Immobilienwirtschaft 3/2024

68 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Verwaltung & Vermarktung Immobilienverwaltung der Immobilienverwalter (BVI) und der Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) fordern deswegen schon lange eine Neuregelung der Gebührenordnung. Was regelmäßig von Branchenfachleuten bestätigt wird, ist aber der Vorteil der verlässlichen, stabilen Einnahmequelle einer Hausverwaltung, „wo die Arbeit nicht ausgeht und angesichts starker Nachfrage Anbieter bei der Auswahl geeigneter Portfolios zunehmend wählerisch sein können“. INFLATION „FRISST“ DIE VERGÜTUNG Als Faustregel kann laut VDIV gelten, dass je mehr verwaltete Einheiten im Portfolio des jeweiligen Unternehmens sind, desto höher die Gehälter der Mitarbeitenden und Führungskräfte. „Verdient der Geschäftsführer einer Immobilienverwaltung mit bis zu 500 Einheiten etwa 60.000 Euro, so ist es bei Unternehmen mit mehr als 6.000 Einheiten das Doppelte, nämlich rund 120.000 Euro.“ Mitarbeitende der WEG-Verwaltung, die Eigentümerversammlungen leiten, bekommen laut Aussagen der Teilnehmenden einer VDIV-Umfrage in kleinen Unternehmen circa 40.000 Euro, Mitarbeitende mit derselben Funktion in großen Unternehmen durchschnittlich etwa 48.700 Euro. VDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler schreibt in der ersten Verbandsumfrage „Gehaltsbenchmark“ nicht von pauschalen Summen, vielmehr bemesse sich jedes Gehalt nicht nur an Ausbildungsstand und Berufserfahrung, sondern auch an Fachgebiet, Region und persönlichen Kompetenzen. Am Ende NNur um das einmal einzuordnen: Chefärzte verdienen im Schnitt 188.500 Euro im Jahr, Oberärzte 148.250 Euro, Patentanwälte 107.250 Euro. Wenn Sie als Hausverwalter oder -verwalterin arbeiten, verdienen Sie voraussichtlich mindestens 33.400 Euro im Jahr und 2.783 Euro im Monat und im besten Fall 47.300 Euro pro Jahr und monatlich 3.942 Euro, heißt es bei der Online-Jobplattform Stepstone des Springer Verlags. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei 39.700 Euro, das Monatsgehalt bei 3.308 Euro und der Stundenlohn demnach bei 20,68 Euro – das ist also alles nicht gerade üppig. Städte, in denen es viele offene Stellen für Hausverwalter gibt, sind Berlin, Stuttgart und Bremen. Insgesamt 1.871 offene Positionen werden auf Stepstone gelistet (Stand Februar 2024). Die kurze Antwort zur Titelfrage lautet also: Nein, Reichtümer sind in dieser Branche nicht anzuhäufen. MEHR EINHEITEN GLEICH HÖHERE GEHÄLTER Wer also plant, nahezu fünfstellige Beträge und mehr monatlich zu verdienen, sollte in der Immobilienbranche eher als Fondsmanager arbeiten. Laut einer Studie erzielen diese Führungskräfte Jahresbruttogehälter von bis zu 280.000 Euro. Von derlei Gehaltshöhen können selbst Vertriebsleiter, Facility Manager und eben auch Verwalter nur träumen. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Verwaltungsbranche in der Vergangenheit auch selbst „prostituiert“ hat und bei immer mehr Aufgaben im Gebäudesektor den Kostenapparat nicht angepasst hat. Verwalterfachverbände wie der Bundesverband KANN MAN ALS IMMOBILIENVERWALTER REICH WERDEN? Wie regelmäßig von Branchenfachleuten bestätigt, ist der Hauptvorteil einer Hausverwaltung die verlässliche, kalkulierbare und STABILE EINNAHMEQUELLE. Vor allem Verwalter von Großbeständen in guten Lagen der Metropolen und mit passendem Mietermix könnten ordentlich Kasse machen. TEXT Hans-Jörg Werth

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