tung von Bestandsgebäuden geht. Die Taxonomie der Europäischen Union bringt zwar einige Vorteile für Immobilienprofis, jedoch fühlen sich viele von der Geschwindigkeit und Vielzahl an Regularien überfordert. Zudem fehlt es den guten Ideen zu Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft oft an konkreten Umsetzungsforderungen. Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei ESG-Aktivitäten ist groß, wie auch eine aktuelle ESG-Umfrage von EY Real Estate zeigt. Die Taxonomiequoten der Portfolios unter den Befragten sind ernüchternd niedrig – knapp mehr als die Hälfte liegt unter 20 Prozent. Innerhalb der nächsten sechs Jahre streben jedoch fast drei Viertel der Befragten Quoten von über 40 Prozent an. Der aktuelle CO2-Preis von bis zu 65 Euro/t wird als nicht ausreichend für eine umfassende Gebäudetransformation angesehen. LEISTUNGSPAKET Die Anforderungen der EU-Taxonomie an die Kreislaufwirtschaft sehen Folgendes vor: • Bei Neubauten müssen mindestens 90 Prozent (nach Gewicht) der auf der Baustelle anfallenden und nicht gefährlichen Bau- und Abbruchabfälle fürs Recycling oder die Wiederverwendung vorbereitet werden. Bei Renovierungen sind mindestens 70 Prozent erforderlich. • Das vollständige Treibhausgaspotenzial des Gebäudes wird über den gesamten Lebenszyklus hinweg berechnet und auf Anfrage an Investoren und Kunden offengelegt. • Der Einsatz von Primärrohstoffen wird minimiert, indem Sekundärrohstoffe verwendet werden. INDUSTRIAL ReUse Für Bestandshalter eröffnet Industrial ReUse viele Möglichkeiten und profitable Vorteile. Anstatt alte Gebäude konventionell abzureißen und den Bauschutt unter hohen Kosten zu entsorgen, können sie Materialien gezielt weitervermitteln und aus einem Rückbau Gewinn erwirtschaften. Die vermeintlich „nutzlosen Gebäude“ werden so zu wertvollen urbanen Ressourcen. DIN SPEC 91475 Die DIN SPEC 91475 des Deutschen Instituts für Normung (DIN) besteht aus einer strukturierten Liste von Datenpunkten zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit von Gebäuden. Diese Datenpunkte umfassen das Klimarisiko des Standorts, den Ressourcenverbrauch der Materialien und die CO2-Intensität des Betriebs. Unabhängig von ESG-Standards und Nutzungsarten können diese neutralen Datenpunkte verwendet werden, um die ökologische Qualität eines Gebäudes zu bewerten.
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