Immobilienwirtschaft 3/2024

75 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Verwaltung & Vermarktung Workplace Automation Ist nicht längst alles diskutiert? So scheint es zumindest angesichts der ausführlichen Debatten um Homeoffice, Back to Office, Bindungsverlust und viele andere Schlagworte. Fakt ist, dass viele Büroimmobilien inzwischen zumindest rudimentär auf die flexiblere und geringere Präsenz der Mitarbeitenden eingestellt sind. Flächen werden untervermietet. Desk-Sharing ist meist ohne größere Probleme möglich. Und die IT-Systeme erlauben „work from anywhere“. Die Hauptdiskussion unter Corporate Real Estate Managern und Facility Managern dreht sich meist um die Frage, wie viele Schreibtische pro Mitarbeiter vorgehalten werden sollen: 0,7 oder 0,5? Oder reichen vielleicht auch 0,3? Und was passiert, wenn viele Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig im Büro sind und keinen Platz mehr finden? Effizientes Management bedeutet, für 80 bis 90 Prozent der Arbeitstage ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die Leerstandsquote so gering wie möglich zu halten. Dies gelingt nur mit einer aktiven Auslastungsplanung über Buchungssysteme. Für das Facility Management ist New Work damit zu einem wesentlichen Treiber der Digitalisierung von Immobilien geworden. Vor 2020 war Digitalisierung im Real Estate Managedes Gebäudes werden minimiert. Davon profitiert auch die Betriebsgastronomie, die gezielter einkaufen kann und weniger Ausschuss produziert. Ohne bedarfsorientiertes Immobilienmanagement sind Nachhaltigkeitsziele gefährdet. Diese Mehrwerte können nur realisiert werden, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: die Automatisierung der Räume und eine angepasste Gestaltung und Vergabe der Managementverträge. Im vierten Jahr von New Work hat sich auf der Anbieterseite für die Automatisierung von Arbeitsräumen einiges getan: Inzwischen sind mehrere Unternehmen am Markt aktiv, die Sensorik, Software und die notwendigen Prozesse verstehen und bereits bei einer Vielzahl von Kunden impleNEW WORK TREIBT DAS FACILITY MANAGEMENT Ohne bedarfsorientiertes Immobilienmanagement sind Nachhaltigkeitsziele gefährdet. Um MEHRWERTE IM BETRIEB zu realisieren, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: die Automatisierung der Räume und eine angepasste Gestaltung und Vergabe der Managementverträge. Wer genau hinschaut, merkt: Workplace Automation steht ante portas. ment ein Wunsch zur Arbeitserleichterung. In Zeiten von New Work ist sie eine wesentliche Voraussetzung für eine effiziente und damit kostenoptimierte Flächennutzung. STEUERUNG NACH BEDARF Hohe Flexibilität bedeutet nicht mehr nur eine geringere Planbarkeit von An- und Abwesenheiten, sondern auch einen gestiegenen Anspruch an vielfältigere Nutzungsmöglichkeiten. Was für Büroimmobilien in Bezug auf kollaborative Flächen mit spezieller Ausstattung gilt, lässt sich unter anderem auch auf Einkaufszentren, Flughäfen, Bahnhöfe oder Eventlocations übertragen. Die Digitalisierung von Arbeitsplätzen und -flächen ermöglicht eine bessere Planung und bedarfsgerechte Steuerung. Wenn etwa aufgrund eines hohen Krankenstandes oder eines Streiks im öffentlichen Nahverkehr in einer Woche deutlich weniger Personen einen Präsenzarbeitsplatz buchen, können auf Basis einer verlässlichen Planungsgrundlage einzelne Gebäudeteile geschlossen, Heizung, Lüftung und Reinigung auf ein Minimum reduziert und geplante Wartungsarbeiten vorgezogen werden. Der tägliche Betriebsablauf wird dadurch weniger gestört, Kosten und Emissionen WORKPLACE AUTOMATION IST • Occupancy Analysis, Occupants Engagement, Cost Allocation • Space Planning, Space Booking • Wayfinding • Visitor Management, Security … und die dazugehörigen Konzepte, Technologien und Services Quelle: Studie 2024: Gibt es einen Markt für Workplace Automation in DACH? © Lünendonk & Hossenfelder GmbH, Mindelheim 2023

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