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... Heinz-Dietrich Steinmeyer zum Master of Laws
Frage eins:
In vielen Personalabtei-
lungen gibt es Juristen – ist überhaupt
Bedarf für eine berufsbegleitende
Ausbildung im Arbeitsrecht?
Heinz-Dietrich Steinmeyer:
Komplexi-
tät des Wirtschaftsgeschehens und
des Arbeitsrechts stehen in einer
Wechselbeziehung. Den steigenden
Anforderungen an die Beratung im
Arbeitsrecht und an die Personal-
arbeit wird nur gerecht werden,
wer Kenntnisse aus allen Bereichen
des Arbeitsrechts vorweisen kann.
Fachübergreifendes Know-how, In-
terdisziplinarität und strategische
Beratungskompetenz sind hierfür
wichtige Komponenten. Komponen-
ten, die in der universitären Erstaus-
bildung nicht in dem Maße gelehrt
werden können. Unser Studiengang
kombiniert wissenschaftliches Fach-
wissen mit dem für den beruflichen
Alltag entscheidenden Praxisbezug –
und schließt damit universitäre Aus-
bildungslücken.
Frage zwei:
Wo zeigt sich dieser Praxis-
bezug?
Steinmeyer:
Er zeigt sich schon bei
der Zusammensetzung des Dozen-
tenteams aus Praktikern der Justiz
und der Anwaltschaft sowie aus Wis-
Drei Fragen an ...
prof. Dr. Heinz-Dietrich
Steinmeyer
hat als Direktor des
Instituts für Arbeits-, Sozial- und
Wirtschaftsrecht der Universität
Münster den berufsbegleitenden
Masterstudiengang
„
Arbeitsrecht
“
(Master of Laws LL. M) ins Leben
gerufen. Er richtet sich an Juristen
und Personaler, die ihre Expertise
um eine arbeitsrechtliche Ausbil-
dung vertiefen wollen.
senschaftlern der Rechts- aber auch
der Wirtschaftswissenschaft. So
werden sowohl die systematischen
Zusammenhänge vermittelt als auch
die konkrete Herangehensweise in
der Praxis. Unser Ansatz beginnt
bei den Lebenssachverhalten und
arbeitet die Fragenkomplexe mit ih-
ren Querverbindungen zu anderen
Bereichen auf.
Frage drei:
Das Studienpensum von
420 Unterrichtsstunden klingt nach
einer hohen zeitlichen Belastung
neben dem Beruf.
Steinmeyer:
Die Vorlesungen finden
blockweise monatlich in Münster
statt und ermöglichen den Studieren-
den so, Arbeit und Studium unter ei-
nen Hut zu bringen. Doch wir wissen
natürlich, dass die Doppelbelastung
aus Beruf und Studium trotzdem ein
hohes Maß an Motivation und Belast-
barkeit erfordert. Wir wissen aber
auch, dass alle von diesem Einsatz
profitieren – der Absolvent genauso
wie sein Unternehmen. Die Erfah-
rung zeigt auch, dass das gemein-
same Studium unter den Teilnehmern
zu Netzwerkbildung führt, die für die
Berufstätigkeit von entscheidender
Bedeutung ist.