73 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 DREI HEBEL FÜR EIN BESSERES EINKOMMEN Möglichkeiten für Immobilienverwalter, das eigene Einkommen aufzubessern, gibt es durchaus – und die müssen gar nicht in einer rechtlichen Grauzone stattfinden, wie es in der Praxis oft vorkommt. Es gibt erheblich effizientere Ansatzpunkte, ein HÖHERES EINKOMMEN zu erzielen, die einen nachts auch wesentlich besser schlafen lassen. HEBEL 1: EIN NEUES PREIS- SELBSTBEWUSSTSEIN Gute Verwalterinnen und Verwalter leisten hochqualifizierte Arbeit und halten ihren Kunden eine Menge Sorgen vom Leib. Dieses Know-how ist wesentlich mehr wert als 50 bis 60 Euro die Stunde. Nur sind sich viele Verwalter des wahren Werts ihrer Arbeit gar nicht bewusst. Der erste Schritt ist deshalb, sich selbst und seinem Team vor Augen zu führen, wie wertvoll die eigene Leistung ist. Eine Dienstleistung, die sonst nur ein Fachanwalt oder Sachverständiger lösen könnte, sollte meines Erachtens mit einem adäquaten Lohn für weit mehr als 100 Euro die Stunde berechnet werden, wobei die Geschäftsführerstunde aktuell durchschnittlich mit 83,69 Euro berechnet wird. Warum nur? HEBEL 2: MEHR DATEN, MEHR ANALYSEN, MEHR TRANSPARENZ Wissen Sie, wie viele Stunden Sie und Ihr Team pro Monat für die Liegenschaften im Portfolio aufwenden? Nicht exakt, sondern eher so zirka? Viele Ihrer alltäglichen Leistungen mögen sich anfühlen wie eine Kleinigkeit, kosten in Summe aber eine Menge Zeit und können deswegen zu einer erheblichen Schieflage im Preis-Leistungs-Verhältnis führen. Abhilfe schaffen konsequente Erfassungsprozesse, die Transparenz in die tatsächlich pro Objekt aufgewendeten Leistungen bringen. Mit digitalen Tools, die mit den Aufwänden für die jeweiligen Objekte befüllt werden, geht das sogar auf Knopfdruck. Einige ERP-Lösungen bieten neben aussagekräftigen Reports zu erbrachten Leistungen zudem übersichtliche Dashboards, die auf einen Blick erkennen lassen, welche Objekte besonders aufwändig und nur wenig rentabel sind. HEBEL 3: SMARTE VERTRAGSGESTALTUNG Verwaltungen sind keine gemeinnützigen Organisationen. Die Sache muss sich also lohnen. Dass sie es langfristig tut, lässt sich auch mit vorausschauender Vertragsgestaltung sicherstellen. Hierzu gehört die Vereinbarung einer ordentlichen Grundvergütung. Sätze pro Einheit und Monat unter 30 Euro rechnen sich meines Erachtens nur noch in ganz wenigen Fällen, so zum Beispiel in großen Liegenschaften. Auch bei der Ermittlung einer lohnenden Grundvergütung profitieren Verwalter von sorgfältiger digitaler Dokumentation der Aufwände. Je mehr Daten und Erfahrungswerte aus vergleichbaren Objekten vorliegen, desto leichter und schneller funktioniert die Kalkulation für neue Aufträge. Zum anderen sollte Wert auf einen klar formulierten Katalog an Sondervergütungen gelegt werden. Zulässig sind sie zum Beispiel, wenn Verwalter die Bauüberwachung und Baubetreuung, die Digitalisierung der Unterlagen einer neu übernommenen WEG-Verwaltung oder die Bearbeitung gerichtlicher Verfahren übernehmen. Die Vereinbarung im Vertrag reicht jedoch nicht aus. Im laufenden Betrieb müssen die Sonderleistungen auch konsequent abgerechnet werden. Hier helfen wiederum digitale Lösungen, in denen die jeweiligen Abrechnungssätze hinterlegt werden und per Mausklick in die Abrechnungen einfließen, wenn die Leistungen abgerufen wurden. Ob man durch das Ziehen all dieser Hebel reich wird als Verwalter? Wer weiß. Eines ist jedoch sicher: zufriedener allemal, und das ist doch auch schon mal viel wert. „WER SEINE AUFWÄNDE GENAU DOKUMENTIERT UND EINZELNEN LIEGENSCHAFTEN ZUORDNET, KANN DIE RENTABILITÄT SEINER EINZELAUFTRÄGE BESSER KALKULIEREN UND AUCH GEGENÜBER WEGS NACHWEISE FÜR DEN ANSPRUCH AUF ETWAIGE SONDERVERGÜTUNGEN ODER NACHVERHANDLUNGEN ERBRINGEN.“ TEXT André Leber, Senior Manager Digital Processes der Haufe Group
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==