
Viele E-Learning-Anbieter waren erst gar
nicht nach Hannover gekommen. Nur
noch sechs hatte die CeBIT dazu über-
reden können, sich auf einem Gemein-
schaftsstand namens „E-Learning-Park“
neben der Internet-Arena „Webciety“ in
Halle 6 zu präsentieren. Eine Handvoll
weiterer E-Learning-Anbieter bevorzugte
andere Hallen oder schlüpfte auf den
Ständen von Kooperationspartnern unter.
„Unsere Erwartungen waren niedrig“,
beschrieb Hans Gieringer, Chef der bit
media e-Learning solution Deutschland
GmbH, die Ausgangslage. „Dementspre-
chend sind wir mit wenig Personal auf
den Gemeinschaftsstand gekommen.“
Zum Abschluss der CeBIT habe sich aber
dennoch eine gewisse Zufriedenheit ein-
gestellt. „Die Kontakte, die wir auf der
CeBIT machen, bekommen wir mit nor-
malen Marketingmaßnahmen einfach
nicht hin“, zollte Gieringer der CeBIT
Respekt. „Es gibt keine spannendere
Messe.“ So habe er zum Beispiel einen
jungen, schmuddeligen „Kapuzenpulli“
kennengelernt, der sich als IT-Chef eines
5.000 Mitarbeiterunternehmens aus dem
Bereich Medizintechnik herausstellte. Er
war „auch“ auf der Suche nach E-Lear-
ning-Angeboten und wollte alles darüber
wissen, wie Lernprozesse organisiert und
Tools unterstützt werden können.
Auch die Viwis GmbH aus München
wollte sich die CeBIT nicht entgehen las-
sen, investierte aber ebenfalls nur in einen
„kleinen“ Auftritt. Viwis-Geschäftsführer
Dr. Werner Kohn und ein Zweimannteam
hatten dann aber doch viel zu tun, weil
ihr Stand direkt am Eingang zur „Spea-
kers Corner“, dem Vortragsbereich des E-
Learning-Gemeinschaftsstands, lag. Oscar
Hahn vom „New Horizons Computer
Learning Center“ in Hamburg war über-
rascht, dass die CeBIT-Besucher gezielt
nach E-Learning-Angeboten suchten und
es sehr qualifizierte Kontakte gab. Über-
haupt hatten alle E-Learning-Aussteller
den Eindruck, dass das CeBIT-Publikum
im Vergleich zu den letzten Jahren sehr
viel qualifizierter gewesen sei.
Gudrun Porath
Die Mehrheit der 4.200 Aussteller (2010
waren es nur 4.157) hätten volle Auf-
tragsbücher und gingen sehr optimistisch
in das Nachmessegeschäft, sagte Bitkom-
Präsident Professor Dr. August-Wilhelm
Scheer zum Abschluss der Messe. Neu
war, dass die CeBIT noch mehr Wert als
früher auf eine deutliche Trennung von
privaten Besuchern und Fachpublikum
legte. Den Kern der neu gegliederten
Computermesse bildeten vier Untergrup-
pen:
1.
„CeBIT pro“: professionelle Anwender
2.
„CeBIT gov“: Anwender aus Behörden
und öffentlichen Einrichtungen
3.
„CeBIT lab“: Universitäten
4.
„CeBIT life“: private Besucher.
Die E-Learning-Branche, die unter dem
Dach der „CeBIT pro“ Unterschlupf fand,
kam nach Meinung von Branchenken-
nern in diesem Jahr in Hannover viel zu
kurz. Leider habe die Messe die immer
gut besuchte Präsentationsfläche für E-
Weniger E-Learning
CEBIT 2011.
Eine positive Bilanz der diesjährigen Computermesse CeBIT zogen der
IT-Branchenverband Bitkom und die Deutsche Messe AG. Insgesamt besuchten in
diesem Jahr 339.000 Menschen aus 90 Ländern die CeBIT. Das waren 5.000
Besucher mehr als im Vorjahr, als die Besucherzahl auf den historischen Tiefstand
von 334.000 gesunken war.
Foto: Porath
Besucherrundgang.
Großes Interesse an Web-2.0-Tools auf der CeBIT-„Webciety“.