56 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Schwerpunkt Manage to Green len Aspekten. Dies ist nicht nur eine Reaktion auf Marktanforderungen, sondern bietet auch einen Wettbewerbsvorteil und ermöglicht es Unternehmen, Kosten zu optimieren“, so Claudius Frank, Head of Product Management bei Madaster Germany. Ein Beispiel hierfür ist der Betriebsbereich, in dem alle erforderlichen Informationen über Energie-Datenpunkte vorliegen, um den CO2-Fußabdruck des Gebäudes zu bewerten und gleichzeitig die Dekarbonisierung des Betriebs zu überwachen. Allerdings sind Maßnahmen wie Sanierung, Dekarbonisierung und Nachhaltigkeitsreporting ohne kontinuierliches Datenmanagement nur schlecht bis gar nicht umsetzbar. Unternehmen, die frühzeitig in ESG investiert haben, profitieren bereits von ihren Bemühungen und setzen neue Standards. ZUKUNFTSPROGRAMM NACHHALTIGKEIT Eine erfolgreiche Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit ist vor allem untrennbar mit Digitalisierung verbunden. Ohne eine solide Datenbasis inklusive effektivem Datenmanagement können Unternehmen ihr ESGReporting nicht verbessern und keine Transparenz gegenüber Investoren und Banken schaffen. Unternehmen, die erst jetzt auf den ESG-Zug aufspringen, können von diesen Erfahrungen lernen, stehen aber unter Druck, schnell aufzuholen. Eine Transformation der Baubranche hin zu mehr Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Zeit. Letztendlich sind nachhaltige Bauweisen unumgänglich in der heutigen Zeit. Sie bieten nicht nur langfristige Kosteneinsparungen und die Möglichkeit, den Restwert als Vermögen zu verbuchen, sondern sind auch ökonomisch sinnvoll. Immobilien, die nach zirkulären Prinzipien gebaut wurden, erzielen sowohl bei Vermietungen als auch beim Verkauf höhere Preise. Es lohnt sich also nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht, auf nachhaltiges Bauen zu setzen. 1 1 DAS MATERIALKATASTER agiert als Vermittler zwischen den Akteuren entlang des gesamten Materialkreislaufs, indem es den Beteiligten in jeder Lebenszyklusphase wichtige Informationen zur Verfügung stellt Immerhin erkennen 50 Prozent der Befragten bessere Finanzierungskonditionen und höhere Verkehrswerte bei Gebäuden, die der Taxonomie entsprechen. SIEBEN BUCHSTABEN, FÜNF ZAHLEN – DES RÄTSELS LÖSUNG? „Gebäude, die nicht den Anforderungen der Taxonomie entsprechen, werden an Wert verlieren, die Nachfrage wird langfristig abnehmen und die Refinanzierung wird sich schwieriger gestalten“, erklärt Dr. Patrick Bergmann. Während die EU-Taxonomie sich vor allem in der Praxis als schwierig erweist, bleibt nach wie vor die Frage offen, wie wir sicherstellen können, dass unser Entscheidungsprozess transparent, nachvollziehbar und rechtlich einwandfrei ist. Häufig fehlen genaue Angaben zum Energieverbrauch, zu Umweltauswirkungen und sozialen Aspekten von Gebäuden, um gezielte Maßnahmen zur Nachhaltigkeitsverbesserung zu ergreifen. Das Ergebnis: eine große Datenlücke. Hier kommt als Problemlöser die DIN SPEC 91475 ins Spiel, welche von zehn hochkarätigen Branchenexperten gemeinsam erarbeitet wurde. Die DIN SPEC 91475 des Deutschen Instituts für Normung (DIN) besteht aus einer strukturierten Liste von Datenpunkten zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit von Gebäuden. Diese Datenpunkte umfassen das Klimarisiko des Standorts, den Ressourcenverbrauch der Materialien und die CO2-Intensität des Betriebs. Unabhängig von ESG-Standards und Nutzungsarten können diese neutralen Datenpunkte verwendet werden, um die ökologische Qualität eines Gebäudes zu bewerten. Die einheitliche Anwendung der Datenpunkte gemäß DIN SPEC 91475 ermöglicht Transparenz und ein vereinfachtes Referenzieren anderer Systeme. Das erspart eine Menge Zeit und Kosten, wenn Verwalter, Gutachter, Eigentümer und andere Akteure zusammenarbeiten wollen. „Digitale Daten spielen bereits heute eine entscheidende Rolle im ESG-konformen Immobilienmanagement und werden in Zukunft noch relevanter. Sie ermöglichen eine präzise Überwachung von Energieverbrauch, Umweltauswirkungen und sozia-
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