Immobilienwirtschaft 3/2024

98 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Investment & Finanzierung Handelsimmobilien MIXED USE: WENN GEBÄUDE ALLE WÜNSCHE ERFÜLLEN Ein weiteres Buzzword ist Mixed Use. Leerstehende Einzelhandelsflächen werden zu Wohnungen, Mikroapartments, Coworking Spaces oder Gemeinschaftsräumen umgewandelt. Diese Integration von Wohn- und Arbeitsbereichen schafft eine lebendige Atmosphäre und trägt zur Revitalisierung von Stadtteilen bei. Doch Umwidmungen sind nicht immer einfach; bürokratische Hürden, hohe Mieten und hohe Umbaukosten müssen im Vorfeld genau bedacht werden. Darüber hinaus müssen Unternehmen und Stadtplaner sorgfältig prüfen, wie die Integration neuer Geschäftsmodelle in bestehende Stadtviertel und Gemeinden erfolgen kann, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien, sieht die Nutzungsmischung nicht nur im einzelnen Gebäude, sondern auch auf Quartiersebene als den Schlüssel zur zeitnahen Revitalisierung der Innenstädte. Die gemischt genutzten Gebäude stellten zudem einen Schutz vor Klumpenrisiken dar. Im Hotelbereich verbindet beispielsweise das Muji Hotel auf der Nobelmeile Ginza in Tokio die Hotellerie mit dem Einzelhandel: minimalistisches Design mit den charakteristischen Möbeln und Accessoires der japanischen Muji-Gruppe ausgestattet. Durch die Integration von Einzelhandelsflächen in die Hotelumgebung gelingt es Muji, dass die Gäste in Tokyo, aber auch in Shenzhen und Schanghai während ihres Aufenthalts die Produkte im Alltag testen und sich mit ERFOLGSFAKTOREN FÜR INVESTOREN • Erstklassigen Kundenservice bieten: Kompetente und freundliche Mitarbeitende tragen maßgeblich zu einem positiven Einkaufserlebnis bei, indem sie individuelle Beratung und Problemlösungen bieten. • Wartezeiten minimieren: Ob an der Kasse oder in der Beratung, ein zügiger Service erhöht die Kundenzufriedenheit und spart wertvolle Zeit, digitale Touchpoints können helfen. • Erlebniseinkauf fördern: Mit klug kuratierten Events und Workshops, die sich von der Masse abheben, erhalten Kundinnen und Kunden einen Mehrwert sowie die Möglichkeit, Teil einer Community zu werden. • Übersichtlichkeit und Sauberkeit: Ein gut strukturiertes Ladengeschäft mit klarer Warenpräsentation und Signaletik tragen dazu bei, dass sich Kunden gut zurechtfinden. Gemeinschaftsflächen, wie ein Cafe, und ausreichende, saubere Sanitäranlagen führen dazu, dass sich die Kunden gerne im Geschäft aufhalten. • Offline-Online-Bridging forcieren, um eine einheitliche Customer Journey anzubieten. Das bedeutet, dass die Website, die mobile App, die sozialen Medien, die E-Mail und das Ladengeschäft eine Einheit bilden, um den Kunden relevante Informationen, personalisierte Empfehlungen und bequeme Optionen wie QR-Codes zu bieten, um Offline-Produkte mit Online-Inhalten zu verknüpfen. • Einkaufen in den parkplatzarmen Innenstädten vereinfachen: Click-and-collect-, Abhol- oder Lieferdienste am selben Tag anbieten. • Menschliche Interaktion und Sozialkontakt fördern: In einer Welt, die zunehmend digitalisiert ist, suchen viele Menschen den persönlichen Austausch und das Gemeinschaftsgefühl, das beim Einkauf vor Ort entsteht. Dies kann man bewusst fördern durch Events, Workshops, Plauderkassen etc. • Verantwortungsvoller Konsum entsteht vor allem lokal: Durch Produkte aus der Region kann die Attraktivität gesteigert werden. Kunden schätzen auch die Transparenz, da sie Produkte direkt vor Ort prüfen können. 1 2 3

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