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Organisation
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personalmagazin 01 / 13
Nachgeforscht
Viele Bücher bringen Tipps für Perso-
naler, wie die Generation Y am besten
rekrutiert, motiviert oder ans Unterneh-
men gebunden werden könne. Doch ist
das meist viel Lärm um nichts: Torsten
Biemann, Professor an der Universität
Mannheim, und sein Kollege Heiko
Weckmüller, FOM Bonn, gestehen in der
aktuellen Ausgabe der „Personal Quar-
terly“ den zahlreichen Studien, in denen
Vertreter der Generation Y zu ihren Wer-
ten befragt werden, nur bedingte Aussa-
gekraft zu. Erst Längsschnittstudien, also
ein Vergleich der Ergebnisse mit Aussa-
gen der Vorgängergeneration X, könnten
tatsächliche Unterschiede zeigen. Diese
Längsschnittstudien belegten aber, dass
die Veränderungen in Arbeitnehmerver-
halten und- ansprüchen viel eher auf
gewandelte Rahmenbedingungen durch
technologische oder gesellschaftliche
Trends und Alterseffekte zurückzufüh-
ren seien. Einzig wichtiger Unterschied
zwischen den Generationen Y und X sei
die höhere Bedeutung der Freizeit für
die Generation Y – ein Anspruch, den
Work-Life-Balance-Maßnahmen erfüllen
könnten. Von subjektiven Überhöhungen
der Generationenunterschiede raten die
Wissenschaftler daher ab.
X und Y: Unterschied gering
Neuer Vorschlag zur Quote
N
achdem ihr erster Gesetzes-
entwurf für eine Frauen-
quote in Aufsichtsräten auf
Widerstand gestoßen war, hat EU-
Kommissarin Viviane Reding nun
nachgebessert. Der neue Vorschlag
knüpft die Quote an die Kompetenzen
der Bewerber und sieht ein rechtlich
bindendes, streng geschlechtsneutral
formuliertes Auswahlverfahren vor:
Bei gleicher Qualifikation solle „dem
Kandidaten des unterrepräsentierten
Geschlechts“ der Vorrang gegeben
werden. Eine Quote für Vorstände
ist nicht mehr vorgesehen. EU–Län-
der, die schon eine funktionierende
Quotenregelung eingeführt haben,
sind von der Pflicht ausgenommen.
Diesem Vorschlag hat die EU-Kom-
mission zugestimmt, nun bleibt noch
die Hürde der Abstimmung im Euro-
paparlament und im EU-Ministerrat.
Aus einigen Ländern droht Wider-
stand: Die Vertreter von Großbritan-
nien und Belgien haben sich bereits
gegen eine EU-weite Regelung ausge-
sprochen. Deutschland hat sich noch
nicht abschließend geäußert: Arbeits-
ministerin Ursula von der Leyen be-
fürwortet den Vorschlag, Kanzlerin
Angela Merkel bezweifelt indes seine
rechtliche Verbindlichkeit.
Ruhe
Der Automobilkonzern Daimler will Dienst-E-Mails im Urlaub automatisch löschen lassen. Sinn der neuen Regelung, die Anfang 2013
in Kraft treten soll, ist der Anspruch, Mitarbeitern im Urlaub echte Ruhephasen zu gönnen.
Flaute
Trotz jahrelangen Wirtschaftswachstums sind die Gehälter von Facharbeitern und Angestellten gesunken. Nach Angaben von Perso-
nalmarkt sind die Gehälter von Fachkräften mit Hochschulabschluss sowie von Facharbeitern und Sachbearbeitern zwischen 2005 und 2011
lediglich um sechs Prozent gestiegen, inflationsbereinigt bedeutet das ein Minus von vier Prozent. Dagegen verdienten Führungskräfte rund
14 Prozent mehr; der reale Zuwachs nach Abzug der Inflation liegt hier bei vier Prozent.
Klima
Auch in der Bankenbranche werden die Führungskultur und das Arbeitsklima von Angestellten wichtiger bewertet als ein hohes Gehalt.
Das zeigt eine Studie von Kommalpha in Kooperation mit von Rundstedt HR Partners. 99 beziehungsweise 98 Prozent nannten diese beiden Krite-
rien als entscheidend bei der Auswahl des Arbeitgebers. Die erfolgsabhängigen Verdienstmöglichkeiten liegen erst an neunter Stelle.
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sarin Viviane Reding.
©
Ralf Bauer