Immobilienwirtschaft 3/2024

76 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 mentiert haben. Die Zusammenarbeit mit Technik- und Möbelherstellern, der Unternehmens-IT und den FM-Dienstleistern hat die Pilotphase bereits verlassen, und so mehren sich die Stimmen im Markt, die eine Etablierung von „Workplace Automation“ für Neubauten und Revitalisierungen in den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten. Lünendonk & Hossenfelder hat in Zusammenarbeit mit dem Digitalisierungsexperten Prof. Dr. Joachim Hohmann in einer Studie erarbeitet, dass sich ein Markt für Workplace Automation herausbildet, der die unterschiedlichen Leistungen bündelt. Langfristig wird dies jedoch nur gelingen, wenn die für die Bewirtschaftung maßgeblichen FM-Verträge die notwendige Flexibilität in der Leistungserbringung abbilden und nicht weiterhin verrichtungsorientierte Leistungen vorschreiben. Dies kann etwa durch die Vereinbarung von Servicequalität und des dafür notwendigen Budgets mit Pauschalen erfolgen. WORKPLACE AUTOMATION Die Automatisierung von (Büro-) Arbeitsplätzen umfasst nicht nur die Reservierung von Büro- und Konferenzräumen, sondern auch das Besuchermanagement, die Wegeleitung, die Unterstützung der Gebäudesicherheit, die Auslastungsanalyse und die automatisierte Steuerung der Gebäudetechnik. Die dafür notwendige Technik ist datenschutzkonform realisierbar. Sensoren zur Messung der CO2-Konzentration in der Luft, von Bewegungen oder Türöffnungen sind weitgehend etabliert und erfüllen die strengen Anforderungen, da sie keine individualisierbaren Daten erheben. Desk-Sharing-Konzepte unterstützen die Anonymität, vor allem wenn sie auf Buchungen pro Bereich und nicht pro Einzelplatz basieren. Workplace-Automation- Systeme gehen über klassische Computer-Aided-Facility-Management-Systeme (CAFM) und reine Flächenbuchungssysteme hinaus, da sie diese Funktionalitäten mit anderen Systemen verknüpfen und in Beleuchtung und Büromöbel integriert werden können. Den Mehrkosten für die Implementierung und den Betrieb der Systeme stehen Einsparungen durch geringeren Flächenbedarf sowie niedrigere Energie- und Medienkosten gegenüber. Moderne, digitalisierte und hochwertig ausgestattete Arbeitsplätze wirken sich zudem auf das Employer Branding aus und unterstützen das Recruiting – ein nicht zu unterschätzender Aspekt in einer von Effizienz getriebenen Diskussion, die durch Facility Management unterstützt wird. Der Begriff Workplace Automation bündelt die dafür notwendigen Dienstleistungen. Doch wie sieht es mit der Marktreife aus? Zur Einordnung ist ein Modell hilfreich, das im ersten Schritt aus vier einfachen Phasen besteht: • Geringe Marktreife: Ein Markt ist theoretisch beschrieben, ein verbindender Begriff ist nicht allgemein etabliert, es findet sich ein sehr heterogenes Anbieterfeld mit wenig Überschneidungen untereinander und der Mehrwert ist den meisten potenziellen Kunden nicht bekannt. • Entstehender Markt: In der zweiten Phase haben die Early Adopters positive Erfahrungen gesammelt und diese über den Austausch im Markt verbreitet. Der Mehrwert der Anbieter ist für eine größere Kundengruppe nachvollziehbar und erste Leuchtturmkunden führen zu einer steigenden Nachfrage. In der Diffusionsphase ist ein hoher Innovationszyklus zu beobachten und die Umsätze steigen von einem noch niedrigen Niveau deutlich an. • In der Wachstums- und Reifephase ist der Übergang zum Mainstream erreicht und die Anwendungen verbreiten sich auch in der Nische. Es entsteht ein Ökosystem aus Medien, Beratern, Veranstaltungen, Wissenschaft, Verbänden und Treiber und Auswirkungen von New Work Quelle: Lünendonk®-Studie 2021: Facility-Service-Unternehmen in Deutschland NEW WORK Workplace Automation Bedarfs- orientiertes Facility Management Arbeit- geberattraktivität Energie- bedarf und Nach- haltigkeit Personal- bedarf Pandemie steigerte Akzeptanz Restriktionen wie · eingeschränkte Haushaltsmittel, · Datenschutz und · der besondere Charakter öffentlicher Institutionen verlieren an Bedeutung. Verwaltung & Vermarktung Workplace Automation 90 Effizientes Raummanagement heißt, für bis zu 90 Prozent der Arbeitstage ausreichend Arbeitsplätze zu bieten.

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==